Navigation

Seiteninhalt

Evaluation des Projektes "Rumantsch Grischun in der Schule"

  • Erste Mitteilung
  • Neuen Beitrag einfügen
Seit dem Schuljahr 2007/08 alphabetisieren erste Schulen im romanischsprachigen Gebiet in der Standardsprache Rumantsch Grischun. Das Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg und der PH Freiburg erhielt den Auftrag, die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu evaluieren.

Neben den Pioniergemeinden des Schuljahres 2007/08 (Val Müstair, Surmeir sowie Trin, Laax und Falera) wurden auch Tests in Vergleichsklassen mit den Idiomen als Alphabetisierungssprache durchgeführt (Schulorte Scuol, Zernez, Samedan, Silvaplana, Trun, Disentis und Vella).

Die Studie macht Aussagen zu folgenden Teilaspekten:
  • Vergleich der Pionierklassen und Idiomklassen 2009 (anfangs 3. Klasse) in den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben; 
  • Vergleich der Pionierklassen und Idiomklassen 2010 (anfangs 4. Klasse) in der mündlichen Sprachfertigkeit; 
  • Vergleich der Pionierklassen und Idiomklassen 2011 (Ende 4. Klasse) in den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben; 
  • Entwicklung innerhalb der Pionierklassen zwischen 2009 und 2011 in den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben; 
  • Vergleich der 4. Klassen in den Pioniergemeinden vor Einführung des Rumantsch Grischun (2009) mit der Situation nach Einführung des Rumantsch Grischun (2011) in den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben.
Per Ende 4. Klasse zeigt die Studie, dass die Ergebnisse in den Fertigkeiten Leseverstehen und Schreiben in Idiom- und Rumantsch-Grischun-Gemeinden beinahe identisch sind. Innerhalb der 4. Klassen in den Pioniergemeinden wirkte sich der Wechsel vom Idiom zu Rumantsch Grischun in den genannten Fertigkeiten positiv aus. Im mündlichen Bereich liegen die Ergebnisse der Pionierklassen durchschnittlich etwas unterhalb der Idiomklassen. Allerdings ist die Streuung in beiden Gruppen gross, so dass hier auf einen starken Einfluss von weiteren Faktoren gefolgert werden kann (u.a. Familiensprache, soziolinguistische Situation, schulisches Umfeld). Die Autoren der Studie kommen zu folgendem Schluss: "Keine unserer Untersuchungen im Rahmen des Evaluationsauftrages zeigt klar und eindeutig eine generelle Überlegenheit des einen oder anderen Schultypus auf."


Auskunftspersonen:
- Regierungsrat Martin Jäger, Vorsteher Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement, Tel. 081 257 27 01
- Prof. Dr. Raphael Berthele, Institut für Mehrsprachigkeit Freiburg, Tel. 026 300 71 40


Gremium: Amt für Volksschule und Sport
Quelle: dt Amt für Volksschule und Sport
Neuer Artikel