Freude, Stolz und Zuversicht prägten die Lehrabschlussfeier der Fachstelle Integration am vergangenen Freitag in Chur. Ihre Abschlüsse in Berufen vom Montageelektriker bis zur Augenoptikerin stehen beispielhaft für gelungene Integration.
In diesem Sommer haben 19 Menschen mit Fluchthintergrund ihre Berufsausbildung im Kanton Graubünden abgeschlossen. 14 Männer und fünf Frauen haben in den vergangenen Jahren nicht nur eine Berufsausbildung absolviert, sondern sich auch sprachlich, gesellschaftlich und beruflich in der Schweiz etabliert. Die Absolventinnen und Absolventen wurden während ihrer Lehrzeit von der Fachstelle Integration des Amtes für Migration und Zivilrecht begleitet. Ihre Abschlüsse stehen für persönliche Erfolgsgeschichten, für Durchhaltewillen und für eine gelungene Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt.
Mehr als ein Lehrabschluss
Die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen haben Ausbildungen in unterschiedlichsten Berufsfeldern erfolgreich absolviert. Zu den erworbenen Abschlüssen zählen unter anderem Montageelektriker EFZ, Konstrukteur EFZ, Strassentransportfachmann EFZ, Fachfrau Betreuung EFZ, Augenoptikerin EFZ, Fachmann Betriebsunterhalt EFZ und Fachmann Hauswirtschaft EFZ. Weitere Absolventinnen und Absolventen erlangten Berufsatteste in den Bereichen Gesundheit und Soziales, Sanitär, Metallbau, Mechanik, Lackiererei, Detailhandel und als Coiffeuse. «Hinter jedem dieser Abschlüsse steht eine persönliche Geschichte», sagt Reto Schnider, stellvertretender Leiter der Fachstelle Integration Graubünden. Viele der neuen Berufsleute seien erst vor wenigen Jahren als Geflüchtete in die Schweiz gekommen. Neben den Anforderungen der Ausbildung mussten sie eine neue Sprache lernen, sich in einem unbekannten Bildungssystem orientieren und ihren Platz in einer neuen Gesellschaft finden.
Wie viel Ausdauer dafür notwendig ist, zeigt das Beispiel eines Absolventen, der mit fast 50 Jahren erfolgreich das eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Fachmann Hauswirtschaft erlangt hat. Nach Jahren der Unsicherheit und der Trennung von seiner Familie entschied er sich trotz seines Alters bewusst für eine berufliche Ausbildung. Parallel zum Wiederaufbau seines Familienlebens absolvierte er zunächst eine EBA-Ausbildung und anschliessend erfolgreich die weiterführende EFZ-Lehre. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen, die sich mit grossem Einsatz und Beharrlichkeit eine neue Zukunft aufgebaut haben.
Gemeinsam auf den Erfolg angestossen
Gewürdigt wurden die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen am vergangenen Freitag im Rahmen einer Abschlussfeier in Chur. Gemeinsam mit ihren Familien, Ausbildungsverantwortlichen, Lehrpersonen sowie weiteren Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern blickten die frisch ausgebildeten Berufsleute auf ihren Ausbildungsweg zurück. Die Feier bot Gelegenheit, auf die erreichten Ziele anzustossen und die vielfältigen Wege zu würdigen, die zu diesem Erfolg geführt haben. Gleichzeitig richtete sich der Blick nach vorne: auf den Einstieg ins Berufsleben, auf neue Herausforderungen und auf die Chancen, die sich mit dem Lehrabschluss eröffnen.
Betriebe schaffen Perspektiven
Möglich wurden diese Erfolge auch dank der Ausbildungsbetriebe im Kanton Graubünden. Sie haben den Lernenden Vertrauen geschenkt, sie fachlich begleitet und ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Unterstützt wurden die Lernenden während der gesamten Ausbildungszeit durch das Jobcoaching der Fachstelle Integration. Dieses begleitet Menschen mit Fluchthintergrund auf ihrem Weg in die Berufsbildung und steht gleichzeitig den Ausbildungsbetrieben beratend zur Seite.
«Die erfolgreichen Lehrabschlüsse zeigen eindrücklich, welches Potenzial in diesen Menschen steckt», sagt Reto Schnider. «Sie haben sich mit viel Einsatz und Engagement ihren Platz in der Arbeitswelt erarbeitet und leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und Wirtschaft.»
Der nächste Schritt in die Zukunft
Ein Teil der Absolventinnen und Absolventen hat bereits eine Anschlusslösung gefunden und wird weiterhin im erlernten Beruf tätig sein oder eine weiterführende Ausbildung absolvieren. Andere befinden sich aktuell auf der Suche nach einer passenden beruflichen Perspektive, um ihre erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen in einem Unternehmen einzubringen. Die Fachstelle Integration steht hier Arbeitgebenden bei Fragen rund um die Anstellung von Personen mit Fluchthintergrund zur Verfügung und unterstützt bei Bedarf bei der Vermittlung von Kontakten.
Die diesjährigen Lehrabschlüsse zeigen einmal mehr, dass Integration dort gelingt, wo Menschen Chancen erhalten und ihre Fähigkeiten entwickeln können. Sie sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass Bildung, Arbeit und gegenseitiges Vertrauen die Grundlage für eine erfolgreiche berufliche und gesellschaftliche Teilhabe bilden.
Fotobeilage:
©Fachstelle Integration
Auskunftsperson:
Reto Schnider, Stv. Leiter Fachstelle Integration, Amt für Migration und Zivilrecht, Tel. +41 81 257 26 30 (erreichbar von 10.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Reto.Schnider@afm.gr.ch
zuständig: Amt für Migration und Zivilrecht