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Alptransit: Regierung kämpft um Mittel für begonnene Arbeiten

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In einem Schreiben an Bundesrat Moritz Leuenberger setzt sich die Regierung für die Bündner Alptransit-Projekte und deren Finanzierung ein.

(staka) Kürzlich wurde eine Bündner Behördendelegation in Bern von Vertretungen des Bundesamts für Verkehr und der SBB orientiert über den Stand des Zwischenangriffs Sedrun und der Alptransit-bedingten Ausbauten in der Surselva. Im Anschluss an diese Besprechung legt die Bündner Regierung wert darauf, gegenüber Bundesrat Moritz Leuenberger auf einige Punkte hinzuweisen, die für den Alptransit insgesamt von besonderer Bedeutung sind.

Zwischenangriff Sedrun vorantreiben
Der Bundesrat wird ersucht, bei den Freigabe-Varianten für den gesperrten Teil des zweiten Verpflichtungskredits darauf hinzuwirken, dass die Realisierung des Zwischenangriffs Sedrun finanziell gesichert ist. Damit wird nämlich für dieses Projektelement die nötige Planungs- und Ausführungssicherheit wiederhergestellt, was im Interesse aller Beteiligten liegen muss.
Der Zwischenangriff Sedrun ist ein zentrales, gleichzeitig aber auch ein zeitkritisches Projektelement für den Bau der Gotthard-Basislinie. Er befindet sich in einem Gebiet mit schwierigen geologischen Verhältnissen. Seine vorgezogene Genehmigung und die vorzeitige Aufnahme der Bauarbeiten erfolgte denn auch mit Blick darauf, den Gotthard-Basistunnel möglichst frühzeitig in Betrieb nehmen zu können. Die Regierung ist sich durchaus bewusst darüber, dass die in der Folge mit der geologischen Situation der Piora-Mulde Unsicherheiten entstanden sind. Gerade weil der Vortrieb dort aufgehalten werden könnte, ist es wichtig, dass der Gegenvortrieb von Sedrun, als dessen Zugang der Schacht dient, ohne Verzug aufgenommen werden kann.
Die Regierung weist zudem darauf hin, dass es sich beim Zwischenangriff Sedrun um ein Grossprojekt handelt, das sich bereits im Bau befindet und für die beteiligten Firmen in organisatorischer, technischer und rechtlicher Hinsicht hohe Anforderungen stellt. Der Bauablauf kann daher nicht beliebig und kurzfristig geändert werden. Die Grossbaustelle bringt zudem für die Gemeinde Tujetsch erhebliche Belastungen für das touristische Angebot mit sich. Bund und SBB haben daher wiederholt betont und auch zugesagt, dass die Bauarbeiten in der Gemeinde Tujetsch zügig vorangetrieben werden.

Tunnel von Disentis fertigstellen
Aus dem gesperrten Teil des zweiten Verpflichtungskredits sind unbedingt die nötigen Mittel freizugeben, damit die Finanzierung des Tunnels von Disentis sichergestellt ist und die Bauarbeiten innert des Terminplans abgeschlossen werden können.
Die in Zusammenhang mit dem Alptransit stehenden Ausbauten der RhB und der FO sind alle ausführungsreif und befinden sich teilweise schon im Bau. Dies gilt insbesondere auch für den Tunnel von Disentis, dessen Bau für die Gemeinde Disentis/Mustér ebenfalls mit erheblichen Belastungen verbunden ist.

Weitere Mittel für RhB und FO
Damit die FO den Tunnel von Disentis fertigstellen und die RhB die Energieversorgung und Sicherungsanlagen bereitstellen können, benötigen die beiden Bahnunternehmen aus dem gesperrten Teil des zweiten Verpflichtungskredits insgesamt rund 25 Mio. Franken. Die Regierung ersucht den Bundesrat darauf hinzuwirken, dass auch diese Mittel freigegeben werden können. Damit können Arbeiten fortgeführt und als Zwischenetappe fertiggestellt werden, die auch dann einen unmittelbaren Nutzen abwerfen, wenn sich allenfalls weitere Verzögerungen beim Realisieren des Alptransit-Projekts ergeben sollten.

Auskunftspersonen:
Regierungsrat Luzi Bärtsch, Tel. 081-257 36 01
Gion Cotti, juristischer Mitarbeiter, Tel. 081-257 36 13
Jahr: 1998
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