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Die Regierung spricht Kantonsbeiträge für ein Lawinenschutzprojekt in Samnaun, für Erforschung der Bündner Wirtschaftsgeschichte und für ein Forschungsprojekt der Rechtsquellenstiftung.

Erhöhung der Sicherheit vor Lawinen im Samnauntal

Die Regierung genehmigt das Projekt «Künstliche Lawinenauslösung Samnaun, Ergänzung Sprengmasten im Gebiet Munschuns» der Gemeinde Samnaun. Daran beteiligten sich der Kanton und der Bund im Rahmen der NFA-Programmvereinbarung «Gravitative Naturgefahren nach Waldgesetz» mit höchstens 367 500 Franken. Zudem spricht die Regierung einen Kantonsbeitrag von maximal 61 250 Franken. Die Gesamtkosten des Projekts sind mit 490 000 Franken veranschlagt.

Die künstliche Lawinenauslösung an der Süd-Südost exponierten Flanke des Piz Munschuns im Samnauntal erfolgt seit dem Jahr 2006 über drei ortsfeste Sprengmasten. Im Jahr 2016 wurde die Anlage mit einem vierten Masten ergänzt. Während der westliche Teil des Lawinengebiets zuverlässig gesichert werden kann, besteht im östlichen Anrissgebiet unterhalb von Crapalb eine Schutzlücke. In den Jahren 2018 und 2021 führten dort spontane Lawinen zur Verschüttung der Kantons- und Verbindungsstrasse. Sprengungen aus dem Helikopter sind in diesem Bereich nur eingeschränkt wirksam und können erst nach Ende der Schneefälle und bei ausreichender Sicht durchgeführt werden. Daher sollen im Rahmen des vorliegenden Projekts zwei weitere ortsfeste Sprenganlagen im Gebiet Crapalb für mehr Sicherheit sorgen.

Auskünfte: Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität

Die Regierung genehmigt das Projekt «Künstliche Lawinenauslösung Samnaun, Ergänzung Sprengmasten im Gebiet Munschuns» der Gemeinde Samnaun. 

Kantonsbeitrag für Erforschung der Bündner Wirtschaftsgeschichte

Die Regierung unterstützt das Projekt «Wirtschaftsgeschichte Graubünden» mit einem Kantonsbeitrag in der Höhe von 200 000 Franken. Damit kommt sie einem entsprechenden Gesuch des Instituts für Kulturforschung Graubünden (ikg) nach, welches im Rahmen des Projekts eine Gesamtdarstellung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons seit dem 19. Jahrhundert erstellen wird. Die Gesamtkosten für die Durchführung der Forschungsarbeiten sowie für die Entwicklung und den Betrieb der Website (Projektplattform) belaufen sich auf 600 000 Franken.

Die Wirtschaftsgeschichte Graubündens ist bislang nur in Teilbereichen systematisch erforscht. Zwar liegen zahlreiche Einzelstudien zu Themen wie Tourismus, Verkehr, Wasserkraft, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie, Migration oder Bauwirtschaft vor; eine moderne, epochenübergreifende Gesamtdarstellung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons seit dem 19. Jahrhundert fehlt jedoch bis heute. Genau hier setzt das geplante Projekt an. Es untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Graubünden vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das ausgehende 19. sowie das 20. Jahrhundert. Ziel ist es, zentrale Lücken der wirtschaftshistorischen Forschung zu schliessen und neue Perspektiven auf die Entwicklung des Kantons zu eröffnen. Das Projekt wurde 2025 anlässlich des Jubiläums «125 Jahre Bündner Gewerbeverband» initiiert. Die inhaltliche Erarbeitung erfolgt bis Ende 2029/Frühjahr 2030. Die Publikation des Werks ist für den Herbst 2030 vorgesehen.

Auskünfte: Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement

Die Regierung unterstützt das Projekt «Wirtschaftsgeschichte Graubünden» mit einem Kantonsbeitrag in der Höhe von 200 000 Franken. 

Kantonsbeitrag für ein Forschungsprojekt der Rechtsquellenstiftung

Die Regierung unterstützt das Projekt «Statuten und Protokolle des Oberen Bundes 1528–1795» der Rechtsquellenstiftung mit einem Kantonsbeitrag von 460 000 Franken.

Die Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins ist ein Forschungsunternehmen, das Quellen alten Rechts bis 1798 veröffentlicht und zugänglich macht. Das geplante Projekt widmet sich der Edition der Protokolle des Oberen oder Grauen Bundes, die einen Zeitraum von 1585–1795 abdecken. Diese Protokolle ermöglichen es, die Rolle und Funktion der «mittleren Staatsebene» des Einzelbundes zwischen den Gemeinden und der Ebene des Dreibündestaats im Detail und im konkreten Funktionieren zu studieren. Insgesamt wird die Edition die Bündner Geschichtsschreibung und insbesondere die Bündner Rechtsgeschichte stark befördern – quellen- und faktenbasiert.

Auskünfte: Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement

Die Regierung unterstützt das Projekt «Statuten und Protokolle des Oberen Bundes 1528–1795» der Rechtsquellenstiftung mit einem Kantonsbeitrag von 460 000 Franken.

Regierung gibt Ausarbeitung einer kantonalen Strategie gegen die organisierte Kriminalität in Auftrag

Der Bundesrat hat im Dezember 2025 die nationale Strategie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) gutgeheissen. Es ist die erste solche Strategie. Die Bündner Regierung hat bereits im Regierungsprogramm 2025 bis 2028 einen Schwerpunkt bei der Strafverfolgung gesetzt. Diesen Schwerpunkt gilt es nun in Abstimmung mit der Strategie der Schweiz zur Bekämpfung der OK auf die gesamte Verwaltung auszudehnen. Dazu bedarf es einer verwaltungsübergreifenden Strategie, die sämtliche sicherheitsrelevanten Verwaltungsbereiche in die Prävention, Früherkennung und Bekämpfung einbezieht.

Die Regierung beauftragt dafür das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) mit der Ausarbeitung einer kantonalen Strategie gegen die OK. Zudem erhält das DJSG den Auftrag, ein Rechtsgutachten erstellen zu lassen, das die geltenden rechtlichen Grundlagen, Grenzen und Handlungsspielräume des behördlichen Informationsaustauschs zur Bekämpfung der OK im Kanton Graubünden aufarbeitet und praxisorientiert darstellt.

Auskünfte: Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit

Der Bundesrat hat im Dezember 2025 die nationale Strategie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) gutgeheissen. 

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