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Churrätien im frühen Mittelalter

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Am 3.10.2008 um 18 Uhr werden in der Kantonsbibliothek Graubünden zwei Publikationen zur Geschichte Graubündens und angrenzender Gebiete im frühen Mittelalter präsentiert. Es sprechen Dr. Georg Jäger für das Institut für Kulturforschung Graubünden, Prof. Dr. Reinhold Kaiser, Autor, Dr. Karin Fuchs, Herausgeberin und Dr. Hannes Steiner, Herausgeber. Robert Grossmann umrahmt die Veranstaltung mit historischer Lautenmusik.

"Schrift, Schriftgebrauch und Textsorten im frühmittelalterlichen Churrätien", stellt die überlieferten Schriften aus dem churrätischen Kulturraum des 7. bis 9. Jahrhunderts ins Zentrum. Churrätien befand sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht im Schnittpunkt unterschiedlich geprägter Grossräume nördlich und südlich der Alpen. Diese Konstellation bestimmte massgebend die Entwicklung von Schrift, Schriftgebrauch und Textsorten und weckt Fragen nach Autonomie und Fremdeinflüssen, nach Kontinuitäten und Brüchen innerhalb der Schriftkultur und Kulturgeschichte Rätiens. Ausgewiesene Fachleute aus den Disziplinen Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Recht und den historischen Hilfswissenschaften befassen sich mit liturgischen und hagiographischen Textzeugnissen, Inschriften, Rechtstexten sowie archäologischen Quellen.
Parallel dazu erscheint die überarbeitete und ergänzte Neuauflage des Überblickwerks "Churrätien im frühen Mittelalter" von Reinhold Kaiser. Anhand von Urkunden, Inschriften, Orts- und Personennamen, Grab- und Siedlungsfunden, Kirchenbauten oder Wandmalereien und aus den Ergebnissen der historischen Nachbardisziplinen stellt der Autor fünf Jahrhunderte frühmittelalterlicher Geschichte Churrätiens dar. Was bedeutete der Untergang des Römischen Reiches für Rätien? Welche Wandlungen fanden in Politik, Wirtschaft und Lebenswelt statt? Und welche Konsequenzen hatte der Zerfall des Imperium Romanum mit Blick auf Kirche, Kultur und Sprache? In der neuen Publikation geht Reinhold Kaiser auf diese Fragen ein und setzt sich kritisch mit den Forschungen des letzten Jahrzehnts auseinander. So stellt er den Text der 1. Auflage mit den neuen Erkenntnissen in Zusammenhang und bringt die neuesten Forschungsergebnisse auf den Punkt.

Gremium: Kantonsbibliothek Graubünden
Quelle: dt Kantonsbibliothek Graubünden
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