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Abschluss der Herbstjagd 1999

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Am 15. Dezember 1999 ist die Sonderjagd auf Hirsch- und Rehwild zu Ende gegangen. Es beteiligten sich 1'340 Jäger/innen (1998: 1'203, 1997: 980, 1994: 648). Das Ziel, mit ausgeglichenen Beständen in den Winter und ins Jahr 2000 zu gehen, konnte weitgehend erreicht werden. Der Abschussplan wurde beim Hirschwild zu 95% und beim Rehwild zu 98% erreicht. Die Ergebnisse sehen im Detail wie folgt aus.

a) Hirschwild
Mit dem Ziel, die Bestände zu stabilisieren und örtlich zu reduzieren, waren dem in den letzten Jahren auf 12'800 Stück angewachsenen Bestand, 4'350 Stück oder 34% zu entnehmen. Auf der Hochjagd fielen 2'731 und auf der Sonderjagd 1'198 Stück. Die Wildhut brachte 200 Stück - verwaiste Kälber, verletzte und schadenstiftende Tiere - bei. Die Strecke beläuft sich insgesamt auf 4'117 Stück, womit der Abschussplan zu 95% erfüllt wurde.

Hirschwildstrecken 1999 Total Stiere Kühe Kälber
Hochjagd (inkl. Abschüsse Wildhut) 2'850 1'531 1'223 96
Herbstjagd (inkl. Abschüsse Wildhut) 1'279 110 583 586
Total (Plan = 4'350) 4'129 1'641 1'806 682


Die Zusammensetzung der Strecke nach Geschlechter ist insgesamt gut (GV 1:1.08). Das ungünstige Geschlechterverhältnis der Hochjagdstrecke (1:0.8) konnte mit der Sonderjagd (1:2.33) korrigiert werden.
Die Differenzen zum Abschussplan sind im Wesentlichen im Gebiet Rätikon/Calanda und um den Schweizerischen Nationalpark zu verzeichnen. Die Jagden wurden im Norden am 24. November infolge Schneefalls und am 12. Dezember auf Grund der schlechten Wettervorhersage unterbrochen. Die Jagden nahmen einen guten Verlauf. Die Jäger/innen gingen besonnen ans Weidwerk und befolgten die Anweisungen. Derart konnten die Abschusspläne weitgehend eingehalten werden. Die Zahl der Kontraventionen ist gering.

b) Rehwild
Zur Herstellung einer natürlichen Bestandesstruktur waren - unter Berücksichtigung eines geringeren Nachwuchses in diesem Sommer - zur Bockstrecke (gleich 40%) Geissen und Kitze (gleich 60%) zu erlegen. Auf der Hochjagd fielen 2'310 und auf der Sonderjagd 249 Rehe. 117 Stück brachte die Wildhut bei (verwaiste Kitze, verletzte und schadenstiftende Rehe). Zur Strecke kamen insgesamt 2'676 Stück, womit der Abschussplan zu 98% erfüllt wurde.

Rehwildstrecken 1999

Total

Böcke

Geissen

Kitze

Hochjagd (inkl. Abschüsse Wildhut)

2'346

1'100

1'195

51

Herbstjagd (inkl. Abschüsse Wildhut)

330

19

143

168

Total (Plan = 2741)

2'676

1'119

1'338

219


Das GV der Gesamtstrecke ist, in Berücksichtigung des Überhanges an Geissen im Bestand, gut. Der Kitzanteil liegt mit 8.2% leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres.
Rehwild ist heute weniger zu sehen. Die überzähligen, aus dem Lebensraum Wald verdrängten Rehe in Reben und Gärten und nahe gelegenen Waldrändern sind weniger vorhanden. Wo und in welchem Ausmasse auch eine Abnahme des Bestandes eingetreten ist, wird durch die Bestandesaufnahmen verifiziert.

c) Fazit
Die Sonderjagd stellt ein geeignetes Mittel dar, zur Herstellung örtlich ausgeglichener Bestände. Die Regulation erfolgt zur Hauptsache während der Hochjagd. Die Hochjagdstrecke ist aber abhängig vom Wetter und von den Äsungsverhältnissen. Zudem können Tiere, die sich in Refugien aufhalten (z. B. im Schweizerischen Nationalpark, über der Landesgrenze, in natürlichen und ausgeschiedenen Schutzgebieten) nicht erreicht werden. Schliesslich fallen auf der Hochjagd immer mehr Hirschstiere als weibliches Wild. Demnach vermag eine den regionalen Verhältnissen angepasste Sonderjagd, die grös-seren oder kleineren Differenzen zum Abschussplan auszugleichen. Die Jäger sind sich in zunehmendem Masse der Aufgabe der Sonderjagd bewusst und bestrebt, das Richtige zu tun: ihre Beute als einen Bestandteil der notwendigen Entnahme zu betrachten, um einen widerstandsfähigen, den harten Winterbedingungen trotzenden Bestand herzustellen. Die Anpassung der Bestände an die Wintereinstände, bietet am besten Gewähr, dass diese einen normalen Winter ohne grosse Verluste und ohne erhebliche Schäden zu verursachen, überstehen. In der Tat, seit der Einführung der Sonderjagd auf Hirschwild war kein Wintersterben mehr zu verzeichnen. Zur wildgerechten Regulierung ist eine Sonderjagd auch in Zukunft nötig und zweckmäs-sig. Sie wandelt sich zu einem festen Bestandteil unserer Jagd - zur Herbstjagd, die in den meisten Regionen bereits zur Tradition wird.
 
Gremium: Jagd- und Fischereiinspektorat Graubünden
Quelle: dt Jagd- und Fischereiinspektorat Graubünden
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