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Biber ins Unterengadin eingewandert

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Erstmals seit mindestens 200 Jahren ist in Graubünden wieder ein Biber aus einer natürlichen Population zugewandert. Biber sind Landschaftsgestalter und eigentliche Schlüsselarten der Gewässerlebensräume. Die möglichen Konflikte mit Hochwasserschutz, Stromproduktion, Land- und Forstwirtschaft verlangen nach einer interdisziplinären Zusammenarbeit.

Seit dem 1. Mai 2008 wird im Inn regelmässig ein Biber beobachtet. Zu Beginn zeigte er sich bei Vinadi und seit einer Woche hält er sich im Gebiet Pradella bei Scuol auf. Für den Lebensraum Gewässer sind Biber wichtige Schlüsselarten. Durch das Fällen von Bäumen oder das Anlegen von Dämmen können sie Auenlandschaften positiv beeinflussen und viele ökologische Nischen für andere Tierarten schaffen. Biber sind Nagetiere und fressen keine Fische.
Es ist naheliegend, dass dieses Tier aus der Biberpopulation des Nachbarlandes Tirol zugewandert ist. Dort leben 50 bis 60 Tiere und im letzten Jahr wurde erstmals eine erfolgreiche Fortpflanzung nachgewiesen. Diese Population geht wiederum auf Tiere zurück, die im Naturschutzjahr 1970 in Bayern im untersten Inn ausgesetzt worden sind.
Dass Biber ein grosses Ausbreitungspotential besitzen, hat vor 40 Jahren der letzte Einwanderer in Graubünden bewiesen. 1968 wanderte das Bibermännchen "Haakon" die 120 Kilometer lange Strecke von Bottighofen (TG) nach Grüsch und wurde am 18. Juni 1968 in der Chlus überfahren. Zuvor war dieser norwegische Biber an einem Seitengewässer des Bodensees ausgesetzt worden.
Biber können Konflikte mit anderen Nutzungsinteressen verursachen. Die Spanne reicht von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, unerwünschten Stauungen von Fliessgewässern bis hin zur Untergrabung von Dämmen. Diese Konflikte sind in der Regel lösbar, bedingen aber eine professionelle Betreuung und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Als Richtschnur gilt das im Jahre 2004 erstellte Konzept Biber Schweiz.

Gremium: Amt für Jagd und Fischerei
Quelle: dt Amt für Jagd und Fischerei
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