Navigation

Inhaltsbereich

  • Erste Mitteilung
  • Neuen Beitrag einfügen

Die Rechnung 2025 des Kantons Graubünden schliesst mit einem Aufwandüberschuss von insgesamt -218,5 Millionen Franken ab (Vorjahr: Ertragsüberschuss von 87,7 Mio.). Der Aufwandüberschuss ist hauptsächlich auf die Einlage in die Spezialfinanzierung Klimaschutz und Innovation im Umfang von 200 Millionen zurückzuführen. Mit der Einlage wird das frei verfügbare Eigenkapital gezielt abgebaut und beträgt neu 666,5 Millionen. Doch auch ohne diese einmalige Einlage zeigt sich: Die Einnahmen halten mit den Ausgaben nicht mehr Schritt. Die Nettoinvestitionen steigen auf über 300 Millionen. Für 2026 wird ein Aufwandüberschuss von rund 60 Millionen erwartet.

Das Rechnungsergebnis 2025 ist durch folgende Eckwerte gekennzeichnet:

Die Steuerfusssenkung wirkt sich auf das Ergebnis aus
In der Erfolgsrechnung nehmen aufwandseitig insbesondere die Beiträge im Sozial- und Gesundheitswesen bedeutend zu.

Ertragsseitig nimmt der Steuerertrag aufgrund der per 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Steuerfusssenkung von 100 Prozent auf 95 Prozent um 33,4 Millionen ab. Die zweitgrösste Ertragsposition, der Nationale Finanzausgleich (NFA) nimmt ebenfalls ab (-8,9 Mio.). Demgegenüber führt die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zu einem Mehrertrag von 56,7 Millionen gegenüber 2024. Die Wasserzinsen liegen fast 30 Prozent unter dem Rekordwert von 2024. Der Finanzertrag liegt leicht unter dem Vorjahreswert.

Aufwandüberschuss im ausserordentlichen Ergebnis
Das ausserordentliche Ergebnis weist einen Aufwandüberschuss von 10,4 Millionen aus. Dies ist insbesondere auf die Einlage in die Vorfinanzierung für systemrelevante Infrastrukturen im Umfang von 35 Millionen zurückzuführen.

Die drei im politischen Interesse gehaltenen Finanzanlagen des Kantons, Partizipationsscheine der GKB (+9,9 Mio.), Aktien Repower AG (-7,3 Mio.) und Aktien Ems-Chemie Holding AG (-6,4 Mio.), haben in der Summe das Resultat um 3,8 Millionen verschlechtert. Als ausserordentliche Erträge verbucht wurden zudem verschiedene Entnahmen aus Vorfinanzierungen für die Förderung der digitalen Transformation, systemrelevante Infrastrukturen, Albulatunnel RhB und Green Deal GR im Umfang von insgesamt 28,4 Millionen.

Investitionen erreichen erneuten Rekordwert
Die Bruttoinvestitionen erreichen 2025 mit 457,9 Millionen einen erneuten Rekordwert. Die eigenen Investitionsbeiträge liegen mit 225,0 Millionen leicht unter dem Vorjahreswert (-3,2 Mio.). Sie werden direkt zu Lasten der Erfolgsrechnung abgeschrieben.

Die Einnahmen halten mit den Ausgaben nicht mehr Schritt
Die Gesamtausgaben haben in den letzten drei Rechnungsjahren 2022 bis 2025 um fast einen Fünftel zugenommen. Gleichzeitig sind die Gesamteinnahmen nur um 1,6 Prozent angestiegen. 2025 waren die Gesamteinnahmen gar rückläufig (-1,2 %). Das Ausgabenwachstum sollte in etwa dem Wirtschaftswachstum entsprechen.

Ausgeglichene Strassenrechnung
Die Spezialfinanzierung Strassen weist 2025 nach Einlage aus allgemeinen Staatsmitteln im Umfang von 3,9 Millionen eine ausgeglichene Rechnung aus. Das Strassenguthaben verbleibt auf dem gesetzlichen Maximum von 100 Millionen.

Gezielter Abbau des frei verfügbaren Eigenkapitals
Zur Deckung von Aufwandüberschüssen sowie zur Finanzierung von Sonderprojekten steht ausschliesslich das frei verfügbare Eigenkapital zur Verfügung. Dieses wird mit der Einlage von 200 Millionen in die Spezialfinanzierung Klimaschutz und Innovation gezielt abgebaut und liegt Ende 2025 bei 667 Millionen (Vorjahr 927 Mio.).

Aufwandüberschuss in der Rechnung 2026 erwartet
Ausgehend von der Rechnung 2025 lässt sich das mögliche Ergebnis 2026 grob ableiten. Gewiss ist bereits die Ausschüttung der SNB in der Höhe von 60,8 Millionen. Die Steuererträge dürften aufgrund des Ausgleichs der kalten Progression nur leicht zunehmen. Die Steuerfusssenkung und die Steuergesetzesrevision per 1. Januar 2026 werden erst in der Rechnung 2027 vollumfänglich ertragswirksam. Mindereinnahmen sind wiederum beim Beitrag aus dem Ressourcenausgleich des Bundes zu erwarten (-15.9 Mio.). Aufwandseitig dürften insbesondere die Beiträge an Dritte weiter deutlich zunehmen, wie beispielsweise die individuelle Prämienverbilligung und die Ergänzungsleistungen. Insgesamt ist für das Rechnungsjahr 2026 mit einem Aufwandüberschuss von ca. -60 Millionen zu rechnen.

Die Finanzplanung zeigt für die Jahre 2027 bis 2029 hohe Defizite von bis zu -178,6 Millionen im Jahr 2028. Bei zusätzlichen Haushaltsbelastungen ist Zurückhaltung angezeigt, damit die finanzpolitischen Richtwerte weiterhin eingehalten werden können. Diese berücksichtigen bereits den weiteren Abbau frei verfügbaren Eigenkapitals.

Der Grosse Rat wird die Jahresrechnung 2025 in der Junisession 2026 behandeln.

Beilagen:

Auskunftsperson:

Regierungspräsident Martin Bühler, Vorsteher Departement für Finanzen und Gemeinden, Tel. +41 81 257 32 05 (erreichbar von 11.30 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Martin.Buehler@dfg.gr.ch


zuständig: Departement für Finanzen und Gemeinden

Neuer Artikel