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Auftrag Bucher-Brini bezüglich Erweiterung des Capricornprogramms

Session: 09.12.2014
Der Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten ist auch in Graubünden sowohl in der Peripherie als auch in den Zentren signifikant steigend. Deshalb ist es schwierig, auch für attraktive Praxen eine Nachfolge zu finden. Die Gründe sind vielfältig und bestens bekannt.

Eine der wenigen wirksamen Instrumente, um etwas Gegensteuer zu geben, ist die sogenannte Praxisassistenz.

Dank dem - seit 2009 - vom Kanton unterstützten Programm „Capricorn“ (zur Ausbildung von zukünftigen Hausärztinnen und -ärzten) werden bereits gute Resultate erzielt. Das Projekt „Capricorn“ ermöglicht Assistenzärztinnen und -ärzten, welche in einem Spital angestellt sind und in der Grundversorgungsmedizin tätig werden möchten, ein Praktikum in einer Hausarztpraxis. Leider ist die Anzahl Praktikumsplätze begrenzt, obwohl die Regierung das Angebot von jährlich vier Plätzen auf sechs Plätze erhöht hat. Die Nachfrage ist gross, denn die Praktikumsplätze für das Jahr 2015 sind bereits ausgebucht und weitere 240 Stellenprozente mussten bereits abgelehnt werden.

Wichtig, ja entscheidend ist, dass Assistenzärztinnen und -ärzte, die in der Grundversorgermedizin tätig werden möchten, schon frühzeitig in ihrer Ausbildung, in den Praxen unseres Kantons, ihr zukünftiges „Handwerk“ erlernen können. Dies, bevor sie von irgendwelchen Spezialdisziplinen abgeworben werden. Das Projekt „Capricorn“ ist eine der wenigen Chancen, damit sich Ärztinnen und Ärzte als Grundversorger im Kanton Graubünden niederlassen werden.

Die Unterzeichnenden bitten die Regierung, für geeignete Kandidatinnen und Kandidaten, bei Vorhandensein von qualifizierten Praxen, das Angebot des „Capricornprogramms“ zu erweitern und die Limitierung der unterstützten Plätze per 1.1.2015 aufzuheben.

Chur, 9. Dezember 2014

Bucher-Brini, Holzinger-Loretz, Geisseler, Albertin, Alig, Atanes, Baselgia-Brunner, Blumenthal, Burkhardt, Caduff, Cahenzli-Philipp (Untervaz), Casanova (llanz), Casty, Caviezel (Chur), Clalüna, Crameri, Darms-Landolt, Della Vedova, Deplazes, Dosch, Engler, Epp, Florin-Caluori, Foffa, Gartmann-Albin, Grass, Gunzinger, Hardegger, Hitz-Rusch, Jaag, Jeker, Jenny, Kasper, Koch (Igis), Kunfermann, Locher Benguerel, Lorez-Meuli, Michael (Castasegna), Monigatti, Müller, Niederer, Niggli (Samedan), Noi-Togni, Paterlini, Perl, Peyer, Pfenninger, Pult, Sax, Schneider, Steck-Rauch, Steiger, Thomann-Frank, Thöny, Tomaschett-Berther (Trun), Toutsch, Troncana-Sauer, Valär, Vetsch (Pragg-Jenaz), Waidacher, Widmer-Spreiter, Cajacob, Tuor

Antwort der Regierung

Der zunehmende Mangel an qualifizierten Hausärzten ist auch im Kanton Graubünden existent und der Regierung bestens bekannt. Eine der Massnahmen, um dieser unerfreulichen Entwicklung entgegenzuwirken, ist das sogenannte Programm "Capricorn – Praxisassistenz im Kanton Graubünden". Seit 2010 übernimmt der Kanton 75% der Lohnkosten für eine halbjährige Praxisassistenz von vier angehenden Hausärzten jährlich. Aufgrund des offensichtlichen Erfolgs hat die Regierung den Umfang per 1. Januar 2015 auf sechs Praxisassistenzstellen (entsprechend drei Vollzeitäquivalenten) erhöht.

Wie im Auftrag festgehalten, mussten für das Jahr 2015 trotz der Erhöhung auf sechs Stellen Bewerber und Bewerberinnen abgewiesen werden. Damit in Zukunft keine Bewerbungen mehr abgelehnt werden müssen, wird im Auftrag verlangt, dass die Begrenzung auf sechs Stellen ab 1. Januar 2015 aufgehoben wird.

Die Regierung hat an ihrer Sitzung vom 3. Februar 2015 in Würdigung der erhöhten Nachfrage eine Erweiterung des Programms Capricorn von sechs auf acht Praktikumsplätze (entspricht 400 Stellenprozenten) beschlossen. Damit in Zukunft schneller und flexibler auf eine an sich erwünschte weitere Zunahme von Bewerbungen reagiert werden kann, hat die Programmleitung neu jährlich bis Ende Juni zu Handen des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit einen Bericht über den Programmverlauf zu erstellen. Damit kann gesichert werden, dass jährlich eine der Bewerbungslage entsprechende Stellenzahl bereitgestellt werden kann.

Die Regierung beantragt auf Grund der vorstehenden Ausführungen, den Auftrag entgegenzunehmen und als erfüllt abzuschreiben.

11. Februar 2015