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Geplante Sägewerk-Ansiedlung im Kanton Graubünden

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Die Firma Holzindustrie Stallinger G.m.b.H zeigt sich interessiert, in Graubünden ein neues Sägewerk zu errichten. Der Kanton Graubünden hat seinerseits Interesse daran, dass diese strategisch bedeutsame Investition zu Gunsten einer nachhaltigen Holznutzung auf seinem Gebiet realisiert werden kann. Das Projekt ist noch in der Planungsphase.
Die Firma Holzindustrie Stallinger G.m.b.H. / Frankenmarkt (A) plant, ein international wettbewerbsfähiges Sägewerk im Kanton Graubünden zu erstellen. Sie möchte damit die umfangreichen Schweizer und Bündner Holzvorräte erschliessen. Aus Kostengründen gilt es, das Werk möglichst nahe bei den Wäldern zu erstellen. Als waldreicher Kanton hat Graubünden dazu gute Voraussetzungen. Der ideale Standort für das Werk liegt in Untervaz.

Strategische Bedeutung für den Kanton
Seit Anfang der 90er-Jahre sind verschiedene Aktivitäten im Kanton im Gang, die auf die Errichtung eines neuen Sägewerks abzielen. Diese Vorarbeiten scheinen nun Früchte zu tragen. Das kantonale Interesse liegt dabei nicht nur an einem grösseren Werk als solchem, sondern vielmehr an den weiterführenden Vorteilen für die gesamte Holzproduktionskette. Mit dem Werk kann die Sägereiindustrie die internationale Wettbewerbsfähigkeit erlangen. Die Zusatznachfrage nach Holz wird den vielfach gewünschten Impuls für eine wirtschaftliche, zukunftsfähige Waldwirtschaft erzeugen. Nicht nur die Holzwirtschaft, sondern auch die Waldwirtschaft wird von einer gesteigerten Konkurrenzfähigkeit profitieren. Als bedeutende Waldbesitzer erhalten die Gemeinden die Möglichkeit, finanzielle Mehrerträge aus der Holznutzung zu realisieren. Diese werden es ihnen erleichtern, die gewünschten Leistungen im öffentlichen Interesse erbringen zu können (Schutz vor Naturgefahren, Erholung, Landschaftsbild). Und nicht zuletzt ist damit auch die Erhaltung zahlreicher dezentraler Arbeitsplätze in der Waldwirtschaft verbunden. Das geplante Vorhaben der Firma Stallinger ist damit nicht mit einer "herkömmlichen Ansiedlung" vergleichbar. Es handelt sich um ein für den Kanton Graubünden strategisch bedeutsames Projekt.

Nachhaltige Waldnutzung
In Bündner Wäldern wächst mehr Holz zu als genutzt wird. Der ausreichend vorhandene, erneuerbare, einheimische Roh- und Werkstoff Holz liegt somit brach. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bedingt aber zum einen, die eigene biologische Kapazität möglichst gut zu nutzen und zum andern das ökologische Defizit (biologische Kapazität, die zur Deckung des Ressourcenbedarfs zusätzlich ausserhalb der Schweiz beansprucht wird) zu minimieren. Eine Intensivierung der Holznutzung hilft mit, die ungünstige ökologische Nachhaltigkeitsbilanz zu verbessern.

Die Stärkung der Bündner Wald- und Holzwirtschaft durch ein Grosssägewerk sichert darüber hinaus bestehende Arbeitsplätze und schafft neue. Das Ansiedlungsprojekt ist von volkswirtschaftlicher Bedeutung und leistet einen Beitrag zu einer dezentralen Besiedlung im Kanton.

Kantonsbeitrag in wenigen Jahren amortisiert
Ziel des Kantons ist es, die Vorteile aus dem Sägewerk zu maximieren. Ein möglichst grosser Teil des Holzbedarfs soll dazu durch Bündner Holz abgedeckt werden. Unter der Annahme, dass ca. 250'000 m3 Holz aus einheimischen Wäldern im neuen Werk eingesägt und verarbeitet werden, ergeben sich daraus Steuereinnahmen von rund 1.5 Mio. Franken jährlich (Einkommenssteuern der Beschäftigten inklusive der dezentralen Holznutzung). Der vom Kanton vorgesehene Investitionsbeitrag von 8 Mio. Franken wird damit alleine durch rückfliessende Steuern bereits nach wenigen Jahren kompensiert sein. Falls für die Finanzierung des Vorhabens notwendig, stellt der Kanton ferner einen rückzahlbaren Investitionskredit von 10 Mio. Franken in Aussicht. Zudem ist davon auszugehen, dass um das Sägewerk weiter verarbeitende Betriebe entstehen werden.

Planungsphase wird eingeleitet
Ein definitiver Investitionsentscheid ist noch nicht gefallen. Zurzeit wird gemeinsam mit dem Investor die konkrete Planungsphase eingeleitet. Diese beinhaltet die Abklärungen zum Bodenerwerb, zur notwendigen Umzonung und zu den Umweltaspekten. Ein zentraler Punkt ist die Sicherstellung der Holzbeschaffung aus dem Kanton. Ausserdem gilt es Fragen zu geeigneten Transport- und Logistiklösungen zu klären.

Stallinger zählt zu den Grossen
Die Holzindustrie Stallinger zählt neben Stora Enso, Mayr-Melnhof, Binder und Pfeiffer zu den fünf grössten Sägekonzernen Österreichs. Der Konzern hat seine Kapazitäten in den letzten Jahren stetig ausgebaut: Der Jahreseinschnitt liegt heute bei ca. 1'000'000 Festmeter Rundholz. 2003 erfolgte die Übernahme der traditionsreichen Vorarlberger Firma Kaufmann Gruppe, wodurch man den Ausbau der Weiterverarbeitung (Leimbinder- und Plattenproduktion) geschafft hat.

Eckpunkte zur Holzindustrie Stallinger G.m.b.H. (inkl. Weiterverarbeitung)
- 650 Beschäftigte
- 6 Werke (2 Sägewerke, 3 Leimbinderproduktionen, 1 Plattenproduktion)
- Standorte: Frankenmarkt (AUT), Amstetten (AUT), Reuthe (AUT), Kalwang (AUT), Richen-Eppingen (BRD)
- Umsatz 200 Mio. Euro
- Österreichs grösster US-Exporteur

Eckpunkte zum geplanten Vorhaben
- ca. 150 Beschäftigte (ohne geplante Weiterverarbeitung)
- ca. 600'000 m3 Rohholz Einschnittkapazität
- ca. 80 - 100 Mio. Franken Investitionsvolumen
- Hoher Exportanteil (zu Beginn bis ca. 95%)
- Die Weiterverarbeitung am Standort wird nach Inbetriebnahme der Sägerei geplant

Wichtigstes zum Ansiedlungsprojekt in Kürze

1. Interesse des Kantons

- Erreichen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Sägereiindustrie bzw. Holzwirtschaft
- Absatzmöglichkeiten für Bündner Holz, Mehrerträge für Waldbesitzer (v.a. Gemeinden)
- Erhaltung dezentraler Arbeitsplätze in der Waldwirtschaft
- neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Holzwirtschaft
- zusätzliche holzverarbeitende Betriebe

2. Leistungen des Kantons
- Koordination der Planung vor Ort
- in Abklärung: Boden, Investitionskredit, Steuererleichterung

3. Leistungen des Investors
- Investitionen von 80 - 100 Mio. Franken
- 150 und mehr neue Arbeitsplätze
- Personalrekrutierung und Einkäufe weitestgehend einheimisch
- Nutzung von Bündner Holz
- zusätzliche Investitionen in die Weiterverarbeitung von Holz im Kanton

4. Offene Fragen
- die ausreichende Holzbeschaffung aus einheimischen Wäldern
- Betriebsstandort
- Logistik und Transporte
- Umweltfragen (Verkehr, Luft- und Lärmemissionen, Waldbau etc.)

Gremium: Departement des Innern und der Volkswirtschaft
Quelle: dt Departement des Innern und der Volkswirtschaft
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