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Wohl oder Übel – Für alles ist ein Kraut gewachsen

Kräuter zum Kochen? Selbstverständlich. Doch Kräuter stecken auch in vielen Produkten, in denen man sie nicht unbedingt erwarten würde. Dies zeigt ein neues Video der Standeskanzlei zur neuen Kräuter-Sonderausstellung im Bündner Naturmuseum. Die Ausstellung wird heute 12. April 2017, um 19:15 Uhr mit einer öffentlichen Vernissage eröffnet.

Pflanzen und Kräuter haben schon den Alltag unserer Vorfahren geprägt, und bis heute begleiten sie uns durch den Tag – auch in Form von Produkten, in denen wir sie nicht unbedingt vermuten würden: Im Duschgel oder in der Zahnpasta, im Frühstückstee oder in der Wurst, im Schnaps oder in der Duftlampe, als Gewürz, Heilmittel oder Droge, zum Räuchern, als Duftstoff oder Farbstoff – Kräuter sind allgegenwärtig. So trifft denn auch der Titel der neuen Sonderausstellung im Bündner Naturmuseum den Nagel auf den Kopf: "Wohl oder Übel. Für alles ist ein Kraut gewachsen". Die vom Wildnispark Zürich in Sihlwald konzipierte Ausstellung ermöglicht eine Reise durch Raum und Zeit, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart – und immer auf den Spuren von 29 ausgewählten Kräutern.

Kräuterduft als Wegweiser
Die Ausstellung ist als Reise für Klein und Gross durch die Welt der Kräuter gestaltet. Zunächst riechen die Besucherinnen und Besucher an neun Fläschchen, um sich für einen Duft zu entscheiden. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung erfährt man dann nach und nach mehr über das Kraut hinter dem Geruch. Auf Kinder, die im Lesen noch nicht so geübt sind, warten dabei verschiedene Hörstationen: es werden Geschichten erzählt, Details erklärt und ein Kind berichtet, mit welchen Kräutern die Mutter einen Tee braute, der gegen seinen heftigen Husten half.

Von Kräuterfrauen und Hexen
Der Ausstellungsrundgang führt zu einem kleinen, etwas windschiefen Häuschen. Vor dem Eintreten entdeckt man, wo die zuvor ausgewählte Pflanze lebt und welche Ansprüche sie an ihren Wuchsort stellt. Im Kräuterhaus stehen dann die kräuterkundigen Frauen des Mittelalters im Zentrum. Sie wurden dank ihres grossen Wissens geschätzt, gleichzeitig waren sie den Mitmenschen oftmals nicht ganz geheuer. Kräuterfrauen wohnten deshalb meist am Rande von Dörfern. Im Kräuterhaus der Ausstellung können sich die kleinen Gäste als Kräuterfrau oder Kräutermann verkleiden und eigene Kräutersprüche erfinden. Oder sie hören sich an einer Hörstation das Lied vom Zauberlehrling an.
Die nächste Station ist als Bibliothek gestaltet, und im Mittelpunkt steht Thomas von Aquin. Er kam nämlich um 1450 zum Schluss, all die heilkundigen Kräuterfrauen könnten nicht seriös sein, da müsse Hexerei dahinterstecken. Eine Einschätzung mit Folgen: Zwischen 1450 und 1750 wurden rund 60 000 Menschen wegen "Hexerei" hingerichtet; über 80 Prozent waren Frauen. Wer sich im Mittelalter zu gut mit Kräutern auskannte, lebte also gefährlich.

Kräuter im Alltag

Weiter führt der Rundgang in neuere Zeiten, konkret in die "Kräuter-Apotheke": Dort erfährt man vieles über die Wirk-, Gerb- und Bitterstoffe von Heilkräutern. Zum Abschluss zeigen Verpackungen eine ganze Palette von Produkten, in denen Kräuter zu finden sind. Es ist erstaunlich, wie viele Kräuter wir täglich verwenden und zu uns nehmen. In der Küche, im Badezimmer oder im Büro, als Salz, Salbe oder Tee, im Schnaps, Parfüm oder Duftlämpchen. Für alles ist ein Kraut gewachsen.

Kräutergarten
Im Aussenbereich des Bündner Naturmuseums können verschiedene Heil- und Duftkräuter in grossen Eternit-Kisten entdeckt und bestaunt werden. Im Eingangsbereich wird man von einem Gärtchen empfangen. Es zeigt, dass man auch auf kleiner Fläche und Standorten wie Balkonen Kräuter anbauen kann. Ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Führungen, Exkursionen und Workshops vertieft das faszinierende Thema.

Weitere Informationen unter www.naturmuseum.gr.ch und im Flyer zur Sonderausstellung.

Fotobeilage:

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Öffnungszeiten:
13. April bis 10. September 2017, jeweils von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr


Auskunftspersonen:
- Dr. Ueli Rehsteiner, Direktor Bündner Naturmuseum, Tel. 081 257 28 43, E-Mail Ueli.Rehsteiner@bnm.gr.ch
- Flurin Camenisch, Museumspädagoge Bündner Naturmuseum, Tel. 081 257 28 45, E-Mail Flurin.Camenisch@bnm.gr.ch


Gremium: Amt für Kultur
Quelle: dt Amt für Kultur

Video