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Vor 30 Jahren nahm die erste Gleichstellungsbeauftragte des Kantons Graubünden ihre Arbeit auf. Seither hat sich die Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann von einer kleinen Fachstelle zu einem Kompetenzzentrum entwickelt, das Politik, Verwaltung und Gesellschaft mitgestaltet. Ab 2. November heisst sie Stabsstelle für Gleichstellung.

Am 1. November 1996 trat Rita Jerjen-Habich ihre Stelle als erste Leiterin der damaligen Stabsstelle für Gleichstellungsfragen an. Die Gründung der Stabsstelle fiel in eine Zeit des Aufbruchs: Wenige Monate zuvor war das eidgenössische Gleichstellungsgesetz in Kraft getreten. Seither begleitet die Stabsstelle Politik, Verwaltung und Gesellschaft in Gleichstellungsfragen, berät Behörden und Privatpersonen, entwickelt Projekte und bringt Menschen und Organisationen zusammen. Aus der kleinen Fachstelle ist in den vergangenen 30 Jahren ein Kompetenzzentrum für Gleichstellung geworden. Die Themen, Aufgaben und Netzwerke haben sich stetig weiterentwickelt – der Auftrag ist derselbe geblieben: die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann in Graubünden zu fördern.

Breiter Themenfächer
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Stabsstelle zahlreiche Impulse gesetzt. Sie machte die Untervertretung von Frauen in der Politik sichtbar, entwickelte Bildungsangebote für Schulen, legte den Grundstein für die Koordinationsstelle Häusliche Gewalt, sensibilisierte für Lohngleichheit, förderte die Vereinbarkeit von Beruf und weiteren Lebensbereichen oder initiierte kantonale und überkantonale Kooperationen. Mit dem Bündner Mädchenparlament, PROMO Femina oder dem Netzwerk Diversity-gr entstanden Formate, die weit über den Kanton hinaus Beachtung finden. Gleichzeitig hat die Stabsstelle ihre strategische Ausrichtung geschärft und ihre Arbeit auf fünf Handlungsfelder fokussiert: Gesellschaft, Politik, Arbeitswelten, Bildung und Berufswahl sowie Gewalt und Geschlecht. Ein wichtiger Meilenstein der jüngsten Vergangenheit war «egual21 – Aktionsplan Gleichstellung in der Kantonalen Verwaltung». Das Projekt wurde Ende Juni 2026 erfolgreich abgeschlossen. Es hat die Gleichstellung als Führungs- und Querschnittsaufgabe in der kantonalen Verwaltung nachhaltig gestärkt und wichtige Grundlagen für die Zukunft geschaffen.

Neuer, prägnanterer Name
Zum 30-jährigen Bestehen trägt die Stabsstelle künftig einen kürzeren Namen: Stabsstelle für Gleichstellung. Der neue Auftritt bringt auf den Punkt, wofür sie steht: Gleichstellung als gemeinschaftliche Aufgabe, die Frauen und Männer gleichermassen betrifft und Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft mitgestaltet. Barbara Wülser, Leiterin der Stabsstelle seit 2021, bilanziert: «30 Jahre Gleichstellungsarbeit haben viel bewirkt. Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis eines langen gemeinsamen Engagements von Politik, Verwaltung, Organisationen und zahlreichen engagierten Menschen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen: Gleichstellung bleibt eine Zukunftsaufgabe.»

Gleichstellung ist keine Selbstläuferin
Auch wenn die rechtliche Gleichstellung weitgehend erreicht ist, bestehen weiterhin Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern. Frauen sind in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungspositionen nach wie vor untervertreten. Geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt stellen Betroffene, Institutionen und Gesellschaft weiterhin vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an die Arbeitswelt: Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und anderen Lebensbereichen gewinnt für Frauen und Männer gleichermassen an Bedeutung. Die Stabsstelle setzt deshalb auf Sensibilisierung und Befähigung, Vernetzung und Zusammenarbeit. «Gleichstellung ist keine Aufgabe einzelner Frauen oder Männer. Sie gelingt dort, wo Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau deshalb braucht es auch künftig eine Fachstelle, die Entwicklungen aufgreift, Akteure vernetzt und Impulse setzt», so Barbara Wülser.

Jubiläumsveranstaltung
Das 30-Jahre-Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern auch eine Einladung, die Gleichstellung gemeinsam weiterzudenken. Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens und des 30-Jahre-Jubiläums des Gleichstellungsgesetzes lädt die Stabsstelle am Mittwoch, 25. November 2026, in Chur zum Fest. Weitere Informationen unter www.stagl.gr.ch (Toplink «Veranstaltungen»).

Fünf Leiterinnen – fünf Entwicklungsschritte

Beilage:

Weblink «30 Jahre Stabsstelle für Gleichstellung und Gleichstellungsgesetz»

Fotobeilagen:

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Foto 1: Präsentation der Bestandesaufnahme 2022 ©Stagl

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Foto 2: Mädchenparlament 2025 ©Yannik Bürkli

Auskunftsperson

Barbara Wülser, Leiterin Stabsstelle für Gleichstellung (ehemals Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann), Tel. +41 81 257 35 71 (erreichbar von 08.30 bis 10.30 Uhr, 13.00 bis 14.00 Uhr und 16.00 bis 17.00 Uhr), E‑Mail Barbara.Wuelser@stagl.gr.ch


zuständig: Stabsstelle für Gleichstellung

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