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Naturgefahren in der Schweiz: Wo steht Graubünden?

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Beim Schutz vor Naturgefahren befindet sich die Schweiz auf einem hohen Niveau. Dies zeigt der Bericht "Naturgefahren Schweiz", welcher heute vom Bundesrat verabschiedet wurde. Die grosse Herausforderung für alle Akteure wird sein, die erforderlichen Massnahmen und Mittel so auszurichten und einzusetzen, dass auch in Zukunft Mensch, Tier und Infrastruktur vor Naturgefahren geschützt bleiben. Aufgrund des Klimawandels und der sich ändernden Nutzung des Raumes sind auch die Risiken dynamisch. Aus diesen Gründen hat sich der Kanton Graubünden ein integrales Risikomanagement erarbeitet.

Mehr als ein Fünftel aller Gebäude im Kanton Graubünden stehen in einem durch Naturgefahren bedrohten Gebiet. Das sind ca. 35 000 Gebäude mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 25 Milliarden Franken, die von Wasser (Überschwemmungen, Murgänge), Rutschungen, Lawinen sowie von Sturzprozessen (Steinschlag, Felsstürze) betroffen sein könnten (vgl. Beilagen).

Aussagen zur Risikoexposition lassen sich nur auf der Basis von Gefahren- und Gefahrenhinweiskarten machen. Diese Grundlagen wurden für die meisten Siedlungsgebiete in Graubünden bereits erarbeitet. Die permanente Nachführung und Aktualisierung der Gefahrengrundlagen ist eines der Handlungsfelder, zu denen der Bund in seinem Bericht Massnahmen vorschlägt.

Der Kanton Graubünden hat verschiedene der vom Bund geforderten Massnahmen bereits umgesetzt. Raumplanerisch festgelegte Gefahrenzonen, in denen Bauten und Anlagen verboten oder nur unter Auflagen möglich sind, gehören seit langem zum Werkzeugkasten des integralen Risikomanagements des Kantons. Zudem betreibt der Kanton bereits eine nachhaltige Schutzwaldpflege und führt regelmässige Kontrollen und Unterhaltsarbeiten an den Schutzbauten durch.

Neu und noch in Umsetzung ist die Ausbildung von lokalen Naturgefahrenberatern, welche vor Ort Gemeindeführungsstäbe frühzeitig vor Naturereignissen warnen und fachliche Unterstützung bieten. Diese Spezialisten sind eine wichtige Stütze für die Gemeinden im Umgang mit Naturgefahren.

Früherkennung und Vorbeugung sind wichtig
Der Früherkennung und Vorbeugung wird im Bericht des Bundes ein grosser Stellenwert eingeräumt. Damit ist nicht nur eine zeitgerechte Warnung vor Unwettern mit starken Regenfällen gemeint, sondern insbesondere die frühzeitige Erkennung von Risiken. Diese nehmen in gefährdeten Gebieten stetig zu. Davon betroffen sind nicht nur die Bevölkerung sondern auch die Wirtschaft und die Umwelt.

Um derartige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, sind detaillierte Risikoanalysen erforderlich. Der Kanton Graubünden hat eine solche Risikoanalyse durchgeführt und die Risiken durch Naturgefahren mit technischen Risiken (Verkehrsunfälle, Brände) sowie gesellschaftlichen Risiken (Pandemien, Flüchtlingskrisen) verglichen. Bis aber flächendeckende Analysen für alle Siedlungsgebiete vorliegen, sind noch weitere Anstrengungen erforderlich.

Die Natur kann immer wieder unberechenbar und überraschend sein. Es darf deshalb nicht vergessen werden, dass der Umgang mit Naturgefahren nie abschliessend ist, sondern eine Daueraufgabe auch für unseren Kanton und die Gemeinden darstellt. Veränderte Rahmenbedingungen müssen stets von neuem berücksichtigt und einkalkuliert werden.


Auskunftspersonen:
- Reto Hefti, Leiter Amt für Wald und Naturgefahren, Tel. 081 257 38 51,
E-Mail Reto.Hefti@awn.gr.ch 
- Christian Wilhelm, Bereichsleiter Naturgefahren, Amt für Wald und Naturgefahren, Tel. 081 257 38 52, E-Mail Christian.Wilhelm@awn.gr.ch


Gremium: Amt für Wald und Naturgefahren
Quelle: dt Amt für Wald und Naturgefahren
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