Navigation

Inhaltsbereich

Session: 15.06.2023

Der Internationale Skiverband (FIS) hat angekündigt, im Jahr 2028 zum ersten Mal die FIS Games durchführen zu wollen. Es geht dabei um einen Event mit 16 Schneesportdisziplinen wie Ski alpin, Freestyle und Ski nordisch, Snowboard, Telemark usw. Nach 2028 sollen die FIS Games alle 4 Jahre, in denen keine Grossanlässe (WM oder Olympia) organisiert werden, stattfinden.

Für die FIS Games werden jetzt Gastgeberländer gesucht. Die FIS hat die Frist für die Einreichung von Bewerbungen extrem kurz auf den 1. November 2023 festgelegt.

Graubünden ist die Schneesportdestination schlechthin. Bereits mehrmals hat unser Kanton als Gastgeber von Sportevents der ganzen Welt bewiesen, dass Grossanlässe in Graubünden möglich sind. Hingegen hat das Volk die Durchführung von Olympischen Winterspielen abgelehnt. Dieses Projekt wurde als eine Schuhnummer zu gross beurteilt.

Die vorgesehenen FIS Games werden genau in den Disziplinen durchgeführt, in welchen unser Kanton sehr grosse Kompetenz bewiesen hat und auch bereits viele Infrastrukturen zur Verfügung stehen. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die erste Durchführung der FIS Games weltweit eine sehr grosse Aufmerksamkeit haben wird. Zudem könnte die erste Durchführung auch für zukünftige FIS Games einen Massstab setzen und es besteht somit die Chance, die Punkte, welche bei einer Olympiakandidatur kritisiert wurden, von Anfang an besser zu organisieren. So zum Beispiel den Gigantismus und die fehlende Nachhaltigkeit.

Wir bitten die Regierung um Auskunft zu folgenden Fragen:

  1. Ist die Regierung bereit, eine Kandidatur für die FIS Games 2028 zusammen mit den Wintersportdestinationen zu prüfen?
  2. Ist die Regierung bereit, in diesem Zusammenhang mit anderen Kantonen oder mit Swiss Ski oder Swiss Olympic Kontakt aufzunehmen?
  3. Ist die Regierung auch der Meinung, dass die Durchführung eine grosse Chance wäre, Graubünden als Schneesportdestination schlechthin der ganzen Welt zu präsentieren?

Klosters, 15. Juni 2023

Rauch, Mani, Rüegg, Adank, Altmann, Bardill, Bärtsch, Bavier, Berweger, Bischof, Bisculm Jörg, Brandenburger, Brunold, Bundi, Cahenzli-Philipp (Untervaz), Candrian, Casutt, Censi, Cola Casaulta, Collenberg, Cortesi, Danuser (Cazis), Degiacomi, Della Cà, Derungs, Dietrich, Dürler, Epp, Favre Accola, Föhn, Furger, Gansner, Gort, Grass, Hartmann, Hoch, Hug, Jochum, Kappeler, Kienz, Koch, Kocher, Kohler, Krättli, Lamprecht, Lehner, Loepfe, Loi, Luzio, Menghini-Inauen, Metzger, Michael Beni (Donat), Morf, Preisig, Rageth, Righetti, Roffler, Salis, Saratz Cazin, Sax, Schutz, Sgier, Spagnolatti, Tomaschett, von Tscharner, Wieland, Zanetti (Sent)

Antwort der Regierung

Die FIS Alpine Ski Weltmeisterschaften fanden 2003 und 2017 in St. Moritz statt. Der Verein Alpine Ski Weltmeisterschaften konnte diese Weltmeisterschaften dank der vorhandenen Veranstaltungskompetenz und mit finanzieller Unterstützung von Bund, Kanton und Gemeinden erfolgreich durchführen. Regelmässig finden in Graubünden verschiedene FIS Weltcup-Rennen statt (Arosa, Chur, Davos, Laax, Lenzerheide, Scuol, St. Moritz). Im Jahr 2025 finden im Oberengadin die FIS Freestyle World Championships 2025 Engadin/St. Moritz statt. Ebenfalls im Jahr 2025 werden in der Lenzerheide die Biathlon Weltmeisterschaften der International Biathlon Union (IBU) durchgeführt. Zudem finden im Jahr 2029 die Special Olympic World Winter Games in Chur, Arosa und Lenzerheide statt. Bereits ein Jahr zuvor werden als Hauptprobe die Special Olympic National Winter Games 2028 in denselben drei Gemeinden veranstaltet.

Für die Durchführung von internationalen Grossanlässen wie Weltmeisterschaften oder auch die FIS Games bedarf es einer lokalen oder regionalen Trägerschaft, die zusammen mit den Gemeinden, dem nationalen Sportverband und Bergbahngesellschaften die organisatorische und finanzielle Verantwortung übernimmt. Der Bund und der Kanton können Beiträge an die Durchführung von Grossveranstaltungen sowie an den Bau von erforderlichen permanenten Infrastrukturen leisten. Der Kanton tritt nicht als Veranstalter auf.

Zu Frage 1: Die Destination Engadin St. Moritz prüft derzeit zusammen mit Swiss Ski eine solche Kandidatur. Der Kanton kann eine Kandidatur für die FIS Games 2028 unterstützen, wenn die Kriterien gestützt auf das Gesetz über die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Graubünden (GWE; BR 932.100) sowie der Förderrichtlinie des Departements für Volkswirtschaft und Soziales betreffend Beiträge an Veranstaltungen (AWT 43/21) erfüllt werden.

Zu Frage 2: Die Initianten aus der Destination Engadin St. Moritz stehen zusammen mit Swiss Ski bereits in Kontakt mit dem Bundesamt für Sport (BASPO) und Swiss Olympic. Der Kanton ist bei Bedarf bereit, weitere erforderliche Kontakte zu knüpfen.

Zu Frage 3: Die Unterstützung von Kandidaturen sowie für die Durchführung von international bedeutsamen Grossveranstaltungen ist Teil des Regierungsprogramms 2021–2024. Die Regierung anerkennt das Potenzial derartiger Veranstaltungen hinsichtlich Standortpromotion sowie Tourismusentwicklung. Dies insbesondere dann, wenn die Sportveranstaltung weitgehend auf bestehenden – bereits für frühere Veranstaltungen (Ski Weltmeisterschaften oder Freestyle Weltmeisterschaften) genutzten – Infrastrukturen durchgeführt wird. Die Regierung wird Grossveranstaltungen auch künftig im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und finanziellen Möglichkeiten unterstützen. 

9. August 2023