Die Verantwortlichen von Kanton, Gemeinden und Gewerbe haben sich heute im Calancatal zur aktuellen Lage ausgetauscht. Trotz intensiver Arbeiten bleibt die Situation anspruchsvoll. Das Tiefbauamt verfolgt parallel zwei Lösungen, um die Erreichbarkeit des hinteren Calancatals so rasch und so sicher wie möglich wiederherzustellen.
Die Lage im hinteren Calancatal beschäftigt die Bevölkerung, das lokale Gewerbe, den Tourismus und den Kanton gleichermassen. Deshalb haben sich Vertreter des Tiefbauamts, die Gemeindepräsidentin von Calanca, der Gemeindepräsident von Rossa, Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Buseno, die Gemeindeführungsstäbe sowie ein Vertreter des Gewerbes vor Ort getroffen, um die aktuelle Situation zu beurteilen und das weitere Vorgehen gemeinsam zu besprechen. Im Zentrum stand die Frage, wie die Erschliessung des Tals unter den gegebenen Sicherheitsbedingungen möglichst rasch wieder gewährleistet werden kann.
Anhaltend schwierige Wetterbedingungen erschweren Sicherungs- und Räumungsarbeiten
Seit dem Unwetter vom vergangenen Donnerstag, 20. August 2026, arbeitet das Tiefbauamt mit Hochdruck an der Sicherung und Räumung der betroffenen Strassenabschnitte. Die grösste Herausforderung bleibt das instabile Gelände oberhalb der Pont Nef bei Arvigo: «Noch immer befindet sich viel loses Felsmaterial am Hang, das jederzeit in Bewegung geraten kann», erklärt Kantonsingenieur Reto Knuchel. Aus Sicherheitsgründen müssen die Fels- und Strassenräumungsarbeiten deshalb bei Niederschlägen immer wieder unterbrochen werden. Der Schutz der Mitarbeitenden hat oberste Priorität.
Öffnung im Verlauf der nächsten Woche und Bau einer Notbrücke
Das Tiefbauamt verfolgt aktuell zwei Massnahmen parallel, um eine möglichst schnelle und nachhaltige Wiederöffnung der Calancastrasse zu ermöglichen.
Einerseits werden ab heute Donnerstag im Bereich der Gefahrenstelle bei Pont Nef mehrere Sicherheitsnetze installiert. Diese bilden die Voraussetzung dafür, dass die Strasse im darunterliegenden Abschnitt sicher geräumt werden kann. Das Tiefbauamt rechnet damit, die Calancastrasse im Verlauf der nächsten Woche wieder eingeschränkt für den Verkehr öffnen zu können. Die Wiederöffnung wird jedoch zunächst nur tagsüber und mit Einschränkungen möglich sein. Tagsüber sind weiterhin intensive Sicherungs- und Räumungsarbeiten notwendig. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse sowie aus Sicherheitsgründen ist ein gleichzeitiger Baustellen- und Verkehrsbetrieb nicht möglich. Zudem wird die Strecke während des Tages laufend überwacht. Bei ungünstigen Wetterbedingungen behält sich das Tiefbauamt vor, die Strasse aus Sicherheitsgründen wieder vorsorglich zu schliessen.
Andererseits hat das Tiefbauamt die Arbeiten für die Errichtung einer einspurigen Notbrücke aufgenommen. Diese Stahlbrücke soll rund 120 Meter südlich der bestehenden Pont Nef über die Calancasca auf die gegenüberliegende Talseite führen. Dort soll eine provisorische Strasse gebaut werden, die kurz nach der bestehenden Pont Nef wieder in die jetzige Kantonsstrasse einmündet. «Diese Umfahrung umgeht den gefährdeten Abschnitt vollständig und könnte auch nachts sowie bei Regen ohne Einschränkungen betrieben werden», führt Kantonsingenieur Reto Knuchel weiter aus. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich drei bis vier Wochen.
Gemeinsames Ziel: eine sichere und verlässliche Erschliessung
Am heutigen Austausch herrschte Einigkeit darüber, dass beide Varianten Zeit benötigen und sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. Das Tiefbauamt wird die Räumungsarbeiten konsequent weiterführen und gleichzeitig den Bau der Notbrücke vorantreiben. Der Kanton steht in engem Kontakt mit den betroffenen Gemeinden und setzt alles daran, die Erreichbarkeit des hinteren Calancatals so rasch wie möglich wiederherzustellen.
Fotobeilage:
Darstellung der provisorischen Linienführung mit Notbrücke
Auskunftsperson:
Reto Knuchel, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 01 (erreichbar von 14.30 bis 15.30 Uhr), E‑Mail Reto.Knuchel@tba.gr.ch
zuständig: Tiefbauamt