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Am 3. November 2026 fand erneut ein Runder Tisch zum Thema Ausweichverkehr statt. Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kanton, Regionen und Gemeinden haben sich zu den Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Ausweichverkehr entlang der A13 und A28 ausgetauscht. Das Tiefbauamt Graubünden will die bewährten Massnahmen weiter optimieren und die technische Automatisierung schrittweise vorantreiben.

Die Massnahmen zur Reduktion des Ausweichverkehrs entlang der Nationalstrassen A13 und A28 haben sich auch in der vergangenen Saison grundsätzlich bewährt. Die Verkehrsmenge bewegte sich in einer ähnlichen Grössenordnung wie in den Vorjahren. Es wurde festgestellt, dass erhöhte Verkehrsaufkommen vermehrt auch an den Werktagen rund um die kritischen Wochenenden, insbesondere am Donnerstag, Freitag und Montag, auftraten.

Mit Dosierungen auf der Nationalstrasse konnte der Verkehr gezielt gesteuert und die Belastung der betroffenen Siedlungsgebiete begrenzt werden. Damit liessen sich insbesondere die Verkehrszirkulation in den Ortschaften sowie die Durchfahrt für Blaulichtorganisationen und den öffentlichen Verkehr sicherstellen. Ziel bleibt, den Verkehrsfluss auf der Nationalstrasse möglichst stabil zu halten und zu verhindern, dass sich Staus auf die Kantons- und Gemeindestrassen verlagern.

Die Erfahrungen zeigen auch, dass die einzelnen Massnahmen laufend aufeinander abgestimmt werden müssen. So hat sich die Rückhalteanlage in Rothenbrunnen grundsätzlich bewährt. Die Distanz bis Rhäzüns ist aber zu gross, um den Verkehr ohne zusätzliche Dosierung wirksam zu steuern. Deshalb wurde während des laufenden Betriebs ein zusätzlicher Standort bei den Rhäzünser Mineralquellen in Betrieb genommen.

Weniger als 40 Prozent reiner Durchgangsverkehr
Die diesjährigen Auswertungen bestätigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass weniger als 40 Prozent des Verkehrs auf der A13 während der Frühlingsfeiertage dem reinen Durchgangsverkehr zuzurechnen sind. Mehr als 60 Prozent der Fahrzeuge verbleiben im Kanton oder verlassen diesen über eine andere Route. Gleichzeitig kann es während weniger Stunden zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen kommen, bei dem die Nationalstrassen an ihre Kapazitätsgrenzen stossen.

Auch die Beobachtungen im Raum Domat/Ems zeigen, dass die Verkehrsbewegungen zu einem grossen Teil dem Ziel- und Quellverkehr in der Region zuzuordnen sind. Die genaue Herkunft der einzelnen Fahrzeuge lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Eine differenzierte Betrachtung ist wichtig, damit die Massnahmen gezielt auf die jeweiligen Verkehrssituationen ausgerichtet werden können.

Ausblick: Schrittweise Automatisierung der Anlagen
Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung ist die Automatisierung der Dosieranlagen, damit diese möglichst ohne Personalaufwand betrieben werden können. Die Erfahrungen mit der teilautomatisierten Anlage in Zizers und den zusätzlichen Anlagen entlang der A13 bilden dafür eine wichtige Grundlage. Bei unerwartet starkem Verkehrsaufkommen sollen die Anlagen künftig möglichst selbstständig auf die Verkehrssituation reagieren und die Massnahmen zum idealen Zeitpunkt automatisch auslösen können.

An Tagen mit erfahrungsgemäss sehr hohem Verkehrsaufkommen sollen die bewährten Massnahmen, bestehend aus den Dosierungen der Autobahnausfahrten und zusätzlichen Dosierungen auf der Kantonsstrasse, weiterhin gemäss einem festgelegten Konzept zum Einsatz kommen. Die Automatisierung soll den Betrieb vereinfachen und den Personalaufwand reduzieren.

Im Frühling 2027 startet das Tiefbauamt einen Pilotbetrieb mit ausgewählten Anlagen. Wenn sich die technischen Lösungen bewähren, soll der automatisierte Betrieb im Verlauf des Sommers schrittweise auf weitere vorgesehene Standorte entlang der A13 ausgeweitet werden. Wann welche Anlagen automatisiert werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret definiert werden. Die konkrete Umsetzung hängt von den technischen und betrieblichen Abklärungen sowie den Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb ab.

Voraussetzung für eine wirksame Automatisierung ist, dass die Anlagen aufeinander abgestimmt sind. Eine isolierte Dosierung an einem einzelnen Standort kann sonst zu Rückstaus an anderen Stellen führen. Deshalb müssen beispielsweise die Steuerung der Anlagen und die Bewirtschaftung der Autobahnzufahrten gemeinsam betrachtet werden.

Rechtliche und verkehrstechnische Fragen werden weiter geprüft
Der Kanton prüft zusätzliche Möglichkeiten, um den Ausweichverkehr durch die betroffenen Ortschaften zu reduzieren. Dabei stellt sich auch die Frage, unter welchen rechtlichen Voraussetzungen Kantonsstrassen für den Durchgangsverkehr gesperrt werden könnten. Eine solche Sperrung setzt insbesondere voraus, dass geklärt wird, ob die Vignettenpflicht auf dem entsprechenden Nationalstrassenabschnitt aufgehoben werden kann. Der Kanton hat die entsprechenden rechtlichen und fachlichen Abklärungen beim Bund angestossen. Ob und in welcher Form daraus weitere Massnahmen abgeleitet werden können, ist derzeit offen.

Zusammenarbeit mit Gemeinden und Bund bleibt zentral
Der Runde Tisch ermöglicht den regelmässigen Austausch zwischen Bund, Kanton, Regionen und Gemeinden und bildet eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Verkehrsmanagements.

Es braucht eine enge Abstimmung unter allen Beteiligten. Die Massnahmen des Bundes zur Verbesserung des Verkehrsflusses (Pannenstreifenumnutzung «PUN» und Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung «GHGW») ergänzen das kantonale Verkehrsmanagement. Ziel aller Beteiligten ist es, die Nationalstrasse möglichst leistungsfähig zu halten, Ausweichverkehr durch die Siedlungsgebiete zu reduzieren und die Bevölkerung vor zusätzlichen Belastungen zu schützen.

Beilagen

Grafiken San Bernardino

Grafiken Bad Ragaz

Auskunftsperson

  • Andreas Pöhl, Leiter Verkehrsmanagement, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 62 (erreichbar von 09.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Andreas.Poehl@tba.gr.ch
  • Reto Knuchel, Kantonsingenieur, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 01 (erreichbar von 09.00 bis 09.40 und von 14.30 bis 16.00 Uhr), E‑Mail Reto.Knuchel@tba.gr.ch

zuständig: Tiefbauamt

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