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Regierungschefs der Arge Alp treffen sich zur 34. Jahreskonferenz

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Die Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer Arge Alp sucht aktiv die Nähe und Kooperation ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die vier Arge Alp-Kommissionen haben zu Handen der Regierungschefs der elf Mitgliedsstaaten wiederum eine Vielzahl von Projekten eingereicht. Diese sind Ende Juni an der Regierungschefkonferenz in Innsbruck traktandiert.

An der letztjährigen Regierungschefkonferenz der Arge Alp in Bad Ragaz hat das Land Tirol für zwei Jahre den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft übernommen. Als Leitmotiv seiner Präsidentschaft hat das Land Tirol das Thema "Europäisierung der Arge Alp" in den Vordergrund gestellt und damit eine Offensive für bergspezifische Themen und deren Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger lanciert. Unter dem Eindruck der Bürgernähe stehen nun auch ein Grossteil der Projektanträge, wie sie von den verschiedenen Kommissionen zu Handen der Konferenz der Regierungschefs verabschiedet worden sind. Einzelne Projekte haben explizit zum Ziel, die "Arge Alp der Bürger" in die Tat umzusetzen.

Mit verschiedenen Projekten "Nähe" schaffen
Nähe zu und unter den Bürgerinnen und Bürgern im Alpenraum schafft die Kommission "Kultur und Bildung" insbesondere mit Sportanlässen. Die einzelnen Regionen organisieren 2004 ein bis zwei davon: Graubünden in den Disziplinen Ski alpin und Tischtennis. Die übrige Palette sowohl an Sommer- als auch an Winter-Sportdisziplinen ist breit gefächert, von Lauf-Veranstaltungen über Sportschiessen bis zum Gewichtheben sind eine Vielzahl von Sportarten vertreten.
Weiter will die Kommission im kommenden Jahr wiederum den Arge Alp-Leserpreis vergeben. Ziel des Projekts ist ein Austausch erzählender Literatur zwischen den Arge Alp-Ländern, die Sensibilisierung der Leserschaft insbesondere für Thematiken der Alpen sowie die Zusammenarbeit unter den Bibliotheken.

Internationales Sicherheits-Zentrum in Sargans?
Die Kommission "Verkehr" unterstützt die Idee, in Hagerbach bei Sargans ein internationales Ausbildungs- und Forschungszentrum für Sicherheit in Tunnels aufzubauen. Im Rahmen eines Netzwerks könnten hier Kooperationen mit weiteren internationalen Einrichtungen entstehen. Hier sollen Ernstfälle simuliert, Sicherheitseinrichtungen getestet und Rettungsmassnahmen geübt werden. Dabei soll sowohl im Bereich des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer und Rettungskräfte als auch bei der technischen und baulichen Ausrüstung der Tunnels erhebliche fortschritte erzielt werden können.
Die Kommission "Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft" geht mit einem Projekt dem Arsengehalt im Trinkwasser nach. Vorrangiges Ziel dieser Forschungsarbeit ist, den Arsen aus dem Trinkwasser in stichprobenartig gewählten Untersuchungsgebieten (Trentino, Lombardei, Südtirol, Tirol, Bayern) zu beseitigen. Die Ergebnisse dieses Projekts können die Grundlage einer allgemeinen Strategie zur Optimierung der Wasserressourcen im Alpenraum bilden.
Die Kommission "Wirtschaft und Arbeit" widmet ein Projekt den Kleinen und Mittleren Unternehmungen KMU. Sie sollen im Alpenraum noch konkurrenzfähiger werden, indem sie neue Technologien einsetzen, ihr Innovationspotenzial stärken und mitarbeiten, transnationale Unternehmenspartnerschaften einzugehen und aktiv an der europäischen/internationalen Technologie- und Produktentwicklung mitwirken. Dazu werden - als separates Projekt - in transnationalen Wirtschaftsforen Unternehmer in die konkrete Projektarbeit eingebunden. Die Vorschläge der Kommission werden hier mit den Bedürfnissen der KMUs abgestimmt.

Arge Alp und "Gender Mainstreaming"
Gender Mainstreaming ist die Reorganisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte und auf allen Ebenen einzubringen. Mit der "Vergleichenden Studie über die rechtliche und faktische Situation der Frauen in den Arge Alp-Ländern" wurde dazu eine gute Basis geschaffen. Das länderübergreifende Know-how Transfer sollte daher fortgesetzt werden, um Synergien zwischen den Ländern zu nutzen und um die Institutionalisierung und Verankerung von gleichstellungspolitischen Massnahmen weiter voranzubringen.
Die Regierungschefs werden aber auch verschiedene Resolutionen verabschieden: Zum Entwurf eines Verfassungsvertrages der EU, zur Implementierung der Alpenkonvention, zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik und zur europäischen Verkehrspolitik.
Zur 34. Jahreskonferenz der Regierungschefs der Arge Alp vom 27. Juni 2003 in Innsbruck werden Vertreterinnen und Vertreter folgender Länder, Provinzen und Kantone teilnehmen: Baden-Württemberg, Bayern, Bozen-Südtirol, Graubünden, Lombardei, Salzburg, St. Gallen, Tirol, Tessin, Trentino und Vorarlberg.

Weiterführende Informationen:
www.argealp.org

Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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