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Das Fairtrail-Jahr 2025 zeigt klar: Die gemeinsame Nutzung der Bündner Wander- und Bikewege funktioniert mehrheitlich respektvoll und konfliktarm. Das belegen die kantonale Reklamationsanalyse 2025, die Fairtrail-Nutzerumfrage und die Rückmeldungen aus den «Fairdinand»-Einsätzen. Fairtrail leistet damit einen wichtigen Beitrag, damit das bestehende Wegnetz weiterhin gemeinsam genutzt werden kann.

Seit 2019 fördert das Projekt «Fairtrail Graubünden» ein respektvolles Miteinander zwischen Bikenden und Wandernden auf den Langsamverkehrswegen der Bündner Bergwelt. Die Kampagne sensibilisiert für Koexistenz und Rücksicht gegenüber Mitmenschen, Natur, Landwirtschaft und Wildtieren.

Wenige Konflikte trotz hoher Nutzung
Bereits seit dem Jahr 2018 wertet die Reklamationsanalyse des Tiefbauamts Graubünden bei Destinationen, Bergbahnen, Verbänden und Trägerschaften eingegangene Beanstandungen von Wandernden und seit 2024 zusätzlich auch von Bikenden aus. Die Analyse von 2025 zeigte, dass sich die registrierten Reklamationen auf konstant tiefem Niveau bewegen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 114 Reklamationen von Wandernden und 40 Meldungen von Bikenden erfasst – dies bei über 11 000 Kilometern signalisierten Wanderwegen, rund 4500 Kilometern signalisierten Mountainbike-Routen und einer sehr hohen touristischen Nutzung. Die Beschwerden beziehen sich primär auf Wegnetz, Infrastruktur, Signalisation und Transporteinrichtungen. Nur 18 Meldungen (15 von Wandernden und 3 von Bikenden) thematisieren Konflikte zwischen Wandernden und Bikenden – die diesbezüglichen Reklamationen haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Auch die Reklamationen betreffend Mutterkühen gingen deutlich zurück. Die Analyse bestätigt damit einen anhaltenden Entspannungstrend im Bereich der Koexistenz: Konflikte sind punktuell und lokal begrenzt.

Mehrheit erlebt das Miteinander als positiv
Auch bei der Fairtrail-Nutzerumfrage 2025 zeigt sich ein klares Bild: Rund drei Viertel der 900 Befragten geben an, dass das Miteinander auf den Wegen gut funktioniert. Insbesondere Bikende, E-Bikende und Trailrunner sehen mehrheitlich genügend Platz für alle Nutzungsgruppen. Bei den Wandernden ist die Einschätzung etwas zurückhaltender, aber ebenfalls überwiegend positiv. Die Mehrheit der Befragten nimmt Fairtrail als sinnvolle Unterstützung wahr und bestätigt, dass Rücksichtnahme und Toleranz auf den Bündner Wegen bereits heute gut funktionieren.

Wirkung durch persönliche Begegnungen
Eine zentrale Rolle bei der Sensibilisierung spielen die «Fairdinands». Über 30 dieser Fairtrail-Botschafterinnen und -Botschafter waren 2025 auf den Wegen präsent und vermittelten die Fairtrail-Haltung direkt vor Ort. Während 68 Einsatztagen führten sie rund 6000 Gespräche. Die Rückmeldungen haben gezeigt, dass es häufig weniger um Konflikte zwischen Wandernden und Bikenden geht, sondern mehr um Themen wie Weidetiere, Zaundurchgänge oder sensiblen Naturraum. Auch hier entfaltet Fairtrail eine präventive und deeskalierende Wirkung.

Sensibilisierung statt Verbote
Die Erfahrungen der letzten Jahre bestätigen den mit Fairtrail eingeschlagenen Weg für einen gemeinsamen und respektvollen Umgang auf den Langsamverkehrswegen. Bei einem weitläufigen, frei zugänglichen Wegnetz sind flächendeckende Verbote weder praktikabel noch zielführend. Sensibilisierung, klare Botschaften und der persönliche Kontakt sind nachhaltiger. Fairtrail setzt auf einfache Verhaltensregeln, regionale Massnahmen und den Dialog mit allen Anspruchsgruppen.

Koexistenz als Daueraufgabe
Trotz der positiven Bilanz ist Koexistenz keine Selbstverständlichkeit. Neue Herausforderungen zeigen sich unter anderem durch einen steigenden Nutzungsdruck in sensiblen Gebieten. Fairtrail wird deshalb konsequent weitergeführt und weiterentwickelt – mit dem Ziel, Respekt und Toleranz zwischen den Wegnutzenden sowie gegenüber Wald, Wild und Alpwirtschaft weiter zu stärken.

Fairtrail als Vorbild
Dass die Koexistenz nach Bündner Vorbild ein sinnvoller Ansatz ist, wird inzwischen auch anderswo verstanden. So haben die Regionen Wallis und Zentralschweiz Fairtrail von Graubünden adaptiert und übernommen. Auch im Nachbarskanton St. Gallen hat sich der Kantonsrat 2025 für die Koexistenz auf dem Wegnetz ausgesprochen und damit den Grundstein gelegt, zukünftig «Fairtrail» einzuführen.

Fotobeilage:

Fairtrail

Die gemeinsame Nutzung der Bündner Wander- und Bikewege funktioniert respektvoll und konfliktarm.

Weitere Bilder zum Download: https://app.air.inc/a/b1a094131

Beilagen:

Auskunftspersonen:

  • Christoph Oetiker, Chef Langsamverkehr, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 64 (erreichbar von 11.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Christoph.Oetiker@tba.gr.ch
  • Luzi Bürkli, Leiter Unternehmenskommunikation Graubünden Ferien, Tel. +41 81 254 24 35 (erreichbar von 14.00 bis 17.00 Uhr), E‑Mail Luzi.Buerkli@graubuenden.ch
  • Stephan Kaufmann, Geschäftsführer Wanderwege Graubünden, Tel. +41 79 221 33 92 (erreichbar von 09.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail stephan.kaufmann@wwgr.ch

zuständig: Fachstelle Langsamverkehr des Tiefbauamts Graubünden / Graubünden Ferien / Wanderwege Graubünden


Über «Fairtrail Graubünden»

«Fairtrail Graubünden» fördert seit 2019 Respekt und Toleranz zwischen den Wegnutzenden sowie gegenüber Wald, Wild und Alpwirtschaft, damit die bestehenden Wander- und Bikewege gemeinsam genutzt werden können. Das Prinzip der Koexistenz hat sich bewährt: Sensibilisierung wirkt nachhaltiger als Verbote. Die Kampagne setzt auf klare Botschaften, persönliche Begegnungen, regionale Massnahmen und vielfältige Kommunikationsmittel.

Weitere Informationen unter: www.graubuenden.ch/fairtrail

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