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Anfrage Bigliel betreffend Digitalisierungsstrategie in der Bildung: Messbarkeit und Erfolgskontrolle im Rahmen des Lehrplans 21

Session: 12.02.2020

Am 15. März 2016 wurde der Lehrplan 21 GR inklusive Lektionentafeln von der Bündner Regierung genehmigt. Der neue Lehrplan trat ab Schuljahr 2018/19 für Kindergärten, Primarschulen sowie die 1. und 2. Klassen der Sekundarstufe 1 in Kraft. Im Schuljahr 2019/20 erfolgt die Umsetzung in der 3. Klasse der Sekundarstufe 1 auf der Basis entsprechender Weisungen.

Der Lehrplan 21 legt die Ziele für den Unterricht aller Stufen der Volksschule fest und ist ein Planungsinstrument für Lehrpersonen, Schulen und Bildungsbehörden. Daneben enthält der Lehrplan 21 die Lehrpläne für die Module «Medien und Informatik» sowie «Berufliche Orientierung». Diese Module beinhalten fächerübergreifende Aufgaben der Schule und gewährleisten für einen Kern dieser Aufgaben einen systematischen Aufbau von Kompetenzen.

Mit dem neuen Lehrplan erhält die Digitalisierung mehr Gewicht. So geht es im fächerübergreifenden Modul «Medien und Informatik» zum einen darum, den Mediengebrauch ausserhalb der Schule aufzugreifen und zu reflektieren. Zum anderen sollen Schüler mit Anwendungskompetenzen und grundlegenden Informatikkenntnissen auf die Berufswelt vorbereitet werden, da diese heute «praktisch in jedem Beruf erforderlich» seien, so die Ostschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz EDK-OST.

Das Modul «Medien und Informatik» wird im Lehrplan 21 wie folgt eingebettet:

●    Im Zyklus I, der die ersten vier Jahre einschliesslich Kindergarten umfasst, werden die Kompetenzbereiche Medien und Informatik nicht als eigenständiges Fach, sondern integriert in andere Fächer unterrichtet. Ziele des ersten Zyklus sind zum Beispiel, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Medien stufengerecht kreativ zu nutzen und sich über ihre eigene Medienerfahrung auszutauschen.

●    In den Zyklen II (3.–6. Schuljahr) und III (Sekundarstufe 1) empfiehlt der Lehrplan, dass die Schülerinnen und Schüler mindestens zwei Stunden «Medien und Informatik» pro Woche besuchen, um zentrale, grundlegende Themen systematisch erarbeiten zu können. Graubünden folgt der Forderung der EDK nicht, was zur Folge hat, dass weniger als die empfohlene Anzahl Stunden angeboten werden. Dies geht aus der im Juli 2018 publizierten Forschungsarbeit der Universität Freiburg mit dem Titel «Umsetzung mediale und digitale Bildung in den Kantonen» hervor.

Die Bündner Regierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm für die Jahre 2021 bis 2024 das Ziel gesetzt, den Bildungs- und Forschungsplatz zu stärken. Auf diese Weise soll Graubünden als innovativer und digitaler Gebirgskanton positioniert werden. «Die digitale Infrastruktur und die Bildung der Bevölkerung im Bereich der Digitalisierung bilden daher eine enorm wichtige Grundlage für die Entwicklung des Kantons», heisst es im Regierungsprogramm.

Vor diesem Hintergrund wollen die Unterzeichnenden von der Regierung wissen:

1.     Der systematische Aufbau und die Förderung digitaler Kompetenzen ist richtig und wichtig, denn spätestens in der Sekundarstufe ll und folgend (Berufslehre, Kantonsschule, Studium) müssen sich junge Menschen in der digitalen Welt bewegen und bewähren können. Entsprechend ist der Aufbau von digitalen Kompetenzen innerhalb der Volksschulzeit unabdingbar. Bezogen auf den Lehrplan 21 und das von der Regierung verfolgte Ziel, den Bildungs- und Forschungsplatz auf die digitale Zukunft auszurichten, stellt sich die Frage: Mit welcher Methodik und nach welchen Kriterien und Indikatoren wird der Kanton Graubünden den Erfolg der Volksschule beim Aufbau und der Förderung digitaler Kompetenzen messen? Dies im Wissen, dass das Schulinspektorat kürzlich eine Bestandsaufnahme zur regelkonformen Umsetzung des Lehrplans 21 durchgeführt hat, bei der die Ausstattung der Schulen mit ICT-Infrastruktur nicht aber die Erfolgsmessung des Moduls «Medien und Informatik» thematisiert wurde.

2.     Gemäss Finanzplan 2021 bis 2024 stellt die Regierung für die Volksschule jährlich durchschnittlich 38.6 Mio. Franken zur Verfügung. Wie viel dieser Mittel werden voraussichtlich in die Digitalisierung fliessen, bzw. zur Zielerreichung gemäss Regierungsprogramm beitragen?

Besten Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

Chur, 12. Februar 2020

Bigliel, Cantieni, Gugelmann, Berther, Danuser, Epp, Gasser, Giacomelli, Hefti, Hitz-Rusch, Holzinger-Loretz, Kohler, Kunfermann, Kuoni, Lamprecht, Loepfe, Mittner, Pfäffli, Preisig, Rettich, Ruckstuhl, Stiffler, von Ballmoos, Waidacher, Widmer-Spreiter (Chur), Zanetti (Sent)