Seiteninhalt

Traditionelles Rollenverhalten ist weit verbreitet

  • Erste Mitteilung
  • Neuen Beitrag einfügen
Erstmals sind in Graubünden, Liechtenstein und Vorarlberg Jugendliche und junge Erwachsene über ihre Rollenbilder befragt worden. Die Ergebnisse zeigen grosse Unterschiede zwischen Einstellungen und konkretem Verhalten. 

Knapp 800 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren aus Graubünden, Liechtenstein und Vorarlberg beteiligten sich an der Online-Befragung "Rollenbilder in Beruf und Familie". Durchgeführt hat die Untersuchung die Fachhochschule St. Gallen im Auftrag der Fachstellen für Gleichstellung von Graubünden, Liechtenstein und Vorarlberg. 

Einstellungen verändert – Verhalten unverändert
Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung sind: Die Jugendlichen unterscheiden sich klar in ihren von Familie, Schule oder Medien vermittelten Rollenbildern und ihrem eigenen Verhalten. So möchten die meisten jungen Frauen und Männer die Haushaltspflichten gerecht verteilen; im konkreten Fall überlassen die Männer die meisten Haushaltstätigkeiten aber den Frauen.
Generell sind die heutigen Jugendlichen auf Fragen der Gleichstellung sensibilisiert, junge Frauen jedoch deutlich mehr als junge Männer. Das zeigt sich sowohl in ihren Einstellungen als auch im Verhalten. Während die überwiegende Mehrheit der jungen Frauen die Bedeutung der Gleichstellung als sehr wichtig einschätzt, sind sie gleichzeitig skeptischer bezüglich der Verwirklichung der Gleichstellung vor allem im Berufsleben. Dies erstaunt nicht angesichts der Tatsache, dass junge Frauen (60 Prozent) viel häufiger als ihre gleichaltrigen Kollegen in ihrem Leben bereits einmal oder mehrfach Geschlechterdiskriminierung erfahren haben.
Insgesamt sind vor allem die Einstellungen der Jugendlichen modernisiert. In ihrem Verhalten lassen sich dagegen noch deutliche Rollenstereotypen erkennen. Das zeigt sich etwa in der Einschätzung der Auswirkung der mütterlichen Berufsarbeit auf die Kinder und an der eigenen Beteiligung an Haushaltarbeiten oder in der Berufswahl. Junge Frauen wählen nach wie vor hauptsächlich Berufe im Sozialwesen und Gesundheit und junge Männer beginnen eine Lehre in einem Handwerksberuf oder in einem technischen Beruf.
Gegenüber ihrer zukünftigen Berufsarbeit legen die jungen Frauen und Männer eine gewisse Offenheit an den Tag. Sie orientieren sich zwar an der heutigen Realität (z.B. Arbeitspensum), Vollzeitarbeit wird aber auch hinterfragt. Eine Minderheit von Männern und Frauen kann sich gut vorstellen, Teilzeitarbeit für mehr Freizeit oder zu Weiterbildungswecken auszuüben. Daneben wird die Teilzeitarbeit immer noch vornehmlich von Frauen zur Vereinbarung von Familie und Beruf bevorzugt. 

Wunschvorstellungen für die Zukunft
Über 70 Prozent der jungen Frauen und Männer möchten später selbst einmal Kinder haben. Am liebsten möchten sich die jungen Erwachsenen in Zukunft die Arbeit im Haushalt teilen, wobei sich dies die Frauen stärker wünschen als die Männer. 

Öffentlichkeitskampagne und Wanderausstellung
Für den Bündner Regierungsrat Martin Jäger hat die Untersuchung gezeigt, dass sich die Einstellungen der Jugendlichen gewandelt haben. Ihr konkretes Verhalten sei aber nach wie vor geprägt von Rollenstereotypen. Die Öffentlichkeitskampagne mit eigener Website, Plakaten in den Schulen und Inseraten sowie eine interaktive Wanderausstellung zum Thema in der Pädagogischen Hochschule Graubünden sollen Jugendliche und junge Erwachsene ermutigen, ihr Rollenspektrum zu erweitern und das eigene Rollenverhalten zu überprüfen. 
 

Hinweis:
Interreg-Projekt "betrifft: rollenbilder"
7.-17. April 2014, an Werktagen täglich von 10 bis 17 Uhr: Interaktive Wanderausstellung zum Thema Rollenbilder im Foyer der Pädagogischen Hochschule Graubünden.
Donnerstag, 10. April 2014, 18 Uhr: Öffentliche Podiumsveranstaltung zum Thema "Mädchen und Knaben – in der Schule gleichgestellt?" in der Pädagogischen Hochschule Graubünden mit Pädagogikprofessorin Dr. Elisabeth Grünewald, Genderspezialist Jürgmeier, Gian-Paolo Curcio, designierter Rektor der PH Graubünden, Primarlehrerin und Grossrätin Sandra Locher Benguerel. Leitung: Inés Mateos, Expertin für Bildung und Diversität.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Studie: www.rollenbilder.org  
Flyer "Die Rolle deines Lebens?" zum Projekt / zu Veranstaltungen 
 

Auskunftsperson:
Silvia Hofmann, Leiterin der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann des Kan-tons Graubünden, Tel. 081 257 35 70, E-mail: Silvia.Hofmann@stagl.gr.ch  
 

Gremium: Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann Graubünden
Quelle: dt Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann Graubünden
Neuer Artikel