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Die Wasserkraft steht im Zentrum des Bündner Arge-Alp-Vorsitzes

Der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) geht von Bayern an den Kanton Graubünden. An der heutigen Regierungschefkonferenz in Bayern hat Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner den Vorsitz für ein Jahr übernommen. Der Kanton Graubünden wird in seinem Vorsitzjahr die Wasserkraft zum zentralen Thema machen.

An der heutigen Regierungschefkonferenz der Arge Alp in Lautrach, Bayern, hat der Kanton Graubünden turnusgemäss für ein Jahr den Vorsitz der Arge Alp übernommen. Letztmals führte Graubünden in den Jahren 2008/2009 den Vorsitz. Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner hat beim Treffen der Regierungschefs die geplanten Eckpunkte des Vorsitzjahres von Graubünden vorgestellt. Im Mittelpunkt steht das Thema Wasserkraft im Alpenraum. Die Wasserkraft ist die bedeutendste Energiequelle des Alpenraums und von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung für die Bergregionen. In der Schweiz werden durchschnittlich rund 60 Prozent des Stroms in Wasserkraftwerken produziert. Rund ein Fünftel davon stammt aus Graubünden und stellt für den Kanton ein wichtiges Exportgut dar. Zudem sind über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Energieerzeugung aus Wasserkraft in Graubünden beschäftigt. Als natürliche, erneuerbare und weitgehend emissionsfreie Energiequelle leistet sie zudem einen wesentlichen Beitrag an den Klimaschutz. Daher wird Graubünden im Vorsitzjahr bei der Wasserkraftnutzung im Alpenraum einen klaren Schwerpunkt setzen.

Politische Akzente während des Vorsitzjahres

Mit einem Symposium zum Thema Wasserkraft während des Bündner Vorsitzjahres soll die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wasserkraft im Alpenraum verdeutlicht werden. Ziel des Symposiums ist auch, die Chancen aufzuzeigen, welche die Nutzung der Wasserkraft bieten. Das Symposium bietet die Gelegenheit, mit Personen aus Politik und Wirtschaft über diese Themen zu sprechen.
Zum Abschluss des Vorsitzjahres sollen an der Regierungschefkonferenz im Juni 2018 zwei Resolutionen verabschiedet werden. Eine Resolution widmet sich dem Leitthema Wasserkraft und wird deren Bedeutung für die Volkswirtschaft der Alpenländer sichtbar machen und aufzeigen, wie diese Branche erhalten bzw. in Zukunft gestärkt werden kann. Mit einer zweiten Resolution zum Thema Bildungslandschaft im Alpenraum, soll auf weitere Anliegen der Regional- und Berggebietspolitik, insbesondere im Bildungsbereich, aufmerksam gemacht werden.

Fotobeilage:
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Staatsministerin Beate Merk übergibt den Vorsitz der Arge Alp an Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner.

Verabschiedete Resolutionen
An der heutigen Regierungschefkonferenz in Lautrach, Bayern, wurden zwei Resolutionen zu den Themen Mobilität und Konnektivität im Alpenraum sowie die Zukunft der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verabschiedet. Die Regierungschefs befürworten die Massnahmen zur Verlagerung von Transporten auf umweltfreundliche Verkehrsträger und bekräftigten die Wichtigkeit, den nötigen Ausbau der zentralen Transeuropäischen Verkehrsnetzen (TEN-V) zügig weiter voranzutreiben. Die Verantwortlichen auf Ebene der Nationalstaaten und der EU sollten daher Sorge tragen, dass die Schieneninfrastruktur im Alpenraum weiter bedarfsgerecht ausgebaut wird. Gemeinsam mit der optimalen nachhaltigen verkehrlichen Anbindung ist auch die digitale Anbindung von zentraler Bedeutung. Das Thema Konnektivität und Breitbandausbau sollte daher ebenso mit Priorität angegangen werden.
In der zweiten Resolution betonten die Regierungschefs die wichtige Bedeutung der regionalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Arge Alp hat bewiesen, dass sinnvolle Kooperationen zum Mehrwert aller – nicht nur mittels nationaler Aussenpolitik – erfolgen können. Sie hat deutlich gemacht, dass grenzüberschreitende Herausforderungen auf regionaler Ebene der betroffenen Länder, Regionen, Provinzen und Kantone sowie unter Einbezug der lokalen Bevölkerung angegangen werden sollen. Deshalb sprechen sich die Mitglieder der Arge Alp dafür aus, den Mehrwert grenzüberschreitender Zusammenarbeit noch besser zu vermitteln. Es sind verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, um den Menschen die Vorteile der Kooperation mit den Ländern, Regionen, Provinzen und Kantonen im Alpenraum zu verdeutlichen.

Bündner Projekte
Der Kanton Graubünden hat zum Thema Bildung ein neues Arge-Alp-Projekt lanciert. An der diesjährigen Regierungschefkonferenz wurde das Projekt "Online Campus Alpenraum" bewilligt. Das Projekt will mittels einer Internetplattform das Studien- und Forschungsangebot im Alpenraum sichtbar machen und damit die Wahrnehmung der Hochschullandschaft im Alpenraum fördern. Ein weiteres Projekt unter Bündner Leitung ist "Arge Alp Sport". Das Projekt läuft seit über 10 Jahren erfolgreich und ist ein Symbol für die gemeinsamen Anstrengungen der Alpenländer zugunsten einer nachhaltigen Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Alpenraum. Im letzten Jahr nahmen knapp 1830 Sportlerinnen und Sportler an neun Wettkämpfen im ganzen Arge-Alp-Raum teil.

In der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) arbeiten in den vier Staaten Deutschland, Italien, Österreich und Schweiz folgende Länder, Provinzen, Regionen und Kantone mit einer Gesamtbevölkerungszahl von rund 26 Millionen Menschen zusammen: Bayern, Graubünden, Lombardei, Salzburg, St. Gallen, Südtirol, Tessin, Tirol, Trient und Vorarlberg.

Alle Informationen zum Bündner Vorsitzjahr sind unter www.gr.ch/argealp abrufbar und allgemeine Informationen zur Arge Alp sind unter www.argealp.org  aufgeschaltet.


Auskunftspersonen:
- Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner, Vorsteherin Departement für Finanzen und Gemeinden Graubünden, E-Mail: Barbara.Janom@dfg.gr.ch  (Rückruf erfolgt)
- Telefonische Medienanfragen: Tamara Kobler, Informationsbeauftragte Kanton Graubünden, Tel. 079 792 19 37


Gremium: Arge Alp / Regierung des Kantons Graubünden
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden