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Russpartikel aus Abgasen von Dieselbussen

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Die öffentlichen Transportunternehmen in Graubünden setzen auf Partikelfilter und tragen zur Reduktion gesundheitsschädigender Russpartikel in der Atemluft bei

Wenn Dieselfahrzeuge nicht mit Partikelfiltern ausgerüstet sind, verschmutzen ihre Abgase die Luft mit gesundheitlich gefährlichen Russpartikeln. Messungen des Amtes für Natur und Umwelt zeigen, dass in Chur ca. 10 bis 20 Gewichts - % des Feinstaubes aus gesundheitsschädigendem Russ bestehen.
Der Kanton als Auftraggeber im öffentlichen Verkehr und die Betreiber der öffentlichen Buslinien reagieren auf diese Problematik, indem sie die Busflotten auf Fahrzeuge mit Partikelfiltern umstellen. Die Zusatzkosten für Partikelfilter, zur Zeit ca. 18'000 Fr. pro Bus, müssen von der Fachstelle öffentlicher Verkehr getragen werden. Solche Partikelfilter sind sehr effizient; sie reduzieren die gesundheitlich gefährlichen Russpartikel im Abgas um 99 bis 99.99 %. Der öffentliche Verkehr ist aber nicht der Hauptverursacher des Dieselruss-Problems. Die Partikelfilter bei den Bussen sind Teil einer Problemlösung, zu der auch andere Quellengruppen beitragen müssen.

Dieselruss ist ein Bestandteil des Feinstaubes
Seit 1998 gibt es in der Schweiz Grenzwerte für Feinstaub (PM10) in der Atemluft. Im Jahre 2004 wurde im Kanton Graubünden der Grenzwert für das Jahresmittel von PM10 an 4 von 7 Messstationen überschritten. Die Messwerte der 3 mit kontinuierlichen PM10-Messgeräten ausgerüsteten Stationen werden stündlich aktualisiert und können über www.gr-luft.ch abgefragt werden.
PM10 umfasst Staubpartikel verschiedenster Herkunft und Gefährlichkeit. Zu den gemäss dem aktuellen Wissensstand für die Gesundheit gefährlichsten Feinstaubteilchen gehört der Russ aus Abgasen von Dieselmotoren. Die Luftqualitäts-Überwachung des Amtes für Natur und Umwelt umfasst neben PM10 auch den Russanteil, dem die Bevölkerung ausgesetzt ist.

Stand der Partikelfilter Ausrüstung von Bussen
Die ersten Linienbusse mit Partikelfiltern im Kanton Graubünden verkehren seit 1999 in Davos, wo bei den Verkehrsbetrieben inzwischen der grösste Teil der Fahrleistung mit Partikelfilter erbracht wird. Die Stadtbus Chur AG hat im Jahre 2004 bereits 9 Fahrzeuge mit Partikelfiltern umgebaut. Stadtbus Chur und Postauto Graubünden nehmen diesen Sommer neue Fahrzeug mit Partikelfiltern in Betrieb, weitere sind bestellt. Mit Ausnahme von Reservefahrzeugen sollen alle Busse des öffentlichen Verkehrs in Graubünden durch laufenden Fahrzeugersatz auf Partikelfilter umgestellt werden.

Busse des öffentlichen Verkehrs verursachen nur gut 5% der Russemissionen
Die Busse des öffentlichen Verkehrs sind nicht der grösste Verursacher von Dieselruss. Wesentliche Mengen kommen von Lastwagen und Diesel - PW, Baumaschinen und Traktoren. Kanton und Gemeinden haben neben dem öffentlichen Verkehr nur noch bei Baustellen direkte Handlungsmöglichkeiten, indem sie auf grossen Baustellen gestützt auf die Luftreinhalte-Verordnung Partikelfilter bei Baumaschinen verlangen. Bei Lastwagen, PW und Traktoren gibt es zur Zeit noch keine Vorschrift zur Ausrüstung mit Partikelfiltern und auch keine Abgasnorm, welchen den Einsatz von Partikelfiltern erzwingt.

Diesel - PW nur mit Partikelfilter kaufen
Wer einen Diesel - PW kauft, berücksichtigt wegen der Gesundheit, Umwelt und dem Wiederverkaufswert ein Modell mit Partikelfilter. Solche sind mittlerweile von vielen Herstellern entweder serienmässig oder gegen Aufpreis erhältlich. Nur Partikelfilter können nach heutigem Stand der Technik die hohen Russemissionen verhindern. Die blosse Einhaltung auch der künftigen Abgasvorschriften Euro 4 führt immer noch dazu, dass ein Dieselauto 100 bis 10'000 mal so viele Partikel ausstösst wie eines mit Partikelfilter. Mit Partikelfilter hingegen liegen die Russemissionen bei Dieselmotoren ähnlich tief wie bei Benzinmotoren mit Katalysator. Der nachträgliche Einbau eines Filters in einen PW ist wegen geringerer Wirksamkeit und hohen Kosten die deutlich schlechtere Variante als die Ausrüstung ab Werk.

Gremium: Amt für Natur und Umwelt
Quelle: dt Amt für Natur und Umwelt
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