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Die Kantonspolizei Graubünden hat am Montagvormittag an einer Medienkonferenz in Chur die Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 vorgestellt. Das Deliktsaufkommen bei den Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch hat gegenüber dem Vorjahr um 23 % zugenommen. Diese Zunahme ist insbesondere durch die steigenden Zahlen bei den Vermögensdelikten und den Delikten der digitalen Kriminalität begründet. Positiv zu werten ist der leichte Rückgang von 13% bei den Sexualdelikten sowie bei den Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt.

Im Kanton Graubünden wurden im vergangenen Jahr 13'280 Straftaten erfasst. Das sind 2'046, d.h. rund 15 % mehr als im Jahr 2022. Den grössten Teil machen die Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB) aus, nämlich 10'528 (Vorjahr 8'531). Vom höheren Deliktsaufkommen ist hauptsächlich das Gebiet der Stadt Chur betroffen, wo 45 % aller StGB-Delikte gesetzt worden sind. 48 % der Delikte wurden von Schweizerbürgern und 26 % von Personen, welche in der Schweiz eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung haben, begangen.

30 % mehr Straftaten gegen das Vermögen
66 % aller Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch betreffen Straftaten gegen das Vermögen. So haben die Vermögensdelikte im 2023 um 30 %, nämlich von 5'289 auf 6'867 zugenommen. Den grössten Anteil der Vermögensstraftaten machen die Diebstähle mit 2'772 (2'354) aus. Auffallend sind hierbei insbesondere die Zunahmen von 59% bei den Ladendiebstählen und von 55% bei den Fahrzeugdiebstählen, wobei das Deliktsgut fast ausschliesslich aus E-Bikes (44%) und Fahrrädern (53%) besteht. Steigend sind auch die Betrugsdelikte (+86%). Auffallend hierbei ist, dass über ¾ dieser Fälle einen digitalen Bezug haben.

Stagnierende Zahlen bei den Betäubungsmitteldelikten – Kokain auf dem Vormarsch
Die Zahlen im Bereich der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz bewegen sich seit mehreren Jahren leicht schwankend auf etwa demselben Niveau. Dies gilt sowohl für den Konsum wie auch den Handel. Von den insgesamt 1'185 Straftaten wurden 461 in Chur, 327 im Engadin und 284 in der Region Rhein-Moesa registriert. Konsumiert werden nebst Mischkonsums vorwiegend Hanfprodukte, im Bereich des Handels hingegen ist Kokain (37%) auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung ist u.a. durch die hohe Verfügbarkeit und den tiefen Preis von Kokain begründet und international wie auch schweizweit zu beobachten.

Keine Tötungsdelikte und Rückgang bei Straftaten häuslicher Gewalt um 13%
Die Gewaltstraftaten bewegen sich mit 702 Straftaten seit einigen Jahren, mit Ausnahme von 2021 (Corona), auf konstantem Niveau. Bei den schweren Gewaltstraftaten wurde gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 45 auf 43 Fälle verzeichnet. Dabei handelt es sich bei 26 Fällen um schwere Körperverletzungen und bei 16 um Vergewaltigungen. Von den Delikten schwerer angewandter Gewalt konnten 88.4 % (91.1 %) aufgeklärt werden. Erfreulich ist, dass im 2023 weder ein vollendetes noch ein versuchtes Tötungsdelikt ausgewiesen werden muss.

Im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt sind im 2023 246 strafrechtliche Delikte registriert worden. Dies entspricht einem Rückgang von 13 %. Am häufigsten sind dabei die Straftatbestände Drohung (59), Tätlichkeiten (57) und einfache Körperverletzung (36). Die Hälfte aller Fälle häuslicher Gewalt betreffen partnerschaftliche Beziehungen.

Stark ansteigende Zahlen im Bereich der digitalen Kriminalität
Die Anzahl Delikte im Bereich der digitalen Kriminalität sind im Vergleich zum 2022 um 121 % auf 1'139 (516) registrierte Fälle angestiegen. Über 90 % der Delikte betreffen Cyberwirtschaftskriminalität, 7 % Cybersexualdelikte und 1% Cyber-Rufschädigung und unlauteres Verhalten. Bei 55 % aller Straftaten der digitalen Kriminalität handelt es sich um Cyberbetrug. Betrüge auf Kleinanzeigeplattformen belegen die Spitzenposition.

Die detaillierte Kriminalstatistik des Kantons Graubünden kann im Internet unter www.kapo.gr.ch/service/statistik eingesehen werden.

Technisches Sicherstellen eines Schuhabdrucks
Symbolbild
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