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Sonderschulkonzept Graubünden: Evaluation der Pilotprojekte im sonderpädagogischen Bereich

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Der Bericht zur Evaluation der zwei Pilotprojekte im sonderpädagogischen Bereich im Kanton Graubünden liegt vor. Dieser zeigt auf, dass bei den befragten Personen die positiven Aspekte der Integration im sonderpädagogischen Bereich überwiegen. Der Bericht enthält verschiedene Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Die Regierung hat nun beschlossen, die Pilotprojekte in den Gemeinden Davos und Thusis bis Ende Schuljahr 2011/12 zu verlängern.

Seit dem Sommer 2008 führen die Gemeinden Davos und Thusis Pilotprojekte im sonderpädagogischen Bereich durch. Im Zentrum dieser Pilotprojekte steht die Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen in den öffentlichen Kindergarten und die Regelschule. Diese orientieren sich am kantonalen Sonderschulkonzept, welches die Regierung im März 2007 verabschiedet hatte.

Evaluationsbericht zeigt Vorteile der integrativen Arbeit auf
Im Auftrag des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartementes hat die Pädagogische Hochschule Zürich die Pilotprojekte evaluiert und einen Bericht verfasst. Im Zuge der Evaluation wurden in beiden Pilotgemeinden bei Eltern sowie Lehr- und Fachpersonen eine repräsentative Befragung durchgeführt. Der Bericht ist der Regierung zur Kenntnis vorgelegt worden. Der 75-seitige Evaluationsbericht enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie die Resultate der qualitativen und quantitativen Auswertung der Startphase der Pilotprojekte. Ebenso enthält der Bericht einige Empfehlungen für das weitere Vorgehen auf der Ebene des Kantons, der regionalen Vernetzung, der Gemeinden sowie der Schuleinheiten.

Eine zentrale Aussage des Berichtes ist, dass alle befragten Personen grundsätzlich der Meinung sind, „dass integrative Konzepte sonderpädagogischer Unterstützung separativen vorzuziehen sind“. Die integrative Arbeit kann für den gesamten Unterricht Vorteile bringen und wird von den Eltern als positiv geschätzt. Ausserdem kommt der Bericht zum Schluss, dass für die Wirkung der sonderpädagogischen Massnahmen vor allem die Zusammenarbeit zwischen der Klassenlehrperson und den Schulischen Heilpädagogen entscheidend ist. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen und verschiedene weitere Modelle zu prüfen, wird empfohlen, die bestehenden Pilotprojekte zu verlängern.

Pilotprojekte werden fortgesetzt
Der Bericht wird als solide Evaluationsgrundlage zur Startphase der Pilotprojekte eingestuft. Aussagen über die Durchführung der Pilotprojekte über eine längere Dauer sind angesichts der kurzen Projektphase von nur knapp einem Jahr im Bericht verständlicherweise nicht zu finden. Unter den gegebenen Umständen haben die Pilotgemeinden Davos und Thusis auf Anfrage des Kantons ihr Interesse an einer Verlängerung der Projekte angemeldet. Die Regierung hat der Verlängerung bis Ende Schuljahr 2011/12 zugestimmt. Gleichzeitig erteilte sie dem Amt für Volksschule und Sport den Auftrag, bis Ende Juni 2011 zu den Erfahrungen in den Pilotgemeinden einen Auswertungsbericht zu erarbeiten. Dieser hat die Situation in der Schweiz und den übrigen Schulträgerschaften Graubündens zu berücksichtigen.

Mit Blick auf die Volksabstimmung zur Bündner NFA im März 2010 und die bevorstehende Totalrevision des kantonalen Schulgesetzes ist absehbar, dass ab 1. Januar 2011 keine neue Regelung des sonderpädagogischen Bereichs möglich sein wird, welche flächendeckend in allen Gemeinden Graubündens umgesetzt werden kann. Daher hat die Regierung beschlossen, die Anwendung des im März 2007 bewilligten Sonderschulkonzepts bis Ende Schuljahr 2011/12 zu verlängern.

Darüber hinaus ist das Amt für Volksschule und Sport beauftragt worden, die Pilotprojekte, darunter im Speziellen die Oberstufe, vor Ort angemessen zu begleiten und bei Bedarf das Konzept anzupassen. Ferner soll das Amt detaillierte Konzepte zur Umsetzung des Sonderschulkonzeptes Graubünden in unterschiedlich grossen Schulen entwickeln. Bei Bedarf kann das Amt für das Erarbeiten von Grundlagen eine externe Fachstelle beiziehen.


Auskunftspersonen:
- Regierungspräsident Claudio Lardi, Vorsteher Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement, Tel. 081 257 27 01
- Giosch Gartmann, Bereichsleiter Sonderschulung und Integration im Amt für Volksschule und Sport, Tel. 081 257 27 33


Gremium: Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement
Quelle: dt Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement
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