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Regierung unterbreitet dem Grossen Rat Botschaften zu drei Gemeindefusionen

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Der Grosse Rat wird in der Oktobersession 2014 über drei Gemeindefusionen entscheiden. Die Regierung unterbreitet dem Parlament je eine Botschaft zu den Gemeindezusammenschlüssen Albula/Alvra, Domleschg und Vals. Die drei Gemeindefusionen sollen per 1. Januar 2015 vollzogen werden. 

Neue Gemeinde Albula/Alvra
Im Albulatal schliessen sich die Gemeinden Alvaneu, Alvaschein, Brienz/Brinzauls, Mon, Stierva, Surava und Tiefencastel zur neuen Gemeinde Albula/Alvra zusammen. Die Gemeindefusion ist das Ergebnis von Bemühungen zu territorialen Reformen im Albulatal, die schon seit mehr als einem Jahrzehnt andauern. Auch mit dem Zusammenschluss von sieben von elf Gemeinden aus dem Albulatal dürfte der Reformprozess in der Talschaft nicht abgeschlossen sein.
Die Stimmberechtigten von Alvaneu, Alvaschein, Brienz/Brinzauls, Mon, Stierva, Surava und Tiefencastel stimmten im Februar 2014 der Gemeindefusion mit rund 87 Prozent Ja-Stimmen deutlich zu. Mit Albula/Alvra entsteht eine zweisprachige Gemeinde mit knapp 1400 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer Fläche von rund 9400 Hektaren. Die fusionierenden Gemeinden arbeiten seit Jahren in verschiedenen Bereichen intensiv zusammen. Kooperationen bestehen auch über die neue Gemeindegrenze hinaus – insbesondere im Schulwesen. So besuchen die romanischsprachigen Kinder der Gemeinde Albula/Alvra den Kindergarten und die Primarschule in Lantsch/Lenz, während die deutschsprachigen Kinder auch aus Schmitten in Alvaneu unterrichtet werden. Die Oberstufe wird weiterhin für die gesamte Talschaft in Tiefencastel geführt. Der Gemeindezusammenschluss wird durch den Kanton mit einem Förderbeitrag von insgesamt 5,8 Millionen Franken unterstützt. 

Neue Gemeinde Domleschg
Aus Almens, Paspels, Pratval, Rodels und Tomils wird per 1. Januar 2015 die neue Gemeinde Domleschg. Durch den Zusammenschluss entsteht eine deutschsprachige Gemeinde mit knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie einer Fläche von rund 4600 Hektaren. Damit vereinigt die neue Gemeinde rund 45 Prozent der Einwohnerschaft sowie rund 60 Prozent des Territoriums des Kreises Domleschg. Almens, Paspels, Pratval, Rodels und Tomils verfolgen seit Jahren in verschiedenen Bereichen eine starke Zusammenarbeit. Es bestehen auch im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich enge Bindungen. Die Stimmberechtigten genehmigten die Gemeindefusion im März 2014 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 74 Prozent. Die Frage der künftigen Schulstandorte wurde mit dem Modell 3 – 2 – 1 gelöst, das heisst, die neue Gemeinde wird über drei Kindergärten, zwei Primarschulen und eine Oberstufe verfügen.
Die Fusion der fünf Domleschger Gemeinden wird vom Kanton mit einem Beitrag von insgesamt 5,45 Millionen Franken gefördert. Dabei berücksichtigt wurde der Umstand, dass sich auf das Jahr 2009 hin mit finanzieller Unterstützung des Kantons die vier Gemeinden Feldis/Veulden, Scheid, Trans und Tumegl/Tomils zur heutigen Gemeinde Tomils zusammengeschlossen hatten. Ein neues Gemeindewappen wird mit der Symbolik von acht Äpfeln die Anzahl der ehemaligen Gemeinden aufnehmen. 

Neue Gemeinde Vals
Im Lugnez schliessen sich die Gemeinden Vals und St. Martin zur neuen Gemeinde Vals zusammen. Die institutionellen Probleme von St. Martin, welche zum Einsatz eines Regierungskommissärs geführt haben, sind unter anderem auf die kleine Einwohnerzahl zurückzuführen und können nur durch den Zusammenschluss mit Vals behoben werden. In der Gemeinde St. Martin mit nur 33 Einwohnerinnen und Einwohnern sind die verwandtschaftlichen Beziehungen und Verflechtungen stark, so dass die verfassungsmässige Behördenbesetzung beinahe verunmöglicht ist. Die Regierung hielt 2013 die Gemeinde St. Martin und den Regierungskommissär an, mit der Nachbargemeinde Vals Abklärungen über einen Zusammenschluss vorzunehmen. Die beiden Gemeinden grenzen aneinander und weisen zahlreiche historische, sozio-kulturelle und wirtschaftliche Gemeinsamkeiten auf. Seit Langem arbeiten St. Martin und Vals bereits in verschiedenen Bereichen zusammen.
St. Martin befürwortete die Fusion im April 2014 mit rund 74 Prozent Ja-Stimmen, die Valser Bevölkerung hiess den Zusammenschluss gar mit 99,5 Prozent Ja-Stimmen gut. Der kantonale Förderbeitrag beträgt insgesamt 735 000 Franken. Damit sind nach den Zusammenschlüssen zu den heutigen Gemeinden Lumnezia und Ilanz/Glion die Gemeindestrukturen in der näheren Region bereinigt.

Der Grosse Rat wird in der Oktobersession 2014 einzeln über die Gemeindefusionen Albula/Alvra, Domleschg und Vals beschliessen. 
 

Auskunftsperson:
Regierungsrätin Barbara Janom Steiner, Vorsteherin Departement für Finanzen und Gemeinden, Tel. 081 257 32 01, E-Mail: barbara.janom@dfg.gr.ch  
 

Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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