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Das Reh – Durch Anpassung zum Erfolg

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Vom 2. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016 gibt die Sonderausstellung "Das Reh – Durch Anpassung zum Erfolg" im Bündner Naturmuseum überraschende und neue Einblicke in das Leben dieser Wildtierart. Einen Eindruck der Ausstellung gibt unter www.gr.ch ein neues Video der Standeskanzlei Graubünden.

Das Reh – Eine Erfolgsstory
Ende des 19. Jahrhunderts waren die Rehbestände in der Schweiz stark dezimiert, um 1870 war es gar aus den meisten Kantonen verschwunden. Heute jedoch ist das Reh aus der Landschaft nicht mehr wegzudenken und die häufigste wildlebende Huftierart der Schweiz. Wie kam das?
Eine konsequente Jagdplanung und ein verbessertes Waldgesetz ermöglichten im 20. Jahrhundert eine Erholung der Bestände. Wie kaum eine andere Wildtierart scheint sich das Reh in der vom Mensch beeinflussten Landschaft bestens zurechtzufinden. Was steckt hinter dieser tierischen Erfolgsgeschichte? Die Sonderausstellung "Das Reh  ̶   Durch Anpassung zum Erfolg", eine Produktion der Naturmuseen Thurgau und Olten, gibt Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Anpassungsfähiger Kulturfolger

Das Reh besiedelt Landschaften mit Wäldern und Offenland. Der Wald bietet Deckung, auf offenen Flächen findet es reiche Nahrung. Die Kulturlandschaft erfüllt diese Bedürfnisse ideal, denn Rehe sind sehr anpassungsfähig. Sie leben im Gebirge, entlang von Autobahnen, zwischen den Pisten von Flughäfen oder mitten im Siedlungsraum. Auch auf Friedhöfen finden sie Ruhe und Nahrung – und fressen sich am Grabschmuck satt.

Huftierart mit Besonderheiten
Das Reh gehört zur Familie der Hirsche. Mit rund 20 Kilogramm zählt es zu den kleinen Vertretern. Es ist rund 40-mal leichter als die schwerste Hirschart, der Elch – und sogar leichter als unser grösstes Nagetier, der Biber!
Das Reh ist ein Pflanzenfresser. Beim Äsen kaut es die Nahrung nur kurz und schluckt sie sofort hinunter. Später wird die Nahrung wieder hochgewürgt, nochmals gekaut und geschluckt – daher die Bezeichnung "Wiederkäuer" – und mit Hilfe von Mikroorganismen verdaut.
Die männlichen Rehe, die Böcke, tragen ein Geweih aus Knochensubstanz. Dieses wird erstaunlicherweise alljährlich abgeworfen und gleich wieder neu gebildet. Warum Rehböcke sich diesen Materialverschleiss leisten und wie der Zyklus von Geweihabwurf und -aufbau funktioniert, ist in der Ausstellung zu erfahren.

Vertrautes Wildtier in neuem Licht
Biologie, Lebensweise und Zusammenleben des Rehs mit dem Menschen bilden die Schwerpunkte der Ausstellung. Lebensechte Präparate stellen verschiedene Verhaltensweisen des Rehs dar. Eindrückliche Film- und Fotoaufnahmen zeigen die scheinbar so vertraute Wildtierart von ungewohnter und überraschender Seite. Ein im Sprung montiertes Rehskelett, ein Luchs am Rehriss, ein Rehmagen, welcher den Blick ins Innere ermöglicht, oder die sichtbar gemachten Blutgefässe eines Rehgeweihs lassen diese Tierart in neuem Licht erscheinen. Und natürlich besteht die Möglichkeit, vieles selber auszuprobieren, zu "begreifen" und das eigene Rehwissen spielerisch zu erweitern. Die Ausstellung "Das Reh – Durch Anpassung zum Erfolg" richtet sich an Jung und Alt und lädt Interessierte zum Kennenlernen der unbekannten Seiten einer bekannten Tierart ein. Die Dauerausstellungen des Bündner Naturmuseums wurden auf diese Ausstellung hin mit Objekten ergänzt. Lassen Sie sich überraschen!

Im Rahmenprogramm vertiefen öffentliche Führungen und Vorträge das Thema. Auf Anfrage können Führungen gebucht werden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr, Montag geschlossen


Auskunftspersonen:
- Ueli Rehsteiner, Direktor Bündner Naturmuseum, Tel. 081 257 28 43
- Flurin Camenisch, Museumspädagoge, Tel. 081 257 28 45


Gremium: Naturmuseum
Quelle: dt Naturmuseum
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