Die Bündner Regierung hat den Schlussbericht und die Schlussabrechnung zum Verkehrskonzept Graubünden zu den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 zur Kenntnis genommen. Die Kosten für das Verkehrskonzept fielen um über 35 Prozent tiefer aus als ursprünglich angenommen.
Die Kosten für das Verkehrskonzept Graubünden für die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 betrugen insgesamt 3,48 Millionen Franken. Dank flexibler Anpassungen während der Veranstaltung an die gegenüber der Planung veränderten Besucherströme konnten die anlassbedingten Kosten um über 35 Prozent gesenkt werden. Die Regierung hatte im Oktober 2025 einen Kredit von 5,5 Millionen Franken brutto beziehungsweise ohne Eigenleistungen von 4,6 Mio. Franken genehmigt (siehe Medienmitteilung vom 15.12.2025). Die Planung der Massnahmen beruhten auf den Angaben der Veranstalter auf italienischer Seite zum Besucheraufkommen.
Bezüglich der Finanzierung ist der Kanton bereit, die Eigenleistungen von rund 0,9 Millionen Franken selbst zu tragen. Die anlassbedingten Kosten von 2,58 Millionen Franken sollen indessen im Sinne der Verursachergerechtigkeit von Italien übernommen werden. «Der Kanton Graubünden wird die Region Lombardei über die effektiv angefallenen Kosten informieren und sie auffordern, diese zu begleichen», sagt Regierungsrätin Carmelia Maissen, Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität.
Verkehrskonzept hat funktioniert
Während der Olympischen Winterspiele in Milano Cortina vom 6. bis 22. Februar 2026 nutzten knapp 41 000 Besuchende den öffentlichen Verkehr (öV) für die An- und Abreise zwischen Zernez/Müstair nach und von Livigno (I) (siehe Medienmitteilung vom 22.02.2026). An Spitzentagen reisten 2500 Personen aus der Schweiz mit dem öV nach Italien. Der Aufruf, öffentliche Verkehrsmittel für die Anreise zu nutzen, zeigte Wirkung: Viele Zuschauerinnen und Zuschauer stiegen auf den öV um oder legten den gesamten Weg damit zurück. Die im Vorfeld in der Region befürchteten Verkehrsbehinderungen sind dank des Verkehrskonzepts nicht eingetreten.
Die starke Nutzung des öffentlichen Verkehrs führte zusammen mit der deutlich geringeren Besucherzahl zu einer niedrigeren Auslastung der Park+Ride-Plätze. Entsprechend wurde mit rund 80 000 Franken (70 Franken kostete ein P+R-Platz/Tag exklusive MWST) deutlich weniger Einnahmen erzielt als ursprünglich angenommen. Kurzfristige Anpassungen wie die Schliessung des Parkplatzes Zernez Süd und die Reduktion von Verkehrsdiensten an weniger frequentierten Standorten ermöglichten weitere Kosteneinsparungen.
Wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft
Die Erfahrungen mit dem Verkehrskonzept aus den Olympischen Winterspielen 2026 dienen als wertvolle Erkenntnisse für künftige Grossveranstaltungen im Kanton Graubünden. Im Schlussbericht, welcher von Verantwortlichen der Kantonspolizei, des Amts für Energie und Verkehr sowie des Tiefbauamts verfasst wurde, heisst es, dass die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen in der Schweiz und in Italien von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Verkehrskonzepts war. Durch die Einbindung aller Partner wurden klare Zuständigkeiten geschaffen und Unklarheiten vermieden. Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass eine frühzeitige Fokussierung auf die Vorbereitungsphase und die Umsetzung einer proaktiven Kommunikationsstrategie von zentraler Bedeutung sind.
Beilage:
Schlussbericht Olympische Winterspiele Milano Cortina 2026
Auskunftsperson:
Regierungsrätin Dr. Carmelia Maissen, Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, Tel. +41 81 257 36 01 (erreichbar von 12.30 bis 13.30 Uhr), E‑Mail Carmelia.Maissen@diem.gr.ch
zuständig: Regierung