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Regierung befürwortet Konzept für die Erweiterung des Schweizerischen Nationalparks

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Der Schweizerische Nationalpark (SNP) umfasst heute 169 km2. Gemäss Konzept der Eidg. Nationalpark-Kommission (ENPK) und der Direktion des SNP soll diese Fläche auf rund 500 km2 erhöht werden. Die Regierung steht dem Vorhaben positiv gegenüber.

(staka) Mit einer Fläche von 169 km2 rangiert der SNP unter den Nationalparks der Alpen flächenmässig an zweitletzter Stelle. Naturschutzbiologische Grundlagen zeigen jedoch, dass ein Naturschutzpark wesentlich grösser sein muss, wenn die Artenvielfalt vollumfänglich erhalten werden soll. Aus diesen Überlegungen heraus unterbreiten die Verantwortlichen des SNP ein Konzept für die Erweiterung des Nationalparks. Das Papier wurde nach zahlreichen Orientierungen und Diskussionen in der Region und im Einvernehmen mit der ENPK erarbeitet. Es sieht neu für den SNP eine Kernzone und eine Umgebungszone vor. Die Kernzone, die weitgehend das Gebiet des bestehenden Nationalparks umfasst, soll um mindestens 30 km2 auf 200 km2 erweitert werden. In diesem Gebiet soll die Natur vom Menschen nicht genutzt, sondern sich selbst überlassen werden. Die neu zu schaffende Umgebungszone soll rund 300 km2 umfassen und würde die Kernzone mit einem Schutzgürtel umfassen. Darin hätte der Schutz von Lebensräumen und der einheimischen Arten Priorität.
Die Regierung befürwortet grundsätzlich dieses Konzept, weist jedoch darauf hin, dass die Ausscheidung der zusätzlichen Kernzone keine unabdingbare Voraussetzung für die Erweiterung des SNP bilden dürfe. Darüber hinaus ist sie der Auffassung, dass die Anliegen der Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und Fischerei sowie des Tourismus gebührend mitberücksichtigt werden müssen und nicht einem restriktiven Schutzgedanken untergeordnet werden dürfen. Für die weiteren konzeptionellen und rechtlichen Abklärungen, insbesondere für das Festlegen der Schutzbestimmungen und die Abgrenzung der Umgebungszone, erachtet sie es als sinnvoll und notwendig, eine projektbegleitende Kommission einzusetzen.
Der SNP im Engadin und Münstertal wurde am 1. August 1914 als erster Nationalpark in Mitteleuropa und in den Alpen gegründet. Die Initiative hierfür ging von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft aus.

Vernehmlassungen an den Bund
In ihrer Stellungnahme an Bundesrätin Ruth Dreifuss lehnt die Regierung den Vorentwurf zum Erlass eines Heilmittelgesetzes ab. Zur Begründung macht sie im wesentlichen geltend, dass die Aufgabenteilung zwischen dem Bund und den Kantonen in vielen Punkten offen oder unklar sei, die Regelung des Vollzuges den Interessen der Kantone ungenügend Rechnung trage und der Detaillierungsgrad des Gesetzes zu hoch sei.
Demgegenüber befürwortet die Regierung in ihrer Stellungnahme an Bundesrätin Ruth Dreifuss die vorgeschlagene Revision der Verordnung über Getränkeverpackungen. Danach sollen Händler, Hersteller und Importeure, die nicht finanziell an einer privaten Recyclingorganisation beteiligt sind, verpflichtet werden, die aus ihrem Sortiment stammenden gebrauchten Getränkeverpackungen zurückzunehmen und zu verwerten.

Kulturbeiträge
Die Regierung gewährt zu Lasten des Landeslotterie-Fonds Beiträge resp. Defizitgarantien im Gesamtbetrag von 142'000 Franken an die folgenden kulturellen Projekte:
Herausgabe des Buches "Alberto Giacometti. La somiglianza introvabile" von Jean Soldini,
Herausgabe des Buches "Vorfahren - Nachkommen / Bündner Auswanderer aus Klosters und Davos nach Amerika im 19. Jahrhundert" von Ursula Lehmann-Gugolz,
Herausgabe des Heimatbuches "Mesolcina - Calancatal",
Domleschger Sommerkonzerte 1997,
Vier Konzerte des Chors La Cantata im November 1997 in Graubünden,
Vier Konzerte des Bündner Vokalensembles im August/September 1997 in Graubünden,
Dokumentarfilm "Blackbox" (u.a. mit Werner Lüdi) von Bruno Moll,
3. Holzbildhauer-Symposium vom 6. bis 12. Juli 1997 in Sur En/Sent,
7. Romanischen Literaturtage vom 15. bis 17. August 1997 in Domat/Ems,
Ein von der Pro Grigioni Italiano, Sezione Moesana, veranstaltetes Konzert ("Il canto delle pietre") im Herbst 1997 in San Vittore,
Jubiläumskonzerte zum 20jährigen Bestehen des Folk Club Chur, sofern die Stadt Chur einen gleich hohen Beitrag leistet,
Herausgabe der CD "Milano" durch die Jazzformation "Szilla",
Videoprojekt "Horsvoir V" von Ruedi Stamm und Michael Fontana,
Konzert des Chors "Proget 97" - unter Mitwirkung des Baritons Simon Estes - vom 22. Dezember 1997 in Scuol,
Filmprojekt "Tamangur",
Veranstaltungsprogramm der Klibühni im 2. Halbjahr 1997,
Chapella Open Air vom 26./27. Juli 1997,
Aufführungen der Oper "Zauberberg" von Robert Grossmann, Paspels, vom 24. und 25. Oktober 1997 in Chur und Davos,
Internationale Musik Festival Davos vom 18. Juli bis 16. August 1997,
Herausgabe der CD "L'emprema ga..." durch die Lugnezer Musikgruppe Calcedon,
Kulturprogramm "Klup" für Schülerinnen und Schüler in Mittelbünden im Schuljahr 1997/98, und
Veranstaltungen des Kino-Theaters Rätia, Thusis, von August bis Dezember 1997.

Inkrafttreten des kantonalen Gewässerschutzgesetzes
Am 8. Juni 1997 hat das Bündner Volk der Totalrevision des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer gegen Verunreinigung mit grossem Mehr zugestimmt. Die Regierung setzt nun dieses Gesetz auf den 1. Oktober 1997 in Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt tritt auch die dazugehörige grossrätliche Verordnung in Kraft.

Aus Regionen und Gemeinden
Die Regierung genehmigt die von der Gemeinde Churwalden im Hinblick auf eine Änderung des Projekts Schneeanlage Stätzerhorn (Speichersee) erlassene Nutzungsplanung.
Das Vorprojekt für den Um- und Anbau sowie Sanierungen der Alterssiedlung "Im Bodmer" wird teilweise gutgeheissen.
Die Erweiterung und Sanierung des bestehenden Schulhauses in Obertschappina wird mit Bedingungen und Auflagen definitiv genehmigt.
Definitiv genehmigt werden auch die Sanierung der bestehenden Schulsportanlage in Stierva, sowie die Erweiterung der Schulanlage in Paspels.
Mit Bedingungen und Auflagen wird das Vorprojekt der Gemeinde Trimmis für den Neubau einer Doppelturnhalle sowie das Umnutzungskonzept für die alte Turnhalle und weiterer Räumlichkeiten in der Primarschulanlage grundsätzlich genehmigt.
Ebenfalls genehmigt wird die Verfassung der Gemeinde Mathon.
Für verschiedene Strassenbau-Projekte im Kanton werden Kredite im Gesamtbetrag von rund 1.5 Mio. Franken freigegeben.

Personelles
Stefan Grisch, geb. 1948, von Sur, wohnhaft in Bonaduz, wird Leiter der IV-Stelle. Er tritt seine Stelle am 1. Juli 1997 an.
Jahr: 1998
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