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Anfrage Peyer betreffend Wirkung der Greater Zurich Area AG (GZA)

Session: 19.04.2017

Die Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area AG (GZA) wird von privaten und öffentlichen Institutionen und Unternehmen getragen. Neben dem Kanton Graubünden ist auch die Graubündner Kantonalbank Mitglied. Zudem nimmt der Kanton Graubünden mit dem Leiter des AWT im 7-köpfigen Verwaltungsrat Einsitz und der Vorsteher des DVS ist Mitglied des Stiftungsrates.

Dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2016 kann folgendes entnommen werden: Im Jahr 2016 siedelte die Standortmarketingorganisation GZA zusammen mit ihren kantonalen, regionalen und städtischen Partnern 101 ausländische Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich an. Die neu angesiedelten Unternehmen schufen im Berichtsjahr 434 Arbeitsplätze. Sie planen, in den nächsten fünf Jahren rund 1'500 neue Stellen zu schaffen.

Der Jahresbericht selbst besteht im Wesentlichen aus einem Gespräch zwischen Verwaltungsratspräsident Balz Hösly und Geschäftsführerin Sonja Wollkopf Walt über das Geschäftsjahr 2016. Genauere Zahlen über den Mitteleinsatz der beteiligten privaten und öffentlichen Institutionen lassen sich keine finden, auch nicht auf der Webseite der GZA (https://www.greaterzuricharea.com).

Die Unterzeichnenden stellen der Regierung deshalb folgende Fragen:

1. Wie viele der 101 Unternehmen, die im Jahre 2016 angesiedelt wurden, haben sich im Kanton Graubünden niedergelassen, wie viele Arbeitsplätze wurden unmittelbar geschaffen und wie viele in Aussicht gestellt?

2. Wie sehen diese Zahlen für die 5 letzten Jahre aus?

3. Welche Beiträge entrichten der Kanton Graubünden und die Graubündner Kantonalbank an die Stiftung resp. an die Greater Zurich Area AG?

4. Wie beurteilt die Regierung das Wirken der Greater Zurich Area AG mit Blick auf die Bündner Volkswirtschaft?

Chur, 19. April 2017

Peyer, Davaz, Stiffler (Chur), Atanes, Baselgia-Brunner, Brandenburger, Bucher-Brini, Buchli-Mannhart, Burkhardt, Caduff, Cahenzli-Philipp, Caviezel (Chur), Deplazes, Dermont, Dosch, Engler, Gartmann-Albin, Grass, Hitz-Rusch, Hug, Jaag, Jenny, Kappeler, Kasper, Koch (Igis), Komminoth-Elmer, Kunfermann, Kunz (Fläsch), Kuoni, Locher Benguerel, Marti, Monigatti, Müller, Nay, Noi-Togni, Perl, Pult, Salis, Steiger, Thöny, Valär, von Ballmoos, Weber, Wieland, Berther (Segnas), Gugelmann, Hartmann-Conrad (Schiers), Heini, Natter, Spreiter

Antwort der Regierung

Die Greater Zurich Area AG (GZA) hat den Auftrag, den Wirtschaftsstandort Zürich und die mit privatem oder öffentlichem Verkehr innerhalb von ca. 1 ½ Stunden vom Flughafen Zürich her erreichbaren Gebiete zu vermarkten und neue Unternehmen anzusiedeln. Der Kanton Graubünden ist seit 16 Jahren Mitträger der Stiftung «Greater Zurich Area Standortmarketing» (Stiftung). Weitere Träger sind die Kantone Zürich, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Glarus, Zug und Uri sowie die Stadt Zürich und die Region Winterthur. Die GZA ist die operative Einheit der Stiftung. Der Stiftung obliegt es, Mittel für die Finanzierung der Tätigkeit der GZA zu beschaffen.

Frage 1:
Im Jahr 2016 haben von 101 ausländischen Unternehmen, die sich im Perimeter der GZA angesiedelt haben, sich deren zwei in Graubünden angesiedelt. Diese haben im ersten Betriebsjahr, das erst nach 2017 erfolgen wird, ein Potenzial von 66 Arbeitsplätzen und nach fünf Jahren ein Potential von 125 Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt. Darin enthalten sind auch solche Ansiedlungen im Perimeter GZA, die von den jeweiligen GZA-Kantonen auch ohne direkte Unterstützung der GZA realisiert wurden. Als ausländische Unternehmen zählen Unternehmen, die sich aus dem Ausland in die GZA transferiert haben oder bereits in der Schweiz bestehende, international tätige und durch ausländische Investoren geprägte Unternehmen/Firmengruppen, die neue Unternehmen und/oder Tochterfirmen in der GZA gegründet haben.

Frage 2:
Im Zeitraum von 2012 bis 2016 haben sich in Graubünden 26 ausländische Unternehmen angesiedelt. Diese haben im ersten Betriebsjahr ein Potenzial von 167 Arbeitsplätzen und nach fünf Jahren ein Potential von 588 Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt. Bis heute sind rund 70 Arbeitsstellen geschaffen worden.

Frage 3:
Mit Regierungsbeschluss Nr. 276 vom 15. März 2016 wurde für die Periode 2016–2019 ein jährlicher Beitrag von 99 180 Franken an die Stiftung gesprochen. Die Mitgliedschaft der Bündner Kantonalbank in der Stiftung ist ein gemeinsames Commitment mehrerer Kantonalbanken. Der Vertrag läuft bis 2018 und der jährliche Beitrag beträgt 27 500 Franken.

Frage 4:
Als Mitträger der Stiftung wird der Kanton Graubünden aktiv als Teil der attraktiven Metropolitanregion Zürich international repräsentiert und beworben. Die direkte Präsenz der GZA in ausgesuchten Märkten bietet die Möglichkeit, auch den Kanton Graubünden einem breiten Zielkundenkreis bekannt zu machen. Die aktive Teilnahme der Trägerkantone an Veranstaltungen der GZA und anderen Partnern wie Switzerland Global Enterprise, gemeinsame Besuche bei potenziellen Zielkunden und Multiplikatoren und die Teilnahme an ausgesuchten Messen ermöglicht es auch, entsprechend in den Zielmärkten von Graubünden vor Ort aktiv zu sein. Ohne die Mitfinanzierung des Budgets der Stiftung von 4 Millionen Franken (2016) durch die Trägerkantone und privaten Partner könnte der Kanton Graubünden diese Präsenz nicht erreichen. Neben den direkten wirtschaftlichen Auswirkungen wie Investitionen und Schaffung von Arbeitsplätzen bei der Ansiedlung von neuen Unternehmen im Kanton Graubünden wird der Wirtschaftsraum durch die Ansiedlungen in allen GZA Kantonen als Gesamtes gestärkt. Dies erhöht die Attraktivität der GZA für ausländische Unternehmen und schafft durch Investitionen und Arbeitsplätze auch Chancen für Bündner Unternehmen und Arbeitnehmende.
Auf der politischen Ebene bietet die Stiftung eine Plattform, um überregionale volkswirtschaftliche Themen anzugehen, und erlaubt einen kontinuierlichen Austausch auf Regierungsebene, insbesondere mit dem für Graubünden wichtigen Partner Zürich.

28. Juni 2017