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Hochjagd 2014

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Gute Strecken bei Hirsch und Gämse und eine durchschnittliche Rehjagd sorgen für weitgehend zufriedene Bündner Jägerinnen und Jäger, allerdings mit grossen regionalen Unterschieden. Eine Sonderjagd zur Erfüllung der Abschusspläne ist beim Hirsch in fast allen Regionen notwendig, beim Reh nur noch beschränkt in einzelnen Regionen. 2700 Jäger haben sich für die Sonderjagd angemeldet, so viele wie nie zuvor.

Gute Wildbestände und recht günstige Jagdbedingungen haben zu einem guten Resultat der Hochjagd 2014 beigetragen. 5414 Jäger, davon 179 Jägerinnen, haben an der Bündner Hochjagd 2014 teilgenommen. 

Hirschjagd mit regionalen Differenzen
Auf der traditionellen Hochjagd im September wurde beim Hirsch mit 3229 Abschüssen ein gutes Resultat erreicht. Wesentlich zu diesem Ergebnis haben der Abschuss in der ersten Jagdwoche und die früh einsetzende Brunft beigetragen. Gute Sommerweiden und verschiedene Störaktionen vor Jagdbeginn dürften wesentlich zu einer guten Verteilung des Rotwildes und damit zum guten Resultat in der ersten Jagdwoche beigetragen haben. Allerdings bestehen grosse regionale Unterschiede. Um den Schweizerischen Nationalpark wurde einmal mehr ein nur mässiges Resultat erreicht. Gute Äsungsbedingungen im Park führen erfahrungsgemäss dazu, dass insbesondere das Hirschwild diesen für die Nahrungsaufnahme nicht verlassen muss.
Mit 1867 Hirschstieren und 1362 Hirschkühen ist die Strecke bezüglich des Geschlechterverhältnisses nicht ausgeglichen. Die Steuerung der Grösse der Hirschbestände erfolgt jedoch prioritär über den Abschuss weiblicher Tiere. Mit der Herbstjagd soll je nach regionalem Bedarf der noch notwendige Eingriff vorwiegend beim weiblichen Populationsanteil erfolgen.

Mit verschiedenen Konzepten wurde versucht, grosse Ansammlungen von Hirschwild in Wildschutzgebieten aufzulösen. Einzelne Aktionen zeigten Erfolg, andere weniger. Allerdings lässt sich auch damit weder das Problem der Bejagung der Hirsche aus dem Schweizerischen Nationalpark noch das Problem der erst im Spätherbst zuwandernden Hirsche aus den benachbarten Kantonen bzw. angrenzenden Ländern und natürlichen Schutzgebieten lösen. 

Rehjagd im langjährigen Durchschnitt
Das Resultat der Rehjagd liegt mit 2368 erlegten Rehen im langjährigen Durchschnitt. In Nordbünden ist das Jagdergebnis deutlich besser ausgefallen als in Südbünden. Das widerspiegelt die Situation im letzten Winter, mit einem harten Winter 2013/14 auf der Südseite und einem milden Winter auf der Nordseite. Über 1400 Rehe mussten im letzten Fallwildjahr (bis Ende Mai 2014) als Kadaver registriert werden.
An den letzten vier Jagdtagen wurden im Engadin, Münstertal und Bergell 37 Rehkitze erlegt. 

Gute Gämsjagdstrecke
Mit 2988 Gämsen wurden eine gute Gämsststrecke erreicht. Diese liegt im angepeilten Bereich. Die Dichte der Gämsbestände zeigt grosse regionale Unterschiede. Der Jagddruck ist in gut begehbaren Gebieten sehr hoch, in abgelegenen Gebieten hingegen deutlich geringer. Mit einer vorsichtigen Strategie soll vermieden werden, dass die Jagd eine negative Entwicklung der Gämsbestände mitverursacht.
In verschiedenen Regionen mussten Fälle von Gämsblindheit registriert werden.
 
  Total männlich weiblich Geschlechterverhältnis
Hirsch 3229 (3051) 1867 (1722) 1362 (1328) 1:0.73 (0.77)
Reh 2368 (2293) 1424 (1387) 944 (908) 1:0.66 (0.65)
Gämse 2988 (2839) 1477 (1423) 1511 (1416) 1:1.02 (1.00)
Wildschwein 12 (14) 5 (5) 7 (9)  
         
Total Schalenwild: 8597 (8198)      

Hohe Hirschbestände erfordern konsequente Umsetzung der Jagdplanung
Die hohen Hirschbestände erfordern mit Ausnahme des Bergells, der Regionen am Calanda und der Teilregion Safien im ganzen Kanton die Durchführung einer Herbstjagd auf Hirschwild, allerdings mit grossen regionalen Unterschieden. Der Abschussplan liegt in der Grössenordnung des Vorjahres. Grosse Herbstjagden sind in der Umgebung des Schweizerischen Nationalparks notwendig. Einmal mehr zeigt sich auch die Notwendigkeit, in einer zweiten Jagdphase regionale Unterschiede ausgleichen zu können. Die teilweise schlechte Verjüngungssituation des Waldes verlangt eine konsequente Bejagung des Hirschbestandes.
Besondere Massnahmen sind aufgrund der in jüngster Zeit bei Rindern und Hirschwild im Vorarlberg festgestellten Tuberkulosefälle angezeigt. Im Auftrag des Kantonstierarztes werden während der Sonderjagd alle mehrjährigen Hirsche aus dem Prättigau und dem Unterengadin auf das Vorkommen von Tuberkulose untersucht.

In mehr als der Hälfte der Regionen wurde der Rehabschussplan während der Hochjagd bereits erfüllt. Beim Reh konzentrieren sich die noch erforderlichen Eingriffe vor allem auf Korrekturen einer unausgeglichenen Bejagung männlicher und weiblicher Tiere.

Hirsch- und Rehbestände zeichnen sich im Gegensatz zum Gäms- und Steinwild durch eine hohe Reproduktionsleistung aus. Bei diesen beiden Arten wächst der Bestand jährlich um gut einen Drittel des Frühlingsbestandes an. Dies bedeutet beim Hirsch einen jährlichen Zuwachs von rund 5000 Tieren. Entsprechend hoch muss die jährliche Entnahme sein, um mindestens eine Stabilisation der Bestände im Kanton zu erreichen. Die Herbstjagd hat zum Ziel, die Wildbestände an ihre Wintereinstände anzupassen. Damit wird die wichtigste Hegemassnahme umgesetzt, nämlich die Anpassung der Bestandesgrösse an die Kapazität des Lebensraumes.

Für die Herbstjagd haben sich 2671 (2450) Jägerinnen und Jäger angemeldet, mehr als je zuvor. Diese erfüllen mit der Anpassung der Wildbestände an ihre Wintereinstände eine wichtige Aufgabe. Durch eine konsequente Bejagung können die Fallwildverluste im Winter reduziert werden, zudem lassen sich Schäden am Wald und an landwirtschaftlichen Kulturen beschränken bzw. verhindern.

Achtung: Information der angemeldeten Jägerinnen und Jäger neu geregelt
Die teilnahmeberechtigten Jägerinnen und Jäger werden in diesem Jahr nicht mehr mit einem persönlichen Brief, sondern über eine erweiterte Publikation im Amtsblatt des Kantons, auf den Webseiten des Amtes für Jagd und Fischerei (www.ajf.gr.ch) und des BKPJV (www.bkpjv.ch) informiert. Gleichzeitig mit den Abschussplänen werden auch die Patentausgabepläne und die regionalen Informationen veröffentlicht.
Neu ist der Name der Region, für die sich eine Jägerin / ein Jäger angemeldet hat, auf dem Hochjagdpatent vermerkt. Dieses gilt als Bestätigung für die Teilnahmeberechtigung und ist beim Lösen des Patentes vorzuweisen.


Auskunftspersonen:
- Dr. Georg Brosi, Vorsteher Amt für Jagd und Fischerei Graubünden, Tel. 081 257 38 92, E-Mail Georg.Brosi@ajf.gr.ch  
- Hannes Jenny, Wildbiologe, Amt für Jagd und Fischerei Graubünden, Tel. 081 257 38 92, E-Mail Hannes.Jenny@ajf.gr.ch  


Gremium: Amt für Jagd und Fischerei
Quelle: dt Amt für Jagd und Fischerei
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