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Zivilschutz ergänzt die Armee bei Einsätzen für Grossveranstaltungen

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Mit dem neuen Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz ändert sich das Tätigkeitsfeld des Zivilschutzes massgeblich. Im Vordergrund steht nicht mehr der Schutz der Zivilbevölkerung im Kriegsfall, sondern prioritär die Hilfeleistung im Krisen- und Katastrophenfall. Zudem wird der Zivilschutz künftig vermehrt anstelle der Armee Einsätze zu Gunsten der Öffentlichkeit ausführen.

Da die Armee für den Auf- und Abbau der Infrastrukturen bei Gross-veranstaltungen künftig kaum noch zur Verfügung steht, soll ein Teil dieser Aufgaben durch den Zivilschutz übernommen werden. In Graubünden wird diese Tatsache besonders einschneidende Änderungen im Aufgabenbereich des Zivilschutzes zur Folge haben. So wird der Zivilschutz neben Einsätzen an der Expo beispielsweise auch an den Pferderenntagen in Maienfeld, an der Alpinen Ski WM in St. Moritz und an anderen Grossveranstaltungen eingesetzt. Bereits in den vergangenen Jahren leistete der Zivilschutz wertvolle Unterstützung bei solchen Grossanlässen und im Katastrophenfalle.

Zunehmende Unterstützung der Ersteinsatzmittel
Im Bereich Katastrophenhilfe bleibt der Zivilschutz zwar auch weiterhin ein Mittel der zweiten Staffel. Ersteinsatzkräfte sind Polizei, Feuerwehr und Sanität. Um die Langzeiteinsätze dieser Mittel zu sichern, wird der Zivilschutz in Zukunft Teile seiner Formationen an diese Organisationen situativ zuweisen. Bereits ab Sommer 2002 werden vom Zivilschutz Graubünden zwei von acht sogenannte Schnelle Sanitätszüge und ab 2003 vier Sanitätszüge bereitstehen. Der Zugbestand umfasst 22 Zivilschutzangehörige und freiwillig zivilschutzleistende Samariterinnen und Samariter. Sie werden von der Einsatzleitstelle Sanitätsnotruf 144 alarmiert. Weiter ist die Ausbildung von rund 150 Zivilschutz-Polizei-Pioniere vorgesehen. Diese Zivilschutzangehörige werden von der Kantonspolizei ausgebildet, ihr unterstellt und für einfache Polizeiaufgaben wie Verkehrsregelung oder ähnliches eingesetzt; sie sind unbewaffnet. Je nach Bedarf und Region können zudem einzelne Elemente einer Zivilschutzkompanie als Piketteinheiten und schnelle Unterstützungszüge zur Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den Technischen Dienste abkommandiert werden.
Erst nach Vorliegen der neuen Rechtsgrundlagen kann dies pro Bezirk beurteilt werden. Als vorsorgliche Massnahme zur Intervention bei Ausbruch einer allfälligen Maul- und Klauenseuche wird ein sogenannter Seuchenzug gebildet. Diese Zivilschutzdienstpflichtigen werden vom kantonalen Veterinäramt im Jahre 2003 ausgebildet und dem Amt für Einsätze unterstellt.

Verlängerte Ausbildung
Bereits ab dem kommenden Jahr wird die Rekrutierung der Bündner Stellungspflichtigen für Armee und Zivilschutz gemeinsam während einer dreitägigen Aushebung in Mels (SG) durchgeführt. Danach absolvieren die dem Zivilschutz zugeteilten Dienstpflichtigen neu eine allgemeine Grund- und Fachausbildung von drei Wochen in Chur. Bis anhin dauerte der Einführungskurs rund fünf Tage. Der jährliche Wiederholungskurs für Mannschaftsangehörige dauert 2 bis 5, für das Kader und die Spezialisten bis zu 10 Tage.

Umsetzung per 1. Januar 2004
Das Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz wurde durch ein Projektteam des Bundes erarbeitet. Die Beratung im Nationalrat ist in der Herbstsession 2002 und die Inkraftsetzung per 1. Januar 2004 geplant. Diese Vorlage zwingt den Kanton Graubünden, die bisherigen 43 Zivilschutzorganisationen (rund 8000 Zivilschutzdienstpflichtige) per 1.1.2004 auf nur noch 12 Zivilschutzkompanien (rund 3000 Zivilschutzdienstpflichtige) zu reduzieren. Die Kompanien werden, mit Ausnahme der Zivilschutzkompanie Davos, auf die politischen Bezirke aufgeteilt. Die politische Führung wird neu der Kantonsregierung obliegen. Die Dienstpflicht verringert sich um zehn Jahre und ist im Normalfall am Ende des Jahres in dem das 40. Altersjahr erreicht wird beendet.

Gremium: Amt für Zivilschutz und Katastrophenhilfe
Quelle: dt Amt für Zivilschutz und Katastrophenhilfe
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