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Neues Modell für die Vorhersage von Hochwassern am Alpenrhein geht in Betrieb

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Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) hat heute in St. Margrethen im Kanton St. Gallen getagt. Bei dieser Gelegenheit nahm sie zustimmend Kenntnis von der Inbetriebnahme des neuen Modells für die Vorhersage von Hochwassern am Alpenrhein durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Als neues Mitglied nahm die Liechtensteiner Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer Einsitz in der IRKA-Kommission.

Vorhersagemodell für Hochwasser geht in Betrieb
Das neue Basismodell zur Vorhersage von Hochwassern steht kurz vor Abschluss. Das Schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird das Modell demnächst in die Prognoseumgebung einbauen und in Betrieb nehmen. Die IRKA rechnet damit, dass die mit dem neuen Basismodell errechneten Abflussprognosen voraussichtlich im Herbst im Internet und auf der Naturgefahrenplattform GIN publiziert werden können. "Eine besondere Herausforderung stellte die Abbildung der Wasserkraftwerkslandschaft mit allen Wasserfassungen und -ableitungen sowie die Modellierung der Betriebszustände dar", sagt Hans-Peter Wächter, Projektleiter Hochwasserschutz beim Rheinunternehmen. Mit dem neuen Abflussprognosemodell dürfen stark verbesserte Prognosewerte erwartet werden.

Begleitplanungen für das Projekt RHESI
Im Projekt RHESI aus dem Entwicklungskonzept Alpenrhein werden zurzeit aufgrund der Rückmeldungen der Akteure Begleitplanungen durchgeführt. Es geht insbesondere um vertiefende Untersuchungen der Trinkwasserversorgung, um Untersuchungen der Dammstabilität und um landwirtschaftliche Planungen. Die Untersuchungen der Trinkwasserversorgungen werden in Abstimmung mit den Wasserwerken und Gemeinden durchgeführt. Die Untersuchungen zur Dammstabilität sollen Grundlagen für Varianten liefern. Und die landwirtschaftlichen Planungen schliesslich untersuchen die Betroffenheit der einzelnen Pächter. Ziel der Untersuchungen ist es, umfassende und abgestimmte Grundlagen für die Entwicklung weiterer Variantenentwürfe für RHESI zu erhalten. Anfang kommenden Jahres sollen die Begleitplanungen abgeschlossen sein.

Projektbeirat für RHESI
Um eine bessere Vernetzung des Projekts RHESI mit den politischen Verantwortungsträgern zu gewährleisten, wurde ein Projektbeirat gebildet. Diesem gehören der St. Galler Regierungsrat Willi Haag, der Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler, die Widnauer Gemeindepräsidentin Christa Köppel, der Oberrieter Gemeindepräsident Rolf Huber sowie die beiden Vorarlberger Bürgermeister Kurt Fischer (Lustenau) und Fritz Maierhofer (Koblach) an.

Marlies Amann-Marxer neue IRKA-Vertreterin für das Fürstentum Liechtenstein
Ende Februar 2012 fanden im Fürstentum Liechtenstein Neuwahlen statt. Regierungsrätin Renate Müssner stellte sich nicht mehr für eine Neuwahl zur Verfügung und schied deshalb auch aus der IRKA aus. In der neuen Regierung Liechtensteins hat Marlies Amann-Marxer das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt inne. Als Umweltministerin vertritt sie Liechtenstein neu in der IRKA. Leider konnte Frau Amann-Marxer aus terminlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen. Sie übermittelte ihre besten Grüsse an die Regierungskollegen in der IRKA-Kommission. Marlies Amann-Marxer liess ausrichten, dass sie sich über die neue Aufgabe freut: "Als Naturliebhaberin habe ich mich bereits vor meinem Amtsantritt mit den Herausforderungen, aber auch mit den Potentialen unseres grössten Wildbaches in den Alpen beschäftigt. Ich freue mich auf die spannende Aufgabe in der IRKA." 

Factbox:
Wer ist IRKA?
Die Mitglieder der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) treffen sich zweimal jährlich zu Kommissionssitzungen. Dabei wird über den Stand der laufenden Projekte berichtet. Ebenso werden anstehende aktuelle Themen erörtert sowie Beschlüsse zu neuen Projekten gefasst. Die Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg und der Kantone Graubünden und St. Gallen verfolgen im Rahmen der "Kooperationsvereinbarung Alpenrhein" seit Dezember 1998 als übergeordnetes Ziel, eine sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebietes zu fördern, insbesondere die Gewährleistung der Hochwassersicherheit, die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen sowie die Erhaltung und Mehrung der Naturwerte.
Mitglieder der IRKA sind Regierungsrätin Marlies Ammann-Marxer (Fürstentum Liechtenstein), Landeshauptmann Mag. Markus Wallner (Vorarlberg), Regierungsrat Willi Haag (Kanton St. Gallen) und Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli (Kanton Graubünden, Vorsitz). Als Vertreter der Republik Österreich nimmt Dr. Heinz Stiefelmeyer und als Vertreter des Bundes Hans Peter Willi (BAFU) an den jeweiligen IRKA-Sitzungen teil. 
 

Hinweis:
Weitere Informationen über die IRKA und ihre Aktivitäten sind auf der Homepage www.alpenrhein.net verfügbar. 


Auskunftspersonen:
- Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, Vorsteher der Regierungskommission IRKA, Tel. 081 257 36 01, E-Mail: mario.cavigelli@bvfd.gr.ch  
- Erich Büsser, Leiter der Koordinationsgruppe IRKA, Tel. 081 257 36 21, E-Mail: erich.buesser@aev.gr.ch 


Gremium: Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
Quelle: dt Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
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