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Die provisorischen Ergebnisse zur Statistik der Bevölkerung und Haushalte 2025 weissen für Graubünden im zurückliegenden Jahr ein Bevölkerungswachstum von 0,6 Prozent aus. Zum Jahresende belief sich somit der Bündner Bevölkerungsbestand bei der ständigen Wohnbevölkerung auf 207’334 Personen. Haupttreiber des notierten Bevölkerungswachstums war auch im letzten Jahr die Migration. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung schreibt einen weiteren Minusrekord, es wurden also im 2025 deutlich weniger Geburten als Todesfälle registriert. Die Gegenüberstellung der Bündner Regionen zeigt eine unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Kantonsteilen.

Die Region Moesa verbuchte im Berichtsjahr 2025, mit 1,7 Prozent das höchste relative Bevölkerungswachstum im Kanton. Gefolgt von den Regionen Landquart (Plus 1,19 Prozent) und Viamala (Plus 1,03 Prozent).

Einen Bevölkerungsrückgang verbuchten im letzten Jahr die beiden Regionen Albula und Bernina. In der Region Engiadina Bassa/Val Müstair setzte die Trendwende ein und im Vergleich zum letztjährigen Minus ist die Region im Jahr 2025 wieder um 0,86 Prozent gewachsen. Die übergeordneten Tendenzen, wie die Überalterung und die interkantonale Migration, beeinflussen die Bevölkerungsentwicklung in den peripheren Regionen stärker als im Bündner Rheintal. Dazu kommt, dass insbesondere in den grenznahen Regionen die vakanten Stellen in den Unternehmen auch mit Grenzgängern besetzt werden können, wodurch sich die internationale (Arbeits-) Migration in diesen Kantonsteilen im Vergleich zu den weiteren Regionen auf einem tendenziell tieferen Niveau bewegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass wegen des neuen Grenzgängerabkommens zwischen Italien und der Schweiz mittelfristig auch in diesen Regionen leicht mehr Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit Wohnsitz nehmen werden, anstatt grenzüberschreitend zu pendeln. Dabei spielt aber nebst den steuerlichen Aspekten auch die Verfügbarkeit von Wohnraum eine wesentliche Rolle.

Die internationale und interkantonale Migration stellt auch im 2025 wiederum die grösste Komponente des kantonalen Bevölkerungswachstums dar. Mit über 9’000 Personen, welche im letzten Jahr aus dem Ausland oder den anderen Kantonen nach Graubünden gezogen sind, liegt die Zahl der Zuzüge wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie bereits im Vorjahr.

Die Wegzüge aus dem Kanton lagen hingegen mit etwas mehr als 7'000 Personen auf einem leicht tieferen Niveau als im Vorjahr. Die interkantonale Migration war auf der Abwanderungsseite in den letzten Jahren stets getrieben von hohen Frequenzen bei den jungen Erwachsenen, welche Graubünden zu Ausbildungs-, respektive Berufszwecken verliessen. Die stärkste interkantonale Zuwanderung fand jeweils in den Kohorten der 55-65-jährigen statt, also bei den Personen nahe dem Pensionsalter. Diese Effekte wirken sich letztendlich auch wieder auf die natürliche Bevölkerungsbewegung aus, zumal sie auch einen direkten Einfluss auf den Altersquotienten und die Sterblichkeit in Graubünden haben.

Neuer Minusrekord bei den Geburten

Im Jahr 2025 verbuchte Graubünden so wenige Geburten wie noch nie in den Aufzeichnungen der BEVNAT Statistiken seit 1969. Bis ins Jahr 2000 zählte Graubünden stets mehr als 2'000 Geburten jährlich. Nach einer kurzen Baisse, erholten sich ab 2010 die Geburtenzahlen wieder leicht und der seit 2016 eingesetzte Abwärtstrend wurde lediglich im ersten Pandemiejahr nochmals kurzzeitig unterbrochen. Die Zahl der Todesfälle lag im 2025 im Rahmen der zu erwartenden Sterblichkeit und war ähnlich hoch wie bereits im Vorjahr. Im Zusammenzug der 1'413 Geburten, gegenüber den 1'900 Todesfällen, nahm unter dem Strich auch der Todesfallüberschuss im letzten Jahr noch einmal markant auf 487 Einheiten zu. Der demografische Wandel im Kanton Graubünden ist demnach in vollem Gange.

Anmerkung zur provisorischen Statistik der Bevölkerung und Haushalte: Die ausgewiesenen, provisorischen Bevölkerungsbestände beziehen sich auf die Daten der ersten Statistiklieferung des laufenden Jahres aus den Einwohnerregistern. Die Daten weisen gegenüber den definitiven Zahlen der Bevölkerungsstatistik (Publikation voraussichtlich im August 2026) ein tieferes Qualitätsniveau auf und sind deshalb nur mit entsprechender Vorsicht weiterzuverwenden.

Datenblatt STATPOP 2025 provisorisch:

Weitere Daten zum Bevölkerungsstand und der Entwicklung in Graubünden bis zum Jahr 2024 (definitive Daten) finden sie im Themenbereich: Bevölkerung (statistik.gr.ch) sowie auf dem kantonalen Datenportal unter: Datenportal Kanton Graubünden

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