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30. World Economic Forum 2000 in Davos

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Ein friedlicher Verlauf, der die Welt zusammenführt und dem Frieden ein Stück näher bringt und klaffende Unterschiede überwindet, ist für die Bündner Kantonspolizei der höchste Lohn.
Die Kantonspolizei Graubünden steht wiederum vor ihrer bedeutendsten jährlichen Herausforderung. Sie hat zusammen mit ihren Partnern die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am World Economic Forum (WEF) in Davos zu gewährleisten. Eine Vielzahl von Staats- und Ministerpräsidenten sowie Ministern aus der ganzen Welt werden erwartet. Dazu gesellen sich wichtige Exponenten aus der Wirtschaft und Wissenschaft. Die Teilnehmer stammen oft aus Ländern, die eine besondere Gefährdung erwarten lassen. Dennoch darf der sprichwörtliche "Geist von Davos" nicht durch polizeiliche Massnahmen erstickt werden. In diesem schwierigen Umfeld ist sich die Kantonspolizei Graubünden ihrer Verantwortung bewusst. Das Sicherheitsdispositiv wurde der aktuellen Lage angepasst. Dies erfolgte insbesondere auch auch unter dem Gesichtspunkt der angekündigten Demonstrationen gegen das World Economic Forum. Die Polizei setzt alles daran, Ausschreitungen zu verhindern. Gewalt gegen fremdes Eigentum werden wir nicht dulden und mit aller Deutlichkeit ahnden.

Die Sicherheitsphilosophie ist die gleiche geblieben.
Es geht darum, massgeschneiderte Lösungen für die besondere Lage von Davos und seiner Gäste zu treffen, ohne sie unnötig einzuengen. Da jedes Sicherheitsdispositiv aus polizeilicher Sicht nur so gut ist wie die Geheimhaltung darüber, werden keine Angaben über Bestände und Massnahmen gemacht. Die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am World Economic Forum steht im Zentrum. Sie wird konsequent gehandhabt und bezieht sich sowohl auf diejenigen Teilnehmer, denen gegenüber der Bund gestützt auf das Wiener Abkommen völkerrechtliche Schutzverpflichtungen eingegangen ist, wie auch auf die besonders gefährdeten Teilnehmer aus der Wirtschaft.

Gemeinsam für Sicherheit

Die Gesamtleitung der sicherheitspolizeilichen Massnahmen obliegt dem Kommandanten der Kantonspolizei Graubünden Markus Reinhardt. Die bündnerischen Polizeikräfte werden verstärkt durch Kontingente aus dem Ostschweizerischen Polizeikonkordat (SH, SG, AI, AR, GL, TG, GR) und der Stadtpolizei St. Gallen und des Fürstentums Liechtenstein sowie mit Einsatzkräften aus beiden Zürcher Polizeikorps (Kanton und Stadt). Das Grenzwachtkorps (GWK) arbeitet seit Mitte Januar 2000 rund um die Schweiz und rund um die Uhr nach Zielsetzungen zu Gunsten der Sicherheit des WEF. Es versucht bei seinen Kontrollen ganzjährig als seine bedeutendste Aufgabe all jene Personen herauszufiltern, welche die innere Sicherheit in der Schweiz gefährden könnten. Diese Priorisierung gilt vor und während dem WEF noch viel ausgeprägter. Die Grenzwache, verstärkt mit Festungswächtern, bildet für das WEF sozusagen den äusseren Sicherheitsring. Weitere Partner wie die Landschaftspolizei Davos, die Stadtpolizei Chur und die Securitas verdichten das Dispositiv. Der Sanitätsdienst wurde in Zusammenarbeit mit dem Spital Davos, der Ärzte und der Einsatzleitstelle des Sanitätsnotrufs 144 (EL SNR 144, Ilanz) dem Anlass entsprechend ausgebaut. Das gleiche gilt auch für die Einsatzplanung der Davoser Feuerwehren.
Erstmals werden am 30. WEF in Davos auch Polizeikräfte aus dem Zentralschweizer Polizeikonkordat (LU, NW, OW, UR, SZ, ZG, ZG Stadt, LU Stadt) und aus dem Norwestschweizer Polizeikonkordat (SO, AG, BL, BS, BE, BE Stadt) eingesetzt. Die besondere geografische Lage von Davos erleichtert und erschwert diese Aufgabe zugleich. Die eingesetzten Kräfte werden bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit beansprucht. Der Dienst in Davos ist ausserordentlich streng und duldet keine Halbheiten. Konsequenz und Professionalität sind Spiegelbild davon. In Davos sind nicht nur Sicherheitsaufgaben zu bewältigen, ebenso wichtig ist die Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses auf den Zufahrtsstrassen und die Gewährleistung des ordentlichen Winterbetriebes in einer bedeutenden Wintersportstation.

Armeeunterstützung

Der Sicherheitsausschuss des Bundesrates hat am 18. Januar 2000 das Gesuch der Bündner Regierung vom 10. Januar 2000 betreffend Einsatz von Teilen des Festungswachtkorps bewilligt. Das Polizeikommando ist froh, dass diese zusätzliche Unterstützung gewährt worden ist. Damit können die vorgesehenen Polizeikräfte der Kantonspolizei Graubünden und ihrer Partner für eigentliche Polizeiaufgaben eingesetzt werden. Dazu gehören insbesondere der Personenschutz, die Kontrollen auf den Zufahrtsachsen, die ordnungsdienstlichen Aufgaben und die Verkehrsregelung. Der Objektschutz in Davos selber wird ebenfalls durch Polizeikräfte sichergestellt.
Die Kräfte des Festungswachtkorps (FWK) werden im Rahmen eines subsidiären Sicherungseinsatzes der Kantonspolizei Graubünden zugewiesen. Das Polizeikommando Graubünden übernimmt deshalb die Einsatzverantwortung (Aufträge). Die Führungsverantwortung verbleibt beim Einsatzleiter des Festungswachtkorps. Die Angehörigen des Festungswachtkorps werden in enger Zusammenarbeit mit der Polizei in gemischten Detachementen und unter Führung des Polizeikommandos Graubünden im Rahmen ihres Einsatzes für die Bewachung und Ueberwachung von Infrastrukturen ausserhalb Davos eingesetzt. Die Armee stellt der Polizei auch Helikopter zur Verfügung.

Polizeipräsenz wirkt präventiv

Die starke Polizeipräsenz während des WEF in Davos und auf den Zufahrtsachsen Prättigau und Landwasser, wirkt sich immer auch präventiv aus. Der Polizeiposten Davos stellt regelmässig während des WEF eine massiv reduzierte Kriminalität fest. Vermögensdelikte bleiben praktisch gänzlich aus. Die Sicherheit beginnt aber nicht erst in Davos. Dazu ist eine konsequente Streckensicherung unerlässlich. Das jährlich zunehmende Verkehrsaufkommen strapaziert die Bevölkerung und die Polizei bis an die Erträglichkeitsgrenze. Auch dafür braucht es Verständnis.
Quelle: Kantonspolizei Graubünden
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