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Ozonbelastung während des Sommers 2005 im Kanton Graubünden

Diesmal kein Ozon - Rekordsommer
Die Ozonwerte lagen auch dieses Jahr deutlich tiefer als im Rekordsommer 2003. Verglichen mit dem Vorjahr war die Ozonbelastung in Nord- und Mittelbünden etwas höher und in Südbünden fast gleich hoch. Allerdings wurde trotz des wechselhaften Wetters der Stundenmittel-Grenzwert für Ozon wieder deutlich überschritten. Höchste Stundenmittel im Kanton Graubünden wurden mit Werten über 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (2-facher Grenzwert) im Misox und mit über 180 (1.5-facher Grenzwert) im Rheintal gemessen.
Auf ein Auslösen der ab Überschreitung des doppelten Grenzwertes gemeinsam mit dem Kanton Tessin vorbereiteten Tempobeschränkung auf der Nationalstrasse im Misox konnte verzichtet werden, weil jeweils beim Erreichen der Auslösungsschwelle eine Wetterverschlechterung die Ozonsituation entspannte.
Wie im Vorjahr traten in diesem Sommer nur kurze Schönwetterphasen auf. Trotzdem konnte auch im zu Ende gehenden Sommerhalbjahr der Stundenmittelgrenzwert der schweizerischen Luftreinhalte-Verordnung, welcher nur während einer einzigen Stunde pro Jahr überschritten werden dürfte, wie in der ganzen Schweiz so auch im Kanton Graubünden nicht eingehalten werden. Dieser beträgt 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft. Im Misox wurde dieser Grenzwert während mehr als 934 Stunden und im Rheintal während 305 Stunden überschritten.

Zur Ozonbildung braucht es Vorläufersubstanzen
Neben der Witterung sind die Emissionen der Vorläuferschadstoffe Stickstoffdioxid (NO2) sowie flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) entscheidend für die Höhe der Ozon-Spitzen. Die Quellendichte dieser Vorläuferschadstoffe - insbesondere Verbrennungsmotoren des Verkehrs, industrielle Prozesse und Feuerungen - ist in der Agglomeration Chur und im Misox deutlich grösser als in den ländlicheren Gebieten. Deshalb werden in diesen Regionen die höchsten Ozonbelastungen gemessen. Beeinflusst werden kann die Ozonbelastung langfristig nur durch die Minderung der Vorläufersubstanzen.

Gesundheitliche Folgen
Bei Ozonbelastungen über 180 µg/m3 ist die Wahrscheinlichkeit für Schleimhautreizungen von Augen, Nase und Hals erhöht. Bei körperlicher Anstrengung im Freien kann bei Kindern, Jugendlichen und empfindlich reagierenden Erwachsenen die Lungenfunktion um 5 bis 10% reduziert werden.

Aktuelle Luftqualitäts-Informationen
Aktuelle Messwerte zur Luftbelastung (Ozon, Feinstaub und Stickstoffdioxid) in Graubünden sowie ausführliche Fachberichte und Flyer zur Thematik finden sich im Internet unter www.umwelt-gr.ch oder können in Papierform beim ANU (info@anu.gr.ch) bestellt werden.

Diesen Sommer wurden in der ganzen Schweiz die Medien einheitlich nach einem von der BPUK1 ausgearbeiteten Informationskonzept bei hohen Ozonbelastungen informiert. Die Information umfasste neben der aktuell herrschenden Ozonbelastungen auch Verhaltensempfehlungen zum eigenen Schutz vor Auswirkungen hoher Luftbelastung und zur Vermeidung von Abgasen.
Im Kanton Graubünden informierte das ANU zusätzlich die Gemeinden in Südbünden insgesamt 3 Mal mit einem aktuellen Bulletin, jeweils beim Überschreiten der Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden