Der Kanton Graubünden setzt auch im 2026 ein klares Zeichen gegen häusliche Gewalt. Der diesjährige Fokus der Aktionstage vom 25. November bis zum 10. Dezember 2026 liegt auf der digitalen Gewalt. Der Kanton ruft die Bevölkerung, Organisationen und Institutionen zur Teilnahme auf und unterstützt Veranstaltungen oder Aktionen finanziell. Am 20. Mai 2026 findet ein Informations- und Vernetzungsanlass zu den Aktionstagen gegen häusliche Gewalt statt.
Häusliche Gewalt kennt keine geografischen, kulturellen oder sozialen Grenzen. Sie tritt in unterschiedlichen Formen auf – körperlich, sexuell, psychisch und wirtschaftlich – und betrifft Menschen innerhalb der Familie oder zwischen (ehemaligen) Partnerinnen und Partnern. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache – sie ist strafbar und wird in unserer Gesellschaft nicht toleriert.
Digitale Gewalt hat viele Formen
Digitale Technologien sind fester Bestandteil heutiger familiärer und partnerschaftlicher Beziehungen. Während sie uns neue Wege der Kommunikation und Nähe eröffnen, können sie zugleich Räume für Kontrolle, Überwachung und Gewalt schaffen. Als Fortsetzung und Verstärkung analoger Machtdynamiken durchbricht diese Form der Gewalt räumliche Grenzen. Durch die ständige Erreichbarkeit sind Betroffene der Gewalt ortsunabhängig rund um die Uhr ausgesetzt. Mögliche Formen dieser Gewalt reichen von der permanenten Belästigung durch unerwünschte Kontaktaufnahme über die heimliche Standortüberwachung mittels GPS-Trackern oder Stalkerware bis hin zur bildbasierten Gewalt durch die Verbreitung echter oder KI-generierter intimer Inhalte. Die diesjährigen Aktionstage beleuchten, wie Räume für digitale Gewalt entstehen können, wie man sich davor schützen kann und welche Schutz-, Hilfs- und Unterstützungsangebote vorhanden sind.
Sensibilisieren, helfen, handeln
Viele Opfer schweigen aus Angst oder Scham. Auch wer häusliche Gewalt vermutet oder beobachtet, fühlt sich oft hilflos. Die Aktionstage bieten eine Plattform zur Sensibilisierung und zum offenen Dialog. Im Kanton Graubünden gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige. Diese Angebote sollen bekannt gemacht werden. Weitere Informationen sind auf www.haeusliche-gewalt.gr.ch und auf www.findhelp.gr.ch verfügbar.
Die Aktionstage werden mit der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» und den «Orange Days» abgestimmt. Die Koordinationsstelle Häusliche Gewalt ist für die Organisation in Graubünden zuständig. Der Kanton unterstützt Veranstaltungen und Aktionen zum Thema häusliche Gewalt sowie speziell zum Schwerpunktthema «Digitale Gewalt» finanziell. Zudem macht er auf die Veranstaltungen aufmerksam und stellt Veranstaltenden Kampagnenmaterial zur Verfügung.
Interessierte Personen und Organisationen können ihre Anmeldungen und Gesuche bis zum 23. August 2026 einreichen. Die Formulare sind auf der Webseite der Koordinationsstelle Häusliche Gewalt abrufbar.
Vernetzungs- und Informationsanlass
Die Koordinationsstelle für Häusliche Gewalt lädt am Mittwoch, 20. Mai 2026 von 16.30 bis 18.30 Uhr in der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur zu einem Vernetzungs- und Informationsanlass ein. Fachstellen und Organisationen informieren in Kurzreferaten über häusliche und digitale Gewalt, Hilfsangebote und die Aktionstage 2026. Der Anlass richtet sich an Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen sowie an die breite Öffentlichkeit. Ein anschliessender Apéro bietet Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Interessierte Personen und Organisationen können sich per E-Mail oder telefonisch bis zum 13. Mai 2026 anmelden: haeusliche.gewalt@soa.gr.ch / +41 81 257 26 11. Sofern vor Ort zusätzliche Unterstützung oder Assistenz notwendig ist, teilen Sie uns das bei der Anmeldung ebenfalls mit (z.B. Gebärdensprachdolmetschen).
Auskunftsperson:
Madlaina Baselgia, Leiterin Koordinationsstelle Häusliche Gewalt, Kantonales Sozialamt Graubünden, Tel. +41 81 257 26 11 (erreichbar von 10.00 bis 11.30 Uhr), E‑Mail Madlaina.Baselgia@soa.gr.ch
zuständig: Sozialamt