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Personalchefs diskutieren Fragen der psychischen Belastung am Arbeitsplatz

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Die 'Erfa-Gruppe der Personalchefs und Firmenleiter von Chur und Umgebung' trafen sich am 21. 8. 1997 in der Klinik Waldhaus zu einem Erfahrungsaustausch (Erfa) zum Thema seelische Störungen, Burn-out und Mobbing am Arbeitsplatz.

In den Jahren nach 1991 ist nach Chefarzt Dr. Bünter die Anzahl der Patientenaufnahmen in die Klinik Waldhaus stark angestiegen. Ist dieser Anstieg alleine auf die umfassende Modernisierung der Klinik zurückzuführen und auf eine Öffnung für Betroffene, die in ihrem 'Hilfesuchverhalten' eingeschränkt sind? Oder gibt es einen Zusammenhang zu der etwa im gleichen Jahr einsetzenden ökonomischen Rezession?
Beide Aspekte haben ihre Gültigkeit: In der Bevölkerung haben etwa 20 % psychische Probleme, 2 % sind psychisch krank und brauchen Behandlung, 2 °/oo sind wegen schwerer psychischer Erkrankungen nicht arbeitsfähig und benötigt institutionelle Hilfe, so das Verhältnis, wie es vom englischen Sozialpsychiater Wing beschrieben wurde. Die Häufigkeit schwerer psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie und endogener Depression ist weltweit ungefähr gleich, weitgehend unabhängig von ökonomischen und kulturellen Zusammenhängen. Daneben gibt es aber einen Bereich von Störungen der psychischen Befindlichkeit, die in ihrem Erscheinungsbild mannigfaltig sind und sich von Schlaflosigkeit, Angstsymptomen, nervöser Unruhe, Stresserleben bis hin zu beunruhigendem Suchtmittelkonsum, Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch erstreckt. Und hier schlagen sich die wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre durchaus nieder. Die Wirtschaftsführer wurden aufgerufen, die Integrationsbemühungen nach einer durchlebten Krankheit in Form von neuen Beschäftigungsformen aktiv zu unterstützen.
Was also sollen wir tun, um unsere Seele gesund zu halten, wurde der Psychiater gefragt. Und seine Antwort: "Geht ein bisschen freundlicher miteinander um. Die Gesellschaft muss die menschlichen Grundbedürfnisse berücksichtigen. Nehmen sie im Ernstfall das richtige Medikament. So könnte viel Leid in der Gesellschaft vermieden werden."
Jahr: 1998
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