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Hirschwanderungen im Grenzgebiet Graubünden-Tessin werden untersucht

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In der Mesolcina und in den angrenzenden Tälern des Kantons Tessin ist der Hirschbestand in den vergangenen 20 Jahren stetig angestiegen. Diese Entwicklung geht einher mit vermehrten Meldungen über hohe Wildschäden im Wald, in landwirtschaftlichen Kulturen sowie in Weinbergen vor allem im südlichsten Teil der Mesolcina und im Bellinzonese. Eine Untersuchung soll nun Klarheit über die Herkunft und Wanderung der Tiere schaffen.

Woher stammen die Rothirsche, welche sich in der Mesolcina und in den angrenzenden Tälern des Kantons Tessin aufhalten und dort zunehmend Schäden im Wald und an Kulturland verursachen? Kommen diese aus den schwer bejagdbaren Laubwäldern der Region, aus dem eidgenössischen Jagdbanngebiet Trescolmen oder gar aus Italien? Ein neues Projekt der Kantone Graubünden und Tessin soll Antworten auf diese Fragen liefern.

Um die Wanderungen der Tiere zu beobachten, wurden 18 Hirsche mit Sendern versehen. Zusätzlich wurden auch Tiere in traditioneller Weise mit Ohrmarken und Halsbändern markiert. Alle eingesetzten Sender stammen aus früheren Projekten. Die Erfahrung aus dem Rätikon-Projekt, welches von 2009 bis 2014 im Dreiländereck Schweiz-Liechtenstein-Vorarlberg durchgeführt worden ist, hilft auch bei diesem neuen Projekt weiter. Ebenso sind die Erkenntnisse aus dem langjährigen Umgang mit besenderten Rothirschen im Schweizerischen Nationalpark nützlich.

Im Weiteren werden entlang der Wechsel Fotofallen eingesetzt, um die Grösse der Wandergruppen zu bestimmen. Mit der Kombination von zwei unterschiedlichen Methoden (Besenderung und Fotofallen) wird aus wissenschaftlicher Sicht Neuland betreten. Die Arbeiten vor Ort werden von den Bündner und Tessiner Wildhütern ausgeführt.

Das Projekt soll bis Mitte 2019 abgeschlossen werden. Die Sender werden nach zwei Jahren zurückgewonnen und nach einer Revision erneut eingesetzt. Die Kosten werden zwischen den verschiedenen Projektpartnern aufgeteilt. Die Studie ist auch im Hinblick auf eine allfällige Gründung des Nationalparks Adula von Bedeutung. Die Bevölkerung ist aufgerufen, alle Beobachtungen von markierten Hirschen der Wildhut zu melden. 
 

Fotobeilage: Besenderter Rothirsch 
 

Auskunftspersonen:
In Deutsch:
- Dr. Georg J. Brosi, Leiter Amt für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden, Tel. 081 257 38 92
In Italienisch:
- Nicola De Tann, guardiano della selvaggina, distretto di caccia Moesa, Mesocco, Tel. 079 685 06 50
- Giorgio Leoni, capoufficio della caccia e della pesca Ticino, Tel. 091 814 28 75


Gremium: Amt für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden
Quelle: dt Amt für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden
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