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Es ist allgemein bekannt, dass sich die Dörfer am Heinzenberg geringfügig in Richtung Talboden resp. Nollabach bewegen. Diese so genannten «Terrainverschiebungen» sind innerhalb der Dorfgebiete Flerden, Masein, Sarn, Tartar, Tschappina und Urmein sehr homogen und daher kaum wahrnehmbar. Sie verursachen keine oder nur sehr geringe Schäden an Bauwerken.

Dennoch sind sie in der amtlichen Vermessung (AV) über die Jahre feststellbar und verursachen Probleme bei den Vermessungsarbeiten. Ein Problem besteht beispielweise beim Einsatz von GPS. Die Koordinaten der Fix- und Grenzpunkte resp. die Daten des Plans für das Grundbuch der AV sind statisch. In der Realität bewegt sich jedoch das Gelände samt den Grenzsteinen und den Bauten mit. Dies wird am Heinzenberg nach etwa zehn bis zwanzig Jahren nicht nur messtechnisch feststellbar, sondern auch von Auge sichtbar, wenn z. B. in einem geografischen Informationssystem eine überlagerte Darstellung mit dem aktuellen Orthofoto (entzerrtes, lageidentisches Luftbild) und dem Grundbuchplan visualisiert wird.

Dabei zeigt sich, dass Strassen, Gebäude und Parkplätze langsam unter den «statischen» Liegenschaftsgrenzen wegrutschen. Aus diesem Grund werden die Bewegungen regelmässig neu bestimmt, damit das eigene Haus nicht aus der eigenen Parzelle rutscht. Zudem wurden einige «Gebiete mit dauernden Bodenverschiebungen» im Grundbuch eingetragen. Dies bewirkt, dass sich auch rechtlich die Liegenschaftsgrenzen mit dem Eigentum mitbewegen, wodurch das Eigentum geschützt wird.

Durch genaue GPS-Messungen auf den vorhandenen Fixpunkten, ausgeführt durch die beauftragten Nachführungsgeometerbüros Grünenfelder und Partner AG, Cazis, und HMQ AG, Thusis, sind die Lageverschiebungen in den Gemeinden Masein und Thusis zum ersten Mal und in den Gemeinden Cazis, Flerden, Tschappina und Urmein bereits zum zweiten Mal bestimmt worden.

Mit den ersten Kontrollmessungen, welche in den Gemeinden Cazis, Flerden, Tschappina und Urmein in den Jahren 2005 bis 2010 stattfanden, wurden die Lageverschiebungen auf ein gemeinsames Datum (2005) berechnet und entzerrt. Dabei wurden die Daten der AV, wie z. B. die Liegenschaften, Gebäude und Strassenränder, in Richtung Talboden verschoben, damit sie wieder mit der Realität resp. dem Orthofoto übereinstimmten. In Masein wurden zu dieser Zeit keine Entzerrungsarbeiten durchgeführt. Der damalige Kenntnisstand war, dass in den Wohngebieten in Masein keine grösseren Verschiebungen bestanden und daher kein Handlungsbedarf vorlag. Dies stellte sich jedoch als Trugschluss heraus. So ergaben sich im oberen Bereich an der Gemeindegrenze zu Masein Überlappungen und im unteren Bereich Klaffungen an den benachbarten Gemeindegrenzen. Dieser negative Effekt der «Doppelkoordinaten» wurde mit dem stetigen Ausbau der Geobasisdaten immer problematischer. Dieser Umstand führte schlussendlich zu Entzerrungsarbeiten mit den AV-Operaten Spannungsfreie Vermessung Graubünden, Lose 10 und 11.

Die neuesten Kontrollmessungen wurden im Jahr 2020 durchgeführt, die Entzerrungen an den Daten der AV folgten per Stichtag am 2. Mai 2022. Die absoluten Verschiebungen im Talboden der Gemeinden Cazis und Thusis sind mit 0,5 bis 6,0 cm sehr gering.

In den Ortschaften am Heinzenberg fallen sie deutlich grösser aus:

Verschiebungen Heinzenberg


Heinzenberg
  • grün: Verschiebungen unter dem 1-fachen Toleranzwert für Entzerrungen (innerhalb Messepochen)
  • gelb: Verschiebungen bis zum 2-fachen Toleranzwert für Entzerrungen (innerhalb Messepochen)
  • orange: Verschiebungen bis zum 3-fachen Toleranzwert für Entzerrungen (innerhalb Messepochen)
  • rot: Verschiebungen über dem 3-fachen Toleranzwert für Entzerrungen (innerhalb Messepochen)

Messepochen: 1976–2020 Masein und Thusis / 2005–2020 Cazis, Flerden, Tschappina, Urmein

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