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Erfolgreiche Hochjagd 2002, mehr als 9'000 Stück Schalenwild erlegt

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Das Ergebnis der diesjährigen Hochjagd ist gut ausgefallen. Zum ersten Mal auf der Bündner Hochjagd sind im Misox drei Wildschweine erlegt worden. Mit der Feinregulierung durch die Herbstjagd gelingt es die fehlenden weiblichen Tiere und Jungtiere und den unterschiedlichen regionalen Jagderfolg auszugleichen. Damit kann die Zielsetzung, die Anpassung der Wildbestände an die Wintereinstände, erreicht werden.
Die Bündner Hochjagd stand unter dem Einfluss einer bereits herbstlichen Vegetation und einem Wintereinbruch Mitte der zweiten Jagdwoche in den Bündner Alpen. Diese Bedingungen haben, ausser in den Bündner Südtälern, zu einer guten Hirschstrecke geführt. Der vergangene, milde Winter und das reichliche Äsungsangebot im Frühsommer und Sommer haben zu einem hohen Kitzanteil bei Reh und Gämse geführt. Dadurch war das Angebot an nicht führenden, nicht laktierenden Geissen etwas geringer, entsprechend ist die Jagdstrecke der Reh- und Gämsgeissen etwas tiefer ausgefallen als im Vorjahr.

Ergebnisse
Total männlich weiblich Geschlechter-
verhältnis
Hirsch 3'060 (2'749) 1'692 (1'483) 1'368 (1'266) 1 : 0.81 (0.85)
Reh 2'331 (2'352) 1'393 (1'305) 938 (1'047) 1 : 0.67 (0.80)
Gämse 3'610 (3'777) 1'681 (1'768) 1'929 (2'009) 1 : 1.15 (1.14)
Wildschwein 3 (0) 2 (0) 1 (0)
Total Schalenwild: 9'004 (8'878)


Abschussplan beim Hirsch zu mehr als 70% erfüllt
Insbesondere die Hirschjagd hat von der fortgeschrittenen Vegetation und dem Wintereinbruch in der zweiten Jagdhälfte profitiert. Ausser in den Bündner Südtälern wurde im ganzen Kanton eine gute bis sehr gute Hirschstrecke erreicht. Gegenüber dem Vorjahr wurden 200 Hirschstiere und 100 Hirschkühe mehr erlegt.

Rehbestand erholt sich
Die Rehstrecke ist ähnlich wie in den letzten drei Jahren ausgefallen. Allerdings sind diesen Herbst deutlich mehr Böcke, dafür aber weniger Geissen erlegt worden. Die teilweise kapitalen Trophäen der Böcke sind auf den vergangenen, milden Winter und die den Einständen angepasste Wilddichte zurückzuführen.

Dank mildem Winter weniger Gämsen jagdbar
Die Gemsstrecke ist mit 3'610 erlegten Tieren als mässig bis gut einzustufen. Das reduzierte Angebot an nicht führenden Geissen - vor der Freigabe eines Bockabschusses muss eine Geiss erlegt werden - hat mancherorts trotz guten Gemsbeständen nur eine mässige Gemsstrecke ergeben.

"Schwein gehabt"
Als Novum ist der Abschuss von drei Wildschweinen im unteren Misox zu werten. Bereits seit mehreren Jahren dringen einzelne Wildschweine im Sommer aus dem benachbarten Tessin ins Misox. Zum ersten Mal konnten auf der Bündner Jagd zwei Keiler und ein weibliches Jungtier erlegt werden.

Murmeltierwetter
Die Murmeltierstrecke von 4'462 (im Vorjahr 3'570) Tieren zeigt, dass während der Hochjagd doch etliche schöne Herbsttage Murmeltiere und Jäger aus dem Bau bzw. der Jagdhütte gelockt haben.

Herbstjagd auf Hirsch- und Rehwild
Das Hauptziel der Jagd, mit Wildbeständen in den nächsten Winter zu ziehen, die ihren Lebensräumen angepasst (quantitativ) und ausgeglichen (qualitativ) sind, kann beim Hirsch- und Rehwild in weiten Teilen unseres Kantons nur mit dem Mittel der Herbstjagd erreicht werden. Es geht nicht nur um die rein zahlenmässige Erfüllung der Abschusspläne, sondern auch darum, ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis und einen entsprechenden Eingriff in die Jugendklassen zu erreichen. Ein natürlicher Aufbau einer Wildpopulation führt auch dazu, dass weniger Krankheiten und Parasiten auftreten und auch harte Winter mit bedeutend geringeren Verlusten überstanden werden. Beim Hirsch fehlen insgesamt noch 947 (1'121) Tiere um die Abschusspläne qualitativ zu erfüllen. In den Regionen Schanfigg, Dreibündenstein und Bregaglia sind die Abschusspläne bereits erfüllt.

Der Plan für die Herbstjagd auf Rehwild zeigt ein anderes Bild. Das weiterentwickelte regional variable Rehkonzept vergleicht die aktuelle Rehbockstrecke mit der höchsten der letzten zehn Jahre. Damit fliesst die biologische Grundlage der stark schwankenden Rehbestände in die Jagdplanung ein. Schwache Bestände werden geschont, starke Bestände entsprechend intensiv bejagt. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Bock-, aber tiefere Geissstrecke erfordert eine entsprechende Korrektur des unausgeglichenen Geschlechterverhältnisses (1 : 0.67). In den Regionen Heinzenberg, Mesolcina-Calanca, Bregaglia, Herrschaft-Seewis, Untervaz und Felsberg ist die Rehjagd bereits abgeschlossen.

Für die Herbstjagd haben sich 2'044 (2'149) Jägerinnen und Jäger angemeldet. Die an der Herbstjagd teilnehmenden Jägerinnen und Jäger erfüllen mit der Anpassung der Wildbestände an ihre Wintereinstände eine regulierende Aufgabe. Das führt dazu, dass Wintereinstände nicht übernutzt werden und hilft mit, hohe Winterverluste zu vermeiden und reduziert damit den Fallwildanteil. Damit werden aber auch Schäden am Wald und an landwirtschaftlichen Kulturen verhindert bzw. vermindert.

Beilagen
- Plan Herbstjagd Hirsch 2002
- Plan Herbstjagd Reh 2002
- Tabelle Ergebnisse der Hochjagd 2002 und Plan Herbstjagd 2002

Gremium: Amt für Jagd und Fischerei
Quelle: dt Amt für Jagd und Fischerei
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