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Neue Landesvermessung - Graubünden wird grösser

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Geodaten für die amtliche Vermessung und für Karten basieren heute auf den Landeskoordinaten von 1903. Unter dem Begriff Landesvermessung 1995 (LV95) baute das Bundesamt für Landestopografie swisstopo eine neue, satellitengestützte, hochgenaue Landesvermessung auf. Diese Grundlage gilt ab dem 1. Dezember 2016 auch für den Kanton Graubünden.

Die Koordinaten der amtlichen Vermessung wurden entsprechend angepasst. Die amtliche Vermessung in Graubünden bildet somit auch weiterhin eine moderne und zuverlässige Grundlage für alle Tätigkeiten mit Raumbezug.

Im Gelände festgelegte und genau eingemessene Vermessungspunkte bilden den Bezugsrahmen für sämtliche Vermessungsarbeiten in der Schweiz. Die Messgenauigkeiten von 1903 entsprechen nicht mehr den technischen Möglichkeiten von heute. Zwischen dem bisherigen und dem neuen Bezugsrahmen bestehen Differenzen, die schweizweit zwischen null (Bern) und rund eineinhalb Metern (Engadin, Genf) variieren. Mit dem Bezugsrahmenwechsel zur Landesvermessung 95 werden die Vorteile der Satellitenvermessung (GNSS-Technologie) vollumfänglich genutzt und der Anschluss an das europäische Bezugssystem sichergestellt.

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©swisstopo Koordinatendifferenzen zwischen den Bezugsrahmen LV03 und LV95

Einführung der neuen Koordinaten

Im Kanton Graubünden gilt der neue Bezugsrahmen ab 1. Dezember 2016 für die Daten der amtlichen Vermessung. Die übrigen Geodaten müssen bis spätestens am 31. Dezember 2020 in den neuen Bezugsrahmen überführt werden.

Die bestehenden Koordinaten werden mit einem nationalen Transformationsdatensatz in den neuen Bezugsrahmen LV95 überführt. An der Höhe werden keine Änderungen vorgenommen.

Auswirkungen des Bezugsrahmenwechsels

Abgesehen von den landesweiten Korrekturen liegt der offensichtliche Unterschied in der neuen Bezeichnung der Koordinaten. Die Koordinatenachsen y und x werden durch E (East, Osten) und N (Norden) ersetzt. Um Missverständnisse bei den Koordinatenangaben zu vermeiden, werden nach der Transformation die E-Werte um zwei Millionen und die N-Werte um eine Million erhöht.

 

Alte Koordinaten (LV03)  Neue Koordinaten (LV95)
y = 784 922.580 m
x = 162 105.730 m
H = 2316.810 m.ü.M
E = 2 784 923.505 m
N = 1 162 105.527 m
H = 2316.810 m.ü.M

Beispiel: Ein Vermessungsfixpunkt auf dem Julierpass ändert sich um ca. einen Meter.

Für die meisten Nutzer von Geodaten ändert sich mit dem Bezugsrahmenwechsel abgesehen von der neuen Bezeichnung nichts. Hingegen können die neuen Koordinaten Auswirkungen auf die Grundstücksflächen haben. Diese werden in den Daten der amtlichen Vermessung aus den LV95-Koordinaten der Grenzpunkte neu berechnet, was bei einigen Grundstücken eine rechnerische Flächenänderung bewirken kann. Die von den Flächenänderungen betroffenen Grundeigentümer wurden schriftlich benachrichtigt. An der Linienführung der Grenzen ändert sich aber nichts. Insgesamt wächst die Fläche des Kantons Graubünden um rund zehn Hektaren.

Fachleuten wie Architekten oder Ingenieuren wird empfohlen, ab sofort in ihren Projekten darauf zu achten, dass sie sich im richtigen Bezugsrahmen bewegen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.swisstopo.ch/lv95


Auskunftsperson:
Hans Andrea Veraguth, Abteilungsleiter Vermessung / Kantonsgeometer, Amt für Landwirtschaft und Geoinformation, Tel. 081 257 24 61, E-Mail Hans-Andrea.Veraguth@alg.gr.ch


Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden


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