Regierung will Chancen der Elektromobilität nutzen

Die Elektromobilität bietet für den Kanton Graubünden grosse Chancen. Die Regierung will diese nutzen und legt ein Paket mit Fördermassnahmen vor.

Die Elektrifizierung der Mobilität ermöglicht es, den Verkehrssektor energieeffizienter sowie klima- und umweltverträglicher zu gestalten. Die Regierung hat ein Massnahmenpaket verabschiedet mit dem Ziel, die flächendeckende Ausbreitung der Elektromobilität im Kanton zu fördern. Schwerpunkte bilden der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie die Vorbildfunktion des Kantons.

Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion der Umweltemissionen
Der Strassenverkehr ist heute nahezu vollständig von fossilen Energieträgern abhängig und verantwortlich für rund einen Viertel des Energieverbrauchs. Die Energiestrategie 2050 des Bundes hat zum Ziel, den Energieverbrauch im Verkehr durch Effizienzsteigerungen zu senken und gleichzeitig die Umweltemissionen zu reduzieren. Der Elektromobilität kommt dabei eine grosse Bedeutung zu. Elektromotoren haben einen höheren Wirkungsgrad als konventionelle Verbrennungsmotoren. Werden die Elektrofahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, so werden die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen verringert und die lokalen Emissionen von Luftschadstoffen, Treibhausgasen sowie Lärm gesenkt.

Gezielte Fördermassnahmen
Aufgrund seines Strommixes mit fast 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen ist Graubünden geradezu prädestiniert für eine umweltschonende Elektromobilität. Das Bündner Energiegesetz formuliert klare Reduktions- und Substitutionsziele für den Energieverbrauch. Ergänzend zu den bekannten und bewährten Anstrengungen im Gebäudebereich strebt deshalb die Regierung auch eine energieeffizientere sowie klima- und umweltverträglichere Gestaltung des Verkehrssektors an.

Die Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung steigt, wie etwa Umfragen zu den Kaufabsichten der Schweizer Bevölkerung zeigen. So steht jeder Zweite dem Kauf eines Elektroautos grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Allerdings spricht für rund 80 Prozent der potenziellen Käufer die fehlende Ladeinfrastruktur derzeit gegen die Anschaffung eines strombetriebenen Fahrzeugs. Die Regierung beabsichtigt deshalb, mit gezielten Fördermassnahmen eine rasche und flächendeckende Ausbreitung der Elektromobilität im Kanton zu unterstützen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur
Neben Aktivitäten in den Bereichen Information und Beratung liegt der Schwerpunkt des Massnahmenpakets beim Aufbau der Ladeinfrastruktur. Eine bedarfsgerechte Anzahl an gut platzierten, öffentlich zugänglichen und einfach nutzbaren Ladestellen trägt wesentlich zur Attraktivität der Elektromobilität bei und kann den Wechsel von Verbrennungs- zu Elektromotoren beschleunigen. Mit dem von der Regierung verabschiedeten Masterplan "Ladeinfrastruktur Elektromobilität" werden die Aktivitäten von Energieversorgern und Privaten zum Aufbau von Infrastrukturen für das Aufladen von Elektrofahrzeugen unterstützt. Um Anreize für den raschen Ausbau der Ladeinfrastruktur zu schaffen und die im Masterplan identifizierten Lücken im Ladenetz zu schliessen, soll der Aufbau von öffentlich zugänglichen Ladepunkten entlang der Hauptachsen und Kantonsstrassen finanziell gefördert werden. Mit der anstehenden Teilrevision des Bündner Energiegesetzes sollen die Grundlagen für entsprechende Förderprogramme geschaffen werden. Bereits für das nächste Jahr ist im Sinne eines Pilots eine befristete Förderaktion geplant.

Der Kanton als Vorbild
Die kantonale Verwaltung löst durch ihre Aktivitäten Mobilität und damit Verkehr aus. Der Kanton will hierzu eine Vorbildfunktion einnehmen und diesen Verkehr möglichst effizient sowie umweltverträglich gestalten. Die Regierung hat deshalb die Erarbeitung und Einführung eines umfassenden betrieblichen Mobilitätsmanagements für die Kantonsverwaltung beschlossen. Mit der Bereitstellung von Ladeinfrastrukturen bei den Verwaltungsgebäuden soll einer Elektrifizierung der kantonalen Fahrzeugflotte Vorschub geleistet werden und ein Angebot für die Mitarbeitenden wie auch für die Kundschaft geschaffen werden. Fixpunkt auf der Zeitachse für die Umsetzung des Mobilitätsmanagements bildet der Bezug des Verwaltungsgebäudes "sinergia" in rund zwei Jahren.

Beilagen:
- Massnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität in Graubünden
- Masterplan "Ladeinfrastruktur Elektromobilität Graubünden"
- Handlungsleitfaden Elektromobilität für Gemeinden


Auskunftspersonen:
- Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, Vorsteher Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement, Tel. 081 257 36 01, E-Mail Mario.Cavigelli@bvfd.gr.ch
- Erich Büsser, Vorsteher Amt für Energie und Verkehr, Tel. 081 257 36 21, E-Mail Erich.Buesser@aev.gr.ch


Gremium: Regierung
Quelle: dt Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement