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Regierungsmitteilung vom 18. November 2010

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Die Bündner Regierung hat eine neue Studie über Risiken und Gefahren im Internet für Schülerinnen und Schüler zur Kenntnis genommen. Die Ergebnisse der vom Kanton in Auftrag gegebenen Studie sollen künftig bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen berücksichtigt werden. Im Übrigen ist die Regierung bereit, den Erhalt der einzigartigen Überreste des frühmittelalterlichen Königshofs in Zizers mit einem Beitrag von 600'000 Franken zu unterstützen. Schliesslich hat die Regierung eine neue kantonale Luftfahrtverordnung in Kraft gesetzt.

Studie über Gefahren für Schüler im Internet erschienen
Die Volksschulen sollen über die Risiken und Gefahren im Internet für Schülerinnen und Schüler sensibilisiert werden. Die Bündner Regierung hat eine entsprechende Studie, welche der Kanton in Auftrag gegeben hatte, zur Kenntnis genommen. Die Pädagogische Hochschule Graubünden soll in Zukunft die Ergebnisse der Studie, welche verschiedene Interventionsmöglichkeiten aufzeigt, bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen berücksichtigen.
Um die Chancen des sich rasant entwickelnden Mediums Internet optimal nutzen zu können, ist es sowohl für die Erziehungsberechtigten als auch für die Jugendlichen wichtig, die mit dem Gebrauch des Internets verbundenen Risiken und Gefahren rechtzeitig zu kennen. Die vom Amt für Volksschule und Sport bei der Forschungsstelle für Informationsrecht der Universität St. Gallen in Auftrag gegebene Studie untersucht die verschiedenen Risiken und Gefahrenbereiche im Internet. Dazu gehören namentlich die Bereiche "Sicherheitsrisiken", "Gewalt und körperliche Aggression", "Bedrohung der Privatsphäre" sowie "Urheberrechtsverletzungen". Die Studie kommt zum Schluss, dass grundsätzlich jedes Kind oder jeder Jugendliche den Internetgefahren passiv oder aktiv, wissentlich oder unwissentlich mit mehr oder weniger gravierender Wirkung ausgesetzt ist. Dabei lässt sich kein gleichförmiges Gefährdungsmuster erkennen. Die Vielfalt der Negativerscheinungen – von Spielsucht über Cyberbullying bis zu Pornografiekonsum und illegalem Musik-Tausch – ist gross.
Im Hinblick auf Prävention, Aufklärung und Förderung der Medienkompetenz zeigt die Studie eine breite Palette von Interventionsmöglichkeiten auf. Dabei sind aber nicht nur die Jugendlichen und Lehrkräfte, sondern auch Eltern, Politiker sowie Dienstanbieter gefordert. Gemäss Studie ist der naheliegende Ruf nach Verboten im Raum der oft unkontrollierbaren Prozesse im digitalen Geschehen selten angemessen und wirkungsvoll. Stattdessen wird ein breites Instrumentarium verschiedener technischer oder medienpädagogischer Massnahmen vorgeschlagen, die den jeweiligen Erfordernissen und den organisatorischen und finanziellen Mitteln anzupassen sind.
Die Studie "Risiken und Gefahren im Internet für Schülerinnen und Schüler der Volksschule" wird auf der Homepage des Amts für Volksschule und Sport unter www.avs.gr.ch veröffentlicht. Wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Studie wird diese nicht nur der Pädagogischen Hochschule Graubünden zur Verfügung gestellt, sondern auch dem Verband Lehrpersonen Graubünden, dem Schulbehördenverband Graubünden sowie den Erziehungsdepartementen anderer Kantone.

Überreste des Königshofs in Zizers sollen erhalten bleiben
Der Kanton Graubünden setzt sich dafür ein, dass die in Zizers ausgegrabenen einzigartigen Gebäudereste eines frühmittelalterlichen Königshofs erhalten bleiben. Die Bündner Regierung hat beschlossen, der Gemeinde Zizers einen Beitrag von 600'000 Franken für den Kauf des Grundstücks "Schlossbungert" zu gewähren. Voraussetzung ist, dass die Gemeinde das Grundstück erwirbt und sich mit mindestens 150'000 Franken am Kaufpreis beteiligt. Vom Bund wird ein Beitrag von 250'000 Franken in Aussicht gestellt. Die Auszahlung erfolgt nach Vorliegen eines rechtskräftigen Kaufvertrags zwischen der Baugesellschaft und der Gemeinde.
Ausgegraben wurden die einzigartigen Gebäudereste aus dem 10. Jahrhundert vom Archäologischen Dienst Graubünden. Diese konnten mit dem schriftlich erwähnten Königshof Otto I. (912 bis 973) in Verbindung gebracht werden. Neben dem etwa gleichzeitig als Pfalz bezeichneten Königshof auf dem Lindenhof in Zürich ist der Zizerser Monumentalbau erst das zweite archäologisch nachgewiesene Bauwerk dieser Art in der Schweiz. Vom Bundesamt für Kultur wurde die Fundstelle als archäologische Stätte von nationaler Bedeutung eingestuft.
Um den Fund für die Nachwelt zu erhalten, ist ein Verzicht der Bauherrschaft auf die Realisierung des bewilligten Bauvorhabens nötig. Möglich ist dies nur durch den Kauf des Grundstücks durch die öffentliche Hand. Dieses soll unter Schutz gestellt und später für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Neue kantonale Luftfahrtverordnung erlassen
Die Bündner Regierung hat eine neue kantonale Luftfahrtverordnung erlassen und auf den 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt. Die Verordnung regelt die Zuständigkeit der kantonalen Behörden im Bereich der eidgenössischen Luftfahrtgesetzgebung.
In die Zuständigkeit der Regierung fallen wie bisher Zustimmungen zur Neubezeichnung oder Aufhebungen von Gebirgslandeplätzen sowie Vernehmlassungen zu Rechtsetzungsvorlagen des Bundes. Auf Fachebene ist ebenfalls wie bis anhin das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement zuständig. Es koordiniert auf kantonaler Ebene die Konzessions- und Bewilligungsverfahren unter anderem für Flugplatzanlagen oder öffentlichen Flugveranstaltungen sowie Aussenlandungen im Gebirge. Das Entgegennehmen, Prüfen und Weiterleiten von Meldungen über Luftfahrthindernisse obliegt dem Amt für Landwirtschaft und Geoinformation. Schliesslich ist die Staatsanwaltschaft bei Flugunfällen dafür zuständig, Untersuchungshandlungen beim Büro für Flugunfalluntersuchungen zu beantragen.
Nötig ist der Erlass einer neuen kantonalen Luftfahrtverordnung, weil die frühere grossrätliche Verordnung in wesentlichen Punkten nicht mehr der Luftfahrtgesetzgebung des Bundes entsprach.

Aus Gemeinden und Regionen 
  • Churwalden: Die von der Gemeinde Malix (seit 1. Januar 2010 Gemeinde Churwalden) beschlossene Teilrevision der Ortsplanung vom 27. November 2009 wird genehmigt.
  • Nufenen: Die Teilrevision der Ortsplanung der Gemeinde Nufenen vom 15. Dezember 2009 wird genehmigt.
  • Zuoz: Die von der Gemeinde Zuoz am 7. April 2010 beschlossene Teilrevision der Ortsplanung wird genehmigt.

Kantonsbeiträge an verschiedene Institutionen 
  • Rhätische Bahn: Das Projekt "Murgangschutz Magnacun" der Rhätischen Bahn wird genehmigt. An die Kosten wird ein Beitrag von 345'625 Franken zugesichert.

 
Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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