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Im Jahr 2024 bezogen 2081 Bündnerinnen und Bündner zumindest einmal wirtschaftliche Sozialhilfe. Das sind 106 Personen weniger als 2023. Die Sozialhilfequote sinkt damit auf ein Prozent und liegt weiterhin unter dem nationalen Durchschnitt von 2,9 Prozent.

Wenn Menschen in der Schweiz in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können sie Sozialhilfe beantragen. Diese Hilfe sorgt dafür, dass sie das Nötigste zum Leben haben, wenn ihr eigener Lohn und andere finanzielle Hilfen nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig ausbezahlt werden. Im Jahr 2024 erhielten im Kanton Graubünden 2081 Personen Sozialhilfe. Das sind ein Prozent der gesamten Bevölkerung des Kantons oder anders gesagt: Eine von 100 Personen im Kanton Graubünden bezog Sozialhilfe.

Die Anzahl der Personen, die Sozialhilfe erhält, ist zum dritten Mal in Folge etwas gesunken. Die Sozialhilfequote ist um 0,1 Prozentpunkte auf ein Prozent zurückgegangen. Schweizweit ist es eine der tiefsten Quoten. In der Schweiz lag die Sozialhilfequote 2024 bei 2,9 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Grafik 1: Sozialhilfequote im Kanton Graubünden und in der Schweiz, 2010 bis 2024

Gesellschaftliche Gruppen mit dem höchsten Sozialhilferisiko
Die Gruppen in der Gesellschaft, die am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen sind, verändern sich kaum. Erstens sind Kinder und Jugendliche viel häufiger von Sozialhilfe betroffen als Erwachsene. 621 beziehungsweise rund 30 Prozent der 2081 Personen, die Sozialhilfe erhalten, sind unter 18 Jahren. Kinder und Jugendliche sind fast doppelt so häufig auf Sozialhilfe angewiesen als der Durchschnitt im Kanton – in der Altersgruppe von 0 bis 17 Jahren liegt das Risiko bei 1,9 Prozent.

Grafik 2: Sozialhilfequote nach Alter im Kanton Graubünden, 2024

Die zweite Gruppe, die besonders gefährdet ist, sind Einelternfamilien mit Kindern. 247 beziehungsweise 19,2 Prozent der 1289 Unterstützungseinheiten sind Einelternfamilien. Die dritte Gruppe sind Personen ohne Berufsausbildung. Sie sind ebenfalls überdurchschnittlich häufig auf Sozialhilfe angewiesen. Der Anteil der 25- bis 64-Jährigen ohne Berufsbildung beträgt in der Gesamtbevölkerung 12,2 Prozent, bei den Sozialhilfebeziehenden hingegen 47,4 Prozent. Das bedeutet, dass eine Ausbildung das Sozialhilferisiko signifikant verringert.

Modernisierung der Schweizerischen Sozialhilfeempfängerstatistik SHS
Die Schweizerische Sozialhilfeempfängerstatistik SHS ist eine Datenerhebung, die vom Bundesamt für Statistik BFS durchgeführt wird. Sie basiert auf der Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Grundlagen für die SHS wurden vor mehr als 20 Jahren erarbeitet. Sie wurden nun im Rahmen eines Modernisierungsprojekts an die aktuellen Bedingungen und die sich verändernden Bedürfnisse angepasst. Die Modernisierung der SHS verfolgt als Ziele die Reduktion der Belastung der Erhebungsstellen, die Stärkung der Analyse und die Verkürzung der Dauer zwischen Erhebung und Publikation.Der Kanton Graubünden unterstützt die Bündner Gemeinden bei der Umstellung. Unter anderem haben die Gemeinden die Möglichkeit, ihre Daten mit dem vom Kanton zur Verfügung gestellten Fallführungssystem für das Sozialwesen «gira.gr» an das BFS zu liefern. Gemeinden ohne bestehendes Fallführungssystem stellt der Kanton «gira.gr» während der Projektphase im Jahr 2026 kostenlos zur Verfügung.

Die Umstellung auf die modernisierte Statistik hat Auswirkungen auf die Auswertungen der Datenjahre 2024 und 2025. Während dieser Übergangsphase können nur die wichtigsten Indikatoren und Resultate ausgewiesen werden. Ebenfalls wird die Umstellung der Statistik dazu führen, dass die Daten vor und nach der Umstellung auf Grund des geänderten Erhebungsrhythmus, der neuen Datenbasis und methodischer Optimierungen nur bedingt miteinander vergleichbar sein werden. Es werden zudem Gewichtungen eingesetzt, um Effekte in der Übergangsphase zu kompensieren. Die ersten Resultate der modernisierten Statistik publiziert das BFS voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026. Nähere Angaben zum Modernisierungsprojekt und zur Realisierung finden sich beim Bundesamt für Statistik.

Auskunftspersonen:

  • Susanna Gadient, Leiterin Sozialamt, Tel. +41 81 257 26 51 (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr), E‑Mail Susanna.Gadient@soa.gr.ch
  • Mathias Kaufmann, Leiter Fachbereich Sozialdienste/Stv. Amtsleitung, Tel. +41 81 257 26 68 (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr), E‑Mail Mathias.Kaufmann@soa.gr.ch
  • Marc Dubach, Sektionschef Sektion Sozialhilfe, Bundesamt für Statistik, Tel. +41 58 463 65 78 (erreichbar von 11.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Marc.Dubach@bfs.admin.ch


zuständig: Sozialamt

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