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Unter Waldbau versteht man die Eingriffe in den Baumbestand eines Waldes, um die natürliche Entwicklung in bestimmte Richtungen zu lenken. Diese umfassen die Jungwaldpflege, Durchforstung und Verjüngungseingriffe. Wann und wie die waldbaulichen Eingriffe genau erfolgen, hängt von der Zielsetzung (Waldplanung) und von den Möglichkeiten des Standortes ab (Waldstandorte).

 

Projektvorschriften für Sammelprojekte Waldbau

Ein nachhaltiger Wald erfordert Pflege – nur so können die Waldleistungen langfristig erbracht und genutzt werden. Über die jährlichen "Sammelprojekte Waldbau" werden Waldeigentümer bei der Realisierung von Massnahmen zur Erbringung der Waldleistungen durch die Erhaltung und Förderung von standortgerechten und klimafitten Wäldern finanziell unterstützt. In den Projektvorschriften für Sammelprojekte Waldbau sind die Voraussetzungen und Beitragssätze für die fünf kantonalen Programme Schutzwald, Waldschäden, Waldbiodiversität, Waldbewirtschaftung ausserhalb Schutzwald und Testpflanzungen geregelt.

 

Erfassung klimafitter Baumarten im DokuTool "zukunftsbaumarten.ch"

Der Klimawandel stellt für den Bündner Wald eine der grössten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte dar. Im Rahmen der Anpassung an den Klimawandel rücken Pflanzungen wieder vermehrt in den Fokus, beispielsweise indem neue Provenienzen oder Baumarten eingebracht werden. Momentan gibt es nur wenige Erfahrungen mit Baumarten ausserhalb ihrer bisherigen Verbreitungsgebiete. Die kantonale Strategie Waldbau und Klimawandel verfolgt das Ziel, dass Pflanzungen mit einem klaren Ziel erfolgen und langfristig dokumentiert sind. Aus diesen Gründen besteht seit dem Jahr 2025 die Pflicht, dass alle Pflanzungen klimafitter Baumarten im DokuTool (zukunftsbaumarten.ch) erfasst werden.


Waldbau-Lehrpfade

Waldbau-Lehrpfade geben in kompakter Form einen Überblick über die relevantesten Fragestellungen einer Waldbau-Gemeinschaft und sind ein wichtiges Instrument des Bündner «Götti-Modells» (Wissenstransfer bei Wechseln von Revierförstern/Regionalforstingenieurinnen). Weiser- und Beobachtungsflächen sowie Beobachtungspunkte werden in Form von Waldbau-Lehrpfaden in Wert gesetzt: Pro Höhenstufe sind die Flächen in einem Ökogramm (Abb. 1) und einem Themagramm (Abb. 2) dargestellt. Jede Fläche wird zusätzlich auf zwei A4-Seiten portraitiert. Abschliessend sind die pro NaiS-Typ relevantesten waldbaulichen Erfahrungen festgehalten.

Kontakt für Fragen: Region 5 Südbünden, Aussenstelle Scuol Tel. +41 81 257 66 20

 

 

Ökogramm hochmontan
Abbildung 1: Ökogramm hochmontan des Waldbau-Lehrpfads Unterengadin und Münstertal. Dargestellt sind die Flächen nach Standorteigenschaften.

 

 

Themagramm hochmontan
Abbildung 2:Themagramm hochmontan des Waldbau-Lehrpfads Unterengadin und Münstertal. Dargestellt sind die Flächen mit Gewichtung der tangierten waldbaulichen Themen.