Die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) zeichnet ein positives Bild für die Bündner Wirtschaft. Im Vergleich zum Jahr 2023 sind im Berichtsjahr 2024 die Zahl der in Graubünden beschäftigten Vollzeitäquivalente um 530 Einheiten gestiegen. Weiter zählte Graubünden 21'235 Betriebe, das sind 162 mehr als im Jahr davor. Das durchschnittliche Beschäftigungspensum der in Graubünden tätigen Personen ist innert Jahresfrist von 76,3 Prozent auf 75,8 Prozent gesunken.
Die meisten Vollzeitäquivalente sind in den Regionen Plessur und Maloja beschäftigt. Gefolgt von den Regionen Prättigau/Davos und Landquart. Rund um Chur arbeiten die meisten Beschäftigten im Gesundheitswesen, der öffentlichen Veraltung, sowie im Detailhandel. Im zweitgrössten regionalen Arbeitsmarkt entfallen die meisten Stellen auf die Hotellerie – fast jeder dritte Arbeitsplatz ist in den Beherbergungsbetrieben zu verordnen. Den tiefsten Tertiarisierungsgrad weisen die Regionen Imboden und Bernina auf.
Der Dienstleistungssektor gewinnt weiter an Bedeutung
Die Zahl der beschäftigten Vollzeitäquivalente in den Bündner Betrieben hat im Dienstleistungssektor wiederum am stärksten zugelegt. Wenn auch der anteilsmässige Zuwachs des Tertiärsektors im Jahr 2024 mit 0,1 Prozent deutlich weniger stark ausfiel als noch im Vorjahr (Plus 0,4 Prozent). Anteilsmässig am meisten Arbeitsplätze im tertiären Sektor weissen weiterhin die Regionen Plessur (86,7 Prozent) und Maloja (80,6 Prozent) auf. Der Grund für den hohen Anteil des Dienstleistungssektors in den beiden Regionen unterscheidet sich aber grundlegend. So sind in der Region Plessur die Zahl der Beschäftigten in der Gesundheitsbranche, Verwaltung und Bildung, sowie im Gastgewerbe für die starke Dienstleistungsorientierung verantwortlich. In der Region Maloja hingegen ist der touristische Anteil bei den Arbeitsplätzen für den hohen Tertiarisierungsgrad verantwortlich. In der Region Imboden bestehen zahlreiche Arbeitsplätze im sekundären Sektor, darunter stechen die Branchen «Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten», u.a. im medizinischen Bereich, sowie in der Branche «Produktion von chemischen Erzeugnissen» hervor. In der Region Bernina, mit den zweitmeisten Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe, profilieren sich die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen und die Energieversorgungsunternehmen als gewichtige regionale Arbeitgeber.
Die durchschnittliche Betriebsgrösse hat marginal abgenommen
Die durchschnittliche Betriebsgrösse in Graubünden ist innert Jahresfrist, also zwischen den Jahren 2023 und 2024, von 5,11 beschäftigten Vollzeitäquivalenten pro Betrieb auf 5,10 gesunken. Im Vergleich der Regionen ist die durchschnittliche Betriebsgrösse in der Region Plessur mit 6,41 Vollzeitäquivalenten pro Betrieb gegenwärtig am grössten und im Vergleich zum Vorjahr gar noch einmal um 0,02 Prozentpunkte gestiegen. Die kleinste durchschnittliche Betriebsgrösse weist die Region Moesa mit 2,84 Vollzeitäquivalenten pro Betrieb aus.
Regional unterschiedliche Entwicklungen
Gemessen in Vollzeitäquivalenten ist die Beschäftigung in der Region Maloja zwischen den Jahren 2023 und 2024 am stärksten gewachsen (Plus 2,2 Prozent). Es folgt die Region Albula mit einem Plus von 1,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der beschäftigten Vollzeitäquivalente in den drei Regionen Prättigau / Davos (Minus 1,4 Prozent), Engiadina Bassa / Val Müstair (Minus 0,9 Prozent) und Bernina (Minus 0,5 Prozent) abgenommen.
Das grösste Wachstum bei der Zahl der Betriebe fand indessen in der Region Bernina (Plus 2,5 Prozent) statt. Eine spezifische Wachstumsbranche kann aus den vorliegenden Daten nicht identifiziert werden. Auf der anderen Seite verbuchte die Region Engiadina Bassa / Val Müstair (Minus 0,6 Prozent) als einzige Region eine Abnahme bei der Zahl an Betrieben.
Das durchschnittliche Arbeitspensum ist leicht gesunken
Die Beschäftigten in Graubünden arbeiteten im Berichtsjahr 2024 im Durchschnitt in einem tieferen Pensum als noch im Jahr 2023. In Zahlen ausgedrückt betrug im Jahr 2023 das durchschnittliche Arbeitspensum 76,3 Prozent und ist in der Folge im Jahr 2024 um 0,4 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent gesunken. Dies ist für Graubünden der tiefste Wert seit Einführung der STATENT Statistik im Jahr 2011. Der Höchstwert beim mittleren Arbeitspensum verbuchte die Bündner Wirtschaft seinerzeit im Jahr 2018. Wenn auch die gesamtheitliche Betrachtung der letzten Jahre noch keinen eindeutigen Trend abbildet, scheint sich mittlerweile auch in Graubünden die häufigere Teilzeittätigkeit in den Daten bemerkbar zu machen.
Die Daten zur Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) 2024 mit detaillierten Angaben zu den Betrieben, Unternehmen und Beschäftigten in Graubünden und den Regionen sind auf folgender Themenseite abrufbar: