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Nach den Unwetterereignissen vom August 2005 wurden verschiedene Verbesserungen in der Hochwasservorsorge in Angriff genommen. Nach diversen Vorarbeiten am Alpenrhein geht im Juli auch ein neues Abflussprognosemodell in Betrieb, das genauere Hochwasservorhersagen möglich macht. Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) hat an ihrer heutigen Sitzung in Eschen im Fürstentum Liechtenstein die weiteren Projektschritte zur Kenntnis genommen.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat zusammen mit Vertretern der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) in den letzten zwei Jahren ein neues Abflussprognosemodell erstellt. Im Juli geht es nun in den operativen Betrieb. Das Modell basiert einerseits auf den Niederschlagsprognosen von Meteo Schweiz und anderseits auf den aktuellen Pegelständen der Gewässer. Zusätzlich wird die aktuelle Schneedeckenhöhe ermittelt und für die Abflussprognose verwendet.

Genaue Vorhersagen möglich

Durch dieses Modell erhalten die Rheinbauleiter ziemlich genaue Angaben über die erwartete Abflussmenge an Messstationen wie in Domat/Ems oder Diepoldsau bereits 24 Stunden vor einem Hochwasserereignis. Dies ermöglicht eine detaillierte Lageeinschätzung, so dass die Massnahmen der Wasserwehrorgane frühzeitig angeordnet und vorsorgliche Schutzmassnahmen zugunsten der Bevölkerung rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Information der Bevölkerung erfolgt im Hochwasserfall zuerst über verschiedene Internetplattformen und bei einer grossen Gefährdung aktiv über die elektronischen Medien wie Radio und Fernsehen.

Natürliche Verbesserung der Passierbarkeit für Fische
Eine Massnahme des Entwicklungskonzepts Alpenrhein EKA sieht vor, die Blockrampe Buchs-Schaan in Bezug auf die Fischaufstiegshindernis und Rampenstabilität zu überprüfen. Entsprechende Untersuchungen haben gezeigt, dass ein aktiver Rampenunterhalt zum Schutz der beiden unmittelbar oberwasserseitigen Brücken und zur Gewährleistung einer gewünschten Rheinsohlenentwicklung nicht mehr notwendig ist. Zudem wird die Problematik der Rampe als Migrationshindernis für Fische aufgrund der Sohlenanhebung nicht mehr so stark eingestuft wie vor zehn Jahren. Dennoch wird aus ökologischer Sicht darauf verwiesen, dass die im EKA vorgesehene Rheinaufweitung Eschner Au zur Beschleunigung der natürlichen Aufschotterung und damit der Passierbarkeit der Rampe beitragen kann.

Willi Haag wird neuer Vorsitzender der IRKA

Ab 1. Juli 2014 übernimmt der St. Galler Regierungsrat Willi Haag den Vorsitz der IRKA. Er löst damit den Bündner Regierungspräsidenten Dr. Mario Cavigelli ab.

Wer ist IRKA?
Die Mitglieder der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) treffen sich zweimal jährlich zu Kommissionssitzungen. Dabei wird über den Stand der laufenden Projekte berichtet. Ebenso werden anstehende aktuelle Themen erörtert sowie Beschlüsse zu neuen Projekten gefasst. Die Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg und der Kantone Graubünden und St. Gallen verfolgen im Rahmen der Kooperationsvereinbarung Alpenrhein seit Dezember 1998 als übergeordnetes Ziel, eine sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebiets zu fördern, insbesondere die Gewährleistung der Hochwassersicherheit, die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen sowie die Erhaltung und Mehrung der Naturwerte.
Mitglieder der IRKA sind Landeshauptmann Mag. Markus Wallner (Vorarlberg), Regierungsrat Willi Haag (Kanton St. Gallen), Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer (Fürstentum Liechtenstein) und Regierungspräsident Dr. Mario Cavigelli (Kanton Graubünden, Vorsitz). Als Vertreter der Republik Österreich nimmt Dr. Heinz Stiefelmeyer und als Vertreter der Schweiz Hans Peter Willi (BAFU) an den jeweiligen IRKA-Sitzungen teil. 


Hinweis:

Weitere Informationen über die IRKA und ihre Aktivitäten sind auf der Homepage www.alpenrhein.net verfügbar. 
 

Auskunftsperson:
Erich Büsser, Leiter Amt für Energie und Verkehr des Kantons Graubünden, Vorsitzender der Koordinationsgruppe IRKA, Tel. 081 257 36 21, E-Mail: erich.buesser@aev.gr.ch  
 

Gremium: Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
Quelle: dt Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
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