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Arge Alp fordert gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Alpenraum

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Die Regierungschefkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) hat heute in Bezau, Vorarlberg, drei Resolutionen verabschiedet. Die Regierungschefs diskutierten die Themen Flüchtlingskrise, Beschäftigung und Klimaschutz im Alpenraum. Der Kanton Graubünden als Mitglied der Arge Alp stellte sich hinter die heute verabschiedeten Resolutionen. Neu übernimmt das deutsche Bundesland Bayern den Vorsitz der Arge Alp.

Die Regierungschefs der Alpenländer haben an ihrer diesjährigen Konferenz in Bezau die Resolution "Die Herausforderungen der Flüchtlingskrise im Alpenraum bewältigen" verabschiedet. Es sind gemeinsame Anstrengungen notwendig, um den Zustrom an Menschen in den Arge Alp-Raum wirkungsvoll zu steuern und zu senken. Die Arge Alp fordert die Europäische Union deshalb auf, dafür eine Strategie und ein Bündel an effektiven Massnahmen zu entwickeln und durchzusetzen. Dazu gehört unter anderem die effektivere Sicherung der EU-Aussengrenze in Verbindung mit der Einrichtung von Registrierungszentren. Zudem fordert die Arge Alp ein auf Dauer angelegtes System, das es ermöglicht, die Verantwortung für die zahlreichen Flüchtlinge solidarisch unter den Staaten aufzuteilen. Massgebliche Parameter für die Verteilung auf die einzelnen EU-Staaten könnten etwa die jeweilige Bevölkerungsgrösse und Wirtschaftskraft eines Staates sein, ebenso wie die bisherige Aufnahmeleistung. Um Flüchtlingsbewegungen generell zu verhindern, ist den Fluchtursachen vorzubeugen. Auf internationaler Ebene sind gezielte Massnahmen erforderlich, die bewaffneten Konflikten und politischer Verfolgung in den Herkunftsländern ein Ende setzen. Darüber hinaus müssen die in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Organisationen unterstützt werden, die in den Herkunftsländern zur Verbesserung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beitragen können. Hier sehen sich auch die Arge Alp-Länder und -Kantone in der Pflicht, in ihrer Entwicklungszusammenarbeit entsprechende Schwerpunkte zu setzen.

Eine weitere Resolution, welche an der Regierungschefkonferenz verabschiedet wurde, betrifft das Thema "Beschäftigung im Alpenraum: mehr und bessere Arbeitsplätze schaffen".
Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft der Arge Alp-Regionen. Diese Unternehmen müssen von übermässigem Verwaltungsaufwand entlastet werden. Die Arge Alp-Regierungschefs bekennen sich deshalb dazu, überbordender Bürokratie in ihrem Kompetenzbereich entgegen zu wirken. Die dritte verabschiedete Resolution beschäftigt sich mit der zukunftsorientierten Klimaschutzpolitik für den Alpenraum. Der Alpenraum soll eine Modellregion für Energieeffizienz und für erneuerbare Energien werden. Zudem gilt es, grenzüberschreitende Kooperationen im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu verstärken, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern und dafür zu sorgen, dass Tourismusdestinationen verstärkt auf klimafreundlichem Wege erreichbar sind.

Im Weiteren haben die Regierungschefs der Alpenländer die Eckpunkte für die zukünftige strategische Ausrichtung der Arge Alp festgelegt. Die Arge Alp ist "die Interessensvertretung für Alpenthemen". Die Mitgliedsregionen sollen ihre politischen Anliegen zu alpenspezifischen Themen aufeinander abstimmen und gegenüber der nationalen und europäischen Ebene gemeinsam einbringen. Zudem soll die Arge Alp Projekte mit nachhaltiger Wirkung abwickeln, die stärker auf zukunftsrelevante Themen gerichtet sind. Durch ihre Tätigkeiten will die Arge Alp auch einen konkreten Nutzen für die Bevölkerung erzielen. Sie soll dazu beitragen, die Identifikation mit dem Alpenraum zu verbessern und dadurch Identität stiften.

Bündner Projekte

Die Arge Alp als grenzüberschreitender Zusammenschluss von zehn Ländern, Regionen und Kantonen aus vier Staaten ermöglicht vielfältige gemeinschaftliche Projekte in Alpenraum. Ein erfolgreiches Projekt unter Bündner Leitung ist "Arge Alp Sport". Im letzten Jahr nahmen knapp 1895 Sportlerinnen und Sportler an neun Wettkämpfen im ganzen Arge-Alp-Raum teil. Das zweite aktuelle Bündner Projekt befasst sich mit Fragen rund um den Einfluss von Permafrost auf Berg- und Felsstürze. Die Ergebnisse des Projekts werden 2017 vorgestellt.

In Bezau wurden auch neue Vorhaben ins Leben gerufen, wie zum Beispiel ein Projekt zur Untersuchung des Einflusses von Gletscher-Randklüften auf Felsstürze, ein Projekt betreffend eines gemeinsamen Recherche-Portals der Arge Alp-Archive sowie das Projekt Europäische Talentakademie 2017.

Arge-Alp-Preis 2016: "Innovative Projekte im Beschäftigungsbereich"
Heute wurde in Bezau auch der Arge-Alp-Preis 2016 vergeben. Der diesjährige Preis will den Alpenraum als innovative Region mit Tradition ins öffentliche Bewusstsein rücken und verstärkt dazu anregen, Kooperationen im Alpenraum einzugehen. Aus allen Mitgliedsländern, -regionen und -kantonen der Arge Alp wurden innovative Projekte im Beschäftigungsbereich eingereicht. Eine internationale Jury nahm die Prämierung vor. Das Projekt "Mia Engiadina" aus Graubünden gewann einen Anerkennungspreis im Wert von 1000 Euro.

Fotobeilage
Arge Alp 
Regierungsrätin Barbara Janom Steiner gratuliert Arge-Alp-Preisträger Not Carl vom Projekt "Mia Engiadina".


Auskunftsperson:
- Regierungsrätin Barbara Janom Steiner, Vorsteherin Departement für Finanzen und Gemeinden Graubünden, E-Mail: Barbara.Janom@dfg.gr.ch (Rückruf erfolgt)

- Telefonische Medienanfragen: Tamara Kobler, Informationsbeauftragte Kanton Graubünden, Tel. 079 792 19 37


Gremium: Arge Alp / Regierung des Kantons Graubünden
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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