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Lehrmittel Graubünden reorganisiert den Vertrieb

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Der Kanton Graubünden hat den Vertrieb der Lehrmittel für die Volksschulen im Jahr 2002 an einen externen Anbieter ausgelagert. Der Vertrag mit dem aktuellen Vertriebspartner läuft Ende 2021 aus. Dies hat die Regierung zum Anlass genommen, die Strukturen von Lehrmittel Graubünden zu hinterfragen. Nun hat sie für 2022 eine Reorganisation des Lehrmittelvertriebs im Kanton Graubünden beschlossen.

Lehrmittel Graubünden betätigt sich als Verleger von Eigenproduktionen und tritt auch als Wiederverkäufer für Lehrmittel aus Drittverlagen auf. Das Sortiment umfasst aktuell circa 650 Eigenproduktionen und rund 1360 Artikel aus anderen Verlagen. Die Abwicklung des Bestell- und Rechnungswesens, die Lagerung und der Versand aller Artikel sowie die Lehrmittelberatung erfolgen seit 2002 durch einen externen Dienstleister.

Konzentration auf Eigenproduktionen
Im Hinblick auf die geplante Ausschreibung und Neuvergabe des Auslieferungsauftrags hat die Regierung beschlossen, die Auslieferung neu zu organisieren und zukünftig auf den Wiederverkauf von Lehrmitteln aus Drittverlagen zu verzichten. Die Gewinne des Kantons aus diesem Wiederverkauf sind in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft, bisweilen war das Geschäft sogar leicht defizitär.
Durch den Wegfall der Buchpreisbindung im Jahr 2007 und die Abschaffung des sogenannten Schulpreises bei den kantonalen Lehrmittelverlagen Ende 2019 entstand eine Wettbewerbssituation, die sich jetzt zunehmend in verschiedenen Preis- und Rabattmodellen der Verlage und Wiederverkäufer äussert. Die Schulen und Lehrpersonen haben dadurch und durch die allzeit verfügbaren Webshops der Verlage vermehrt die Möglichkeit, die Lehrmittelpreise zu vergleichen und die Unterrichtsmaterialien zu den für sie günstigsten Konditionen zu erwerben.
Lehrmittel Graubünden fehlen die Voraussetzungen und ein gesetzlicher Auftrag, um sich in einem offenen Wettbewerb im Buchhandel zu bewegen und damit private Anbieter zu konkurrenzieren.
Deshalb wird sich Lehrmittel Graubünden in Zukunft auf den Vertrieb der Lehrmittel aus dem Eigenverlag konzentrieren.

Fokus auf interne Administration
Mit der Reorganisation wird gleichzeitig die Bewirtschaftung der im Verlag Lehrmittel Graubünden herausgegebenen Unterrichtsmaterialien optimiert. Es ist vorgesehen, dass das Amt für Volksschule und Sport (AVS) ab 2022 die gesamte Administration des reduzierten Sortiments, die Lehrmittelbestellungen, die Betreuung des Webshops und auch die Lehrmittelberatung erneut selber übernimmt. Damit wird die Lehrmittelberatung wieder dort erbracht, wo das nötige Fachwissen dafür vorhanden ist.
Der Kanton wird ab diesem Zeitpunkt nur noch für die Bereiche Lagerhaltung und Versand auf einen externen Anbieter zurückgreifen. Dieser Auftrag wird in den nächsten Monaten öffentlich ausgeschrieben.

Mediothek statt Lehrmittelausstellung
Auf eine ständige Lehrmittelausstellung wird ab 2022 aufgrund des sehr reduzierten Sortiments verzichtet. Die Lehrpersonen werden stattdessen an Institutionen wie die Mediothek der Pädagogischen Hochschule Graubünden in Chur verwiesen, wo eine viel breitere Palette an Unterrichtsmaterialien konsultiert und auch ausgeliehen werden kann.

Auskunftsperson:
Josy Marie Künzler, Bereichsleiterin Lehrmittel, Amt für Volksschule und Sport, Tel. +41 81 257 22 61, E‑Mail Josy.Kuenzler@avs.gr.ch


Gremium: Amt für Volksschule und Sport
Quelle: dt Amt für Volksschule und Sport

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