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Neues Fischmonitoring im Rhein

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Ein wesentliches Ziel der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) sind die ökologische Aufwertung des Alpenrheins und die Gewährleistung der Hochwassersicherheit. Die Fische sind dabei als ökologischer Indikator ein zentraler Parameter. Die IRKA spricht sich für eine neue Erhebung des Fischbestandes im Alpenrhein aus. Zudem arbeitet die IRKA zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU, CH) an einem Modell zur Hochwasservorhersage, das Mitte 2013 im täglichen Betrieb zur Verfügung stehen soll.

Wie viele Fische leben im Alpenrhein zwischen Reichenau und dem Bodensee? Der Fischbestand ist ein zentraler Indikator für den ökologischen Zustand des Flusses. Nun beauftragt die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) eine neue Bestandesaufnahme. Das hat sie heute an ihrer 31. Sitzung in Chur beschlossen, die entsprechenden Arbeiten werden nun vergeben. Das sogenannte Fischmonitoring wird nächstes Jahr durchgeführt. Durch das im Rahmen der IRKA abgestimmte Basismonitoring wird eine für das gesamte Gebiet vergleichbare Datengrundlage geschaffen. Es ermöglicht eine einheitliche Betrachtung des Projektgebietes und liefert Erkenntnisse zu Veränderungen im Gewässersystem. Besonders wichtig ist das Fischmonitoring auch zur Erfassung des Erfolgs der auf dem Entwicklungskonzept Alpenrhein basierenden Verbesserungsmassnahmen. Das Fischmonitoring der IRKA trägt auch direkt zur Erfolgskontrolle des Projekts Rhesi der Internationalen Rheinregulierung (IRR) bei.
 
Verlässliches Vorhersagemodell für Hochwasser
Ein wichtiges Ziel der IRKA bildet der Hochwasserschutz. Vor allem auf dem unteren Streckenabschnitt zwischen Diepoldsau und Bodensee ist die Hochwassersicherheit bei einem Jahrhundertereignis nur noch knapp gewährleistet. Hier müssen Verbesserungsmassnahmen getroffen werden. Deshalb sieht das Entwicklungskonzept Alpenrhein vor, die Abflusskapazität des Rheins von 3100 Kubikmetern pro Sekunde auf 4300 Kubikmeter pro Sekunde zu erhöhen. Dazu soll der Gewässerraum am Alpenrhein in den kommenden Jahrzehnten von 1900 Hektaren auf rund 2900 Hektaren vergrössert werden. Ein aufgeweitetes Gewässer mit mehr Platz kann bei Hochwasser „natürlich ausweichen“ und tritt nicht sofort über die Ufer. Damit wird eine Gefährdung von Siedlungen und Menschen weniger wahrscheinlich.
Entscheidende Grundlage für die geplanten Massnahmen ist ein verlässliches Vorhersagemodell für Hochwasser. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU, CH) erstellt zurzeit ein Basismodell, das zur Vorhersageberechnung herangezogen wird. Die IRKA arbeitet an der Entwicklung dieses Basismodells mit und wird die Einführung begleiten. Bis im Frühjahr 2013 werden die Pflichtenhefte für die IRKA-Regionalmodule "Steuerung von Hochwasser-Rückhalteräumen" sowie ein "Szenarien-Handbuch" erstellt. Die IRKA geht davon aus, dass Mitte 2013 die Abflussprognosen des neuen Basismodells im täglichen Betrieb zur Verfügung stehen werden.

Projekt RHESI geht in die nächste Runde
Die Regierungskommission wurde von den Projektverantwortlichen der Internationalen Rheinregulierung (IRR) auch über den aktuellen Stand des Projekts Rhesi informiert. Ende September wurden in Lustenau rund 100 Akteuren zwei Projektvarianten vorgestellt. Dazu konnten die Betroffenen ihre Stellungnahme abgeben. Diese Rückmeldungen - insbesondere die Stellungnahmen von Landwirtschaft und Wasserversorgung werden sorgfältig geprüft - bilden die Grundlage für die Ausarbeitung einer Optimalvariante.

Verabschiedung von Regierungsrätin Dr. Renate Müssner
Der Vorsitzende der IRKA, Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, nutzte zudem die Chance und verabschiedete an der letzten Kommissionssitzung in diesem Jahr Regierungsrätin Dr. Renate Müssner. Diese steht bei den im kommenden Frühjahr anstehenden Wahlen in Liechtenstein nicht mehr zur Verfügung und scheidet daher, nach vierjährigem Einsitz, auch aus der IRKA aus. Regierungsrat Cavigelli bedankte sich bei Regierungsrätin Müssner für ihren Einsatz in der Kommission, insbesondere für den erfolgreichen Vorsitz im Jahre 2009, und wünschte ihr für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute.


Wer ist IRKA?
Die Mitglieder der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) treffen sich zweimal jährlich zu Kommissionssitzungen. Dabei wird über den Stand der laufenden Projekte berichtet. Ebenso werden anstehende aktuelle Themen erörtert sowie Beschlüsse zu neuen Projekten gefasst. Die Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg und der Kantone Graubünden und St. Gallen verfolgen im Rahmen der "Kooperationsvereinbarung Alpenrhein" seit Dezember 1998 als übergeordnetes Ziel, eine sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebietes zu fördern, insbesondere die Gewährleistung der Hochwassersicherheit, die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen sowie die Erhaltung und Mehrung der Naturwerte.
Mitglieder der IRKA sind Landeshauptmann Mag. Markus Wallner (Vorarlberg), Regierungsrat Willi Haag (Kanton St. Gallen), Regierungsrätin Dr. Renate Müssner (Fürstentum Liechtenstein) und Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli (Kanton Graubünden, Vorsitz). Als Vertreter der Republik Österreich nimmt Dr. Heinz Stiefelmeyer und als Vertreter der Schweiz Hans Peter Willi (BAFU) an den jeweiligen IRKA-Sitzungen teil. 
Weitere Informationen über die IRKA und ihre Aktivitäten sind auf der Homepage www.alpenrhein.net verfügbar. 
 

Fotobeilage:
IRKA.jpg

Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) tagt in Chur (von links): Dr. Heinz Stiefelmeyer, Vertreter Republik Österreich, Landesrat Erich Schwärzler, Land Vorarlberg, Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, Kanton Graubünden (Vorsitz), Regierungsrätin Dr. Renate Müssner, Fürstentum Liechtenstein, Regierungsrat Willi Haag, Kanton St. Gallen, und Hans Peter Willi, Vertreter Schweizerische Eidgenossenschaft.  
 

Auskunftsperson:
Erich Büsser, Vorsitzender der Koordinationsgruppe IRKA und Leiter Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Tel. +41 (0)81 257 36 21, E-Mail: erich.buesser@aev.gr.ch  


Gremium: Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
Quelle: dt Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA)
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